In Kirchardt freut man sich auf den Rathaus-Umzug
Kirchardts Bürgermeister Gerd Kreiter präsentiert bei einem Spaziergang durchs neue Gebäude den Baufortschritt

Zwei Bauhofmitarbeiter tragen Stapel zusammengelegter Kartons überm Kopf ins Rathaus. Gleichzeitig packen Kollegen keine 200 Meter entfernt im Keller des neuen Verwaltungsgebäudes schon emsig Ordner aus Kisten und reihen sie auf dem grauen Teppichboden zwischen den weißgetünchten Wänden aneinander. Regale und Schränke zum Einräumen fehlen noch. Doch Kirchardts Bürgermeister zeigt Zuversicht: "Wir freuen uns auf den Umzug ins neue Rathaus", sagt Gerd Kreiter. Voraussichtlich in der zehnten Kalenderwoche solle er stattfinden.
Im Ratssaal trocknet noch der Estrich
Also Anfang März - auch wenn das Gerüst noch steht, das verhindert, die Rampe zum Haupteingang fertigzustellen, es im Gebäudeinneren nicht nur stark nach frischer Farbe und anderen Baustellenmaterialien riecht, sondern auch noch an allen Ecken und Enden gearbeitet wird. Kabel hängen von Decken, eine junge Anstreicherin weißelt gerade das Blau des ehemaligen Volksbankgebäudes, das die Ecke um den neuen Aufzug herum noch dominiert, Installateure machen sich in den Sanitärräumen zu schaffen. Im künftigen Ratssaal trocknet derweil der Estrich.
Gleichzeitig stapeln sich in mehreren Räumen schon die ersten Möbelstücke und warten darauf, vom Plastikschutz befreit zu werden. Insbesondere die Schwingstühle für Besucher - "die mit Armlehnen sind für die Ratstische", erklärt Kreiter - die Tische für den Sitzungssaal und, das größte Teil, der Tisch fürs Trauzimmer, stehen bereit.
Bürgerbüro, Bau- und Ordnungsamt auf Eingangsebene

"Je höher wir kommen, desto weiter ist der Ausbau fortgeschritten", erklärt der Bürgermeister beim Gang durchs barrierefrei ausgebaute Gebäude mit Unisex-Toiletten. Im Kellergeschoss befinden sich die Nutzräume für Archiv, Registraturen, aber auch für den Server. Im Eingangsgeschoss wird das Bürgerbüro mit drei Arbeitsplätzen eingerichtet. Zwei weiße, runde Säulen verleihen dem großen Raum Atmosphäre und Struktur.
"Hier ist das Büro von Herrn Baumgartner, hier das von Frau Bucher ...", deutet Kreiter durch die Buchenholztüren nach rechts und nach links, auch wenn alle Zimmer noch gleich leer sind. Außer dem robusten Industrieteppichboden - "der dämpft den Schall", lobt Kreiter - hängen lediglich überall schon Leuchten von den Decken: weißgerahmte, flache LED-Rechtecke verheißen tageslichtähnliche Helligkeit.
Hell, modern, und dennoch heimelig

Ähnlich sieht es im ersten Obergeschoss aus. Hier wird auch das geräumige, helle Bürgermeisterbüro mit moderner Technik ausgestattet. Präsentationen können auf einem großen Bildschirm gezeigt werden.
Das Dachgeschoss wirkt schließlich weniger nüchtern, heimeliger. Das liegt an den hölzernen Balkendecken, die, ebenso wie die im selben Holz gerahmten Fenster und Türen, das viele Weiß weniger steril wirken lassen als die anthrazitfarbenen Fensterrahmen in den tieferen Stockwerken. Auch die Leuchten weichen hier vom Einheitslook ab: Im Ratssaal sind sie rund statt rechteckig. Und im Trauzimmer sowie im großen Sozialraum für die Angestellten baumeln ebenfalls runde, aber mit weißen, nach unten gestülpten Lampenschirmen Blütenkelchen ähnelnden Designerleuchten von der Decke.
Hochwertig Hängelampen hängen gelassen

Die Hängelampen wurden vom Vorbesitzer, der Volksbank, übernommen. Weil: "Die waren teuer, sie sind hochwertig und schön", so Kreiter. Die beste Aussicht hat man im zweiten Stock von einem noch zweckfreien Reserveraum aus. Bis hin zum Haftenwald geht hier der Blick.
Nicht nur Holzdecken und runde Leuchten - besonders ein geradezu romantisches Element bricht die moderne Funktionalität der Innenarchitektur: die frei schwebende, schneckenhausförmige Wendeltreppe im Gebäudeherzen, die die Eingangsebene mit den beiden Stockwerken verbindet. Noch ist sie nicht begehbar, der runde, hölzerne Handlauf noch verhüllt. Mitte März ist es dann soweit, hofft Kreiter.
Stichwort: Modernes Gebäude
Kirchardt bekommt im alten Volksbankgebäude ein an alle modernen Anforderungen angepasstes Rathaus. Am Eingang öffnen sich große Glasschiebtüren automatisch, die oberen Geschosse sind nicht nur über die frei schwebende Treppe, sondern auch über den Aufzug erreichbar, Toiletten stehen allen Geschlechtern offen. Neben Barrierefreiheit ist auch für Brandschutz gesorgt. Auto- und Fahrradfahrer finden Parkmöglichkeiten und E-Ladestationen in der Tiefgarage. Das Dach wird mit Solarmodulen bestückt, der Anschluss an die neue Holzschnitzelanlage reduziert den Gasverbrauch enorm.

Stimme.de
Kommentare