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In Kleingartach stemmen sich Anwohner gegen ein Bauvorhaben

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Die Stadt Eppingen plant, das Gelände hinter dem Kleingartacher Kindergarten mit neun Wohnhäusern zu überplanen. Dagegen haben Anwohner nun Argumente gesammelt. So sehen sie die Erweiterungsfähigkeit der Schule, die sich ebenfalls auf dem Areal befindet, in Gefahr. Was der Baubürgermeister entgegnet:

Anwohner bei einem Ortstermin. Die Stadt will den betagten Bolzplatz und das Gelände darum herum als Potentialfläche für Wohnhäuser entwickeln. Foto: Jörg Kühl
Anwohner bei einem Ortstermin. Die Stadt will den betagten Bolzplatz und das Gelände darum herum als Potentialfläche für Wohnhäuser entwickeln. Foto: Jörg Kühl  Foto: Kühl, Jörg

Anwohner der Straße In der Brandstatt in Kleingartach kritisieren die Pläne der Stadt, das Areal zwischen dem Kindergarten und der Wohnbebauung in der Brandstatt in Bauland umzuwandeln. Im Rahmen eines Ortstermins brachten die Bürger mehrere Argumente gegen die Baupläne hervor. Der Technische Ausschuss der Stadt hatte am 20. April über einen entsprechenden städtebaulichen Entwurf erstmals in öffentlicher Sitzung beraten.

Der Entwurf sieht eine Siedlung von neun Wohnhäusern vor, die in einem noch unbebauten Gebiet zwischen der Straße In der Brandstatt, der Heuchelbergstraße und der Südstraße entstehen soll. In dem Areal befinden sich die Kleingartacher Grundschule und der städtische Kindergarten. Im rückwärtigen Grundstücksbereich befindet sich der "Rote Platz", ein in die Jahre gekommener Bolzplatz. Zur Erschließung der Neubausiedlung ist eine Straße vorgesehen, die mit der Straße In der Brandstatt ringförmig verbunden werden soll.


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Wie die Bürger von dem Bauvorhaben erfahren haben

Die Anwohner führen mehrere Argumente gegen das Vorhaben ins Feld. Die Kritiker befürchten, dass der Schulstandort durch die Überbauung des noch freien angrenzenden Areals in Gefahr geraten könnte. Sie verweisen auf den rechtlichen Anspruch auf Ganztagesbetreuung in wenigen Jahren. Falls eine Erweiterung der Schule nötig werde, sei dies durch die Umwandlung der angrenzenden Freifläche in Bauland nicht mehr möglich. "Wir sind extra wegen Schule und Kindergarten nach Kleingartach gezogen", verrät das junge Ehepaar Tanja und Benjamin Binge.

Das Ehepaar Gudrun und Gotthilf Sachsenheimer führt ins Feld, es gebe im Ort mehrere Dutzend freie Bauplätze, die noch ungenutzt seien. Anwohne Werner Zink ergänzt, es stehe ein langfristig geplantes Siedlungsgebiet am Martinsberg zur Verfügung. Anwohner Gilbert Jensen kritisiert die Kommunikation der Stadt. Die Anwohner hätten erst durch die Zeitung über das Vorhaben erfahren. Dass der Bolzplatz nicht mehr genutzt wird, wie die Stadt argumentiert, hält er für unzutreffend. So werde der Hartplatz von jüngeren Kindern als Ausweichplatz genutzt, da auf dem Sportplatz eher die älteren Jugendlichen anzutreffen seien. Außerdem werde der Platz von Kindern der im Ort ansässigen Jugendhilfeeinrichtung regelmäßig aufgesucht.

Gerade zu dem Zeitpunkt, da der Ort wächst, einen Bolzplatz abzuschaffen, hält Gotthilf Sachsenheimer für absurd. Jensen hält den Erschließungsaufwand für neun Wohnhäuser für unverhältnismäßig. Er beklagt zudem zu erwartenden die Eingriffe in die Natur.

Warum die Verwaltung am Projekt festhalten möchte

Eppingens Baubürgermeister Peter Thalmann nimmt zu den vorgetragenen Kritiken wie folgt Stellung: Die Stadt Eppingen habe in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses bereits die Vorstufe zum Bebauungsplan, den städtebaulichen Entwurf, öffentlich diskutiert. Damit habe die Verwaltung die Öffentlichkeit früher beteiligt, als es rechtlich erforderlich sei. "Die Stadt Eppingen hat beim Verfahren größte Transparenz an den Tag gelegt." Thalmann verteidigt die Umwandlung der Fläche zu Bauland. Es handele sich um eine innerörtliche Potentialfläche, deren ehemalige Hauptnutzung als Hartplatz überholt sei.

"Es ist eines der wichtigsten Ziele der Baulandentwicklung, sich solcher Flächen vorrangig anzunehmen und diese neuen Nutzungen zuzuführen", so Thalmann. Damit werde erreicht, dass der bestehende Siedlungskörper nicht vergrößert wird. Die ab dem Schuljahr 2026/27 zu realisierende Ganztagesbetreuung an der Grundschule könne auf dem bestehenden, verbleibenden Gelände jederzeit realisiert werden, versichert der Baubürgermeister.

Vor der Sitzung eine öffentliche Begehung

Der Kleingartacher Ortschaftsrat tagt am 20. Mai um 19.30 Uhr in der Stadthalle öffentlich. Das Baugebiet Brandstatt II stehe zwar nicht auf der Agenda, berichtet Ortsvorsteher Andreas Oechsner. Bürger hätten jedoch die Möglichkeit, darüber im Rahmen der Einwohnerfragestunde mit den Mitgliedern des Gremiums zu Beginn der Sitzung ins Gespräch zu kommen. Zuvor, um 19 Uhr, findet eine öffentliche Begehung des zentralen Spielplatzes am Sportplatz statt (nicht zu verwechseln mit dem Gegenstand des nebenstehenden Berichts).

 

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