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Keine Flüchtlinge am Rewe-Markt

  
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Standort ist vom Tisch: Landratsamt hat Bauantrag für Areal zurückgezogen

Von unserer Redakteurin Tanja Ochs

Hinter dem Kirchardter Rewe-Markt werden keine Container für Flüchtlinge aufgestellt. Das teilte Bürgermeister Rudi Kübler am Freitagabend den Einwohnern bei der Vorstellung der Kandidaten für das Amt des Rathauschefs in der Festhalle mit. "Der Standort ist vom Tisch", erklärte Kübler, nachdem ein Kirchardter gefragt hatte, ob der Lebensmittelmarkt überleben wird, wenn in direkter Nachbarschaft Flüchtlinge leben.

Sitzung Erst in der letzten Gemeinderatssitzung hatte der Bürgermeister das Gremium darüber informiert, dass der Bauantrag für das Areal gestellt sei. 70 bis 80 Menschen wollte das Landratsamt in Containern auf der Wiese an der Daimlerstraße unterbringen. Im Februar sollte der Rat über den Bauantrag entscheiden. Das ist jetzt nicht mehr nötig. Der Antrag sei zurückgezogen, "weil das Landratsamt mit dem Eigentümer nicht klar gekommen" sei. Der Grundstücksbesitzer habe die Fläche nicht verkauft.

Die Gemeinde suche jetzt andere Standorte. Bereits im Januar hatte Kübler für kleinere Einheiten plädiert und die Gemeinderäte aufgefordert, sich nach möglichen Flächen umzuschauen. "Wir müssen unsere Verpflichtung erfüllen", hatte Kübler gemahnt. Aktuell könne man dem Landratsamt allerdings nichts anbieten, vor allem kein Grundstück in vergleichbarer Größe. Für ein ursprünglich ins Auge gefasstes Areal an der Industriestraße gebe es weitere Interessenten, so Kübler. In einer Halle neben der Sankt-Gabriel-Kirche könnten etwa 50 Personen untergebracht werden, hieß es im November.

Anschluss Gleichzeitig hat die Kommune 250 000 Euro im Haushalt eingeplant, um Wohnungen für die Anschlussunterbringung der Flüchtlinge zu schaffen. 22 Plätze brauche man im laufenden Jahr, erklärt die Verwaltung. Eine Sanierung des Gasthauses Sonne ist nicht mehr geplant.

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