Ittlingen benötigt mehr Platz im Familienzentrum und in der Grundschule
Ittlingen benötigt zusätzliche Betreuungskapazitäten für die Jüngsten. Auch eine neue gemeinsame Mensa für Erst- bis Viertklässler steht auf der To-do-Liste der Gemeinde. Welchen Einfluss die Bevölkerungsentwicklung dabei spielt

Die Gemeinde Ittlingen steht vor großen Investitionen in Sachen Kinderbetreuung und Grundschulverpflegung. Der Gemeinderat hat zu beiden Aufgaben Grundsatzbeschlüsse gefasst. Um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln, hat die Gemeindeverwaltung beim Büro Reschl Stadtentwicklung, die die Gemeinde auch beim großen Sanierungskonzept berät, eine Bevölkerungsvorausrechnung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis überrascht: Zwar wächst die Gemeinde weiterhin jährlich moderat. Bis zum Jahr 2035, dem Zeithorizont des Gemeindeentwicklungskonzepts von 2019, steigt die Einwohnerzahl. Von derzeit etwa 2600 auf knapp 3000.
Weil immer mehr Eltern die kommunale Betreuung ihrer Kinder in Anspruch nehmen, muss Ittlingen zusätzliche Kapazitäten schaffen.
Das Wachstum sei allerdings auf die steigende Zahl der Erwachsenen und vor allem der Älteren zurückzuführen, erläutert Bürgermeister Kai Kohlenberger. Bei den Kindern unter drei Jahren bleibt die dagegen Zahl nahezu konstant: Ende 2022 waren es 86, im Jahr 2035 gibt es in Ittlingen der Prognose nach 88 Kinder. Da die Betreuungquote aktuell bei 30 Prozent liegt, reichen die vorhandenen 30 Plätze aus.
Der Prognose nach soll aber die Betreuungsquote weiter steigen: auf 45 Prozent im Jahr 2035. Das bedeutet: Für unter drei Jahre alte Kinder benötigt die Gemeinde zehn bis 15 Plätze mehr. Umgesetzt wären das ein bis zwei Gruppen. Um den Bedarf zu decken, gerät das Familienzentrum in den Fokus. Planer Matthias Riemer hat dazu im Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie vorgestellt. Je nach Ausbauvariante kommen nach ersten, nicht belastbaren Schätzungen zwischen 2,5 und vier Millionen Euro auf die Gemeinde zu. Noch ist es aber nicht soweit. In einem nächsten Schritt will die Gemeinde ein Architekturbüro mit einem Entwurf beauftragen.
Wie der neue Naturkindergarten für Entspannung sorgt
Bei der Betreuung der Kinder über drei Jahren sei die Gemeinde laut ihrem Bürgermeister "relativ entspannt". Hintergrund ist der neue Naturkindergarten, der gerade hinter dem Familienzentrum entsteht. Kohlenberger rechnet im Oktober mit der Eröffnung. Das bedeutet: Ab da hat die Gemeinde 20 zusätzliche Plätze für die älteren Kindergartenkinder. Die Bevölkerungsprognose ergibt ebenfalls keinen Handlungszwang. Waren Ende 2022 genau 119 Kinder in der Alterskohorte, so sollen es bis 2035 der Prognose nach 117 Kinder sein. "In diesem Bereich sind wir also gut aufgestellt", so der Bürgermeister.
Welche Hausaufgabe an der Grundschule zu bewältigen sind
Zusätzliche Hausaufgaben gibt es an der Grundschule der Gemeinde zu bewältigen. Zum einen benötigt die Bildungseinrichtung eine neue gemeinsame Mensa. Derzeit nehmen die Schüler in der Fest- und in der Turnhalle in zwei Schichten ihre Mahlzeiten ein. Das bedeutet: doppelter Einsatz bei Personal, Ausstattung und Betriebskosten. Angedacht ist, an der Grundschule einen Anbau zu realisieren. Dort könnte dann auch gleich der zweite Mehrbedarf gedeckt werden: Die Schule benötigt mehr Platz für die Ganztagsbetreuung. Die Schülerzahlen bleiben jedoch relativ konstant: Besuchten Ende 2022 voraussichtlich 127 Schüler die Einrichtung, werden es im Jahr 2035 der Prognose nach 119 Schüler sein.
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