Im einstigen Wachlokal ist jetzt die Kunst zu Hause

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Eine Schau mit Werken Susanne Kubins weiht neuen Ausstellungsraum im Rathaus ein

Von Susanne Walter
Der Ausstellungsort wird selbst zum Ausstellungsstück: Mit Werken von Susanne Kubin wartet die erste Schau im Wachlokal des Rathauses auf.Foto: Walter
Der Ausstellungsort wird selbst zum Ausstellungsstück: Mit Werken von Susanne Kubin wartet die erste Schau im Wachlokal des Rathauses auf.Foto: Walter

Eppingen - „Gar nicht so klein, wie ich gedacht hätte“, war der Kommentar einer Besucherin bei der ersten Vernissage in der neuen Galerie im Foyer des Rathauses am Marktplatz. Im ehemaligen Wachlokal, zwischen den beiden Treppenaufgängen, ist ein Kabinett für die Kunst entstanden, das Susanne Kubin mit ihre Werken unter dem Titel „Haut auf Haut“ einweihte.

Einst hockte hier ein Wachposten und beäugte das Geschehen im Verwaltungssitz der Fachwerkstadt. Längst war die Alte Wache ohne Funktion. Für Oberbürgermeister Klaus Holaschke und seine Kollegen war das Grund genug, sich etwas zu überlegen. Warum hier ausgerechnet die Kunst eine neue Plattform bekam? Der OB weihte die Gäste am Donnerstagabend gerne ein: „Wir wollen nicht nur Verwaltungsstelle sein, sondern möchten uns nach außen öffnen. Ich sehe das Rathaus als ein Bürgerhaus mit vielerlei Funktionen“, sagte Holaschke. „So ist auch die nun neu entstandene Galerie angelegt, mit vielen Nutzungsmöglichkeiten.“

Wechselnde Künstler sollen hier die Möglichkeit haben, auch über mehrere Monate hinweg rund 20 bis 30 ihrer Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren, ließ Museumsleiter Peter Riek wissen. Den Auftakt macht jetzt bis 29. Februar Susanne Kubin mit ihrer Werkschau „Haut auf Haut“. Darin macht sie die zarte Verletzbarkeit der Haut als dem größten Sinnesorgan des Menschen zum Thema. Grundlage für ihre Zeichnungen sind ganz reale, wenn auch zart gehaltene Abdrücke von Haut auf Papier, denen Kubin eine zweite, aus Farbe gestaltete Haut an die Seite stellt.

Im kommenden Jahr soll von 31. Juli bis 5. Oktober auch Simone Demandt vom zwölften Künstlerfahnenfestival hier Flagge zeigen. Die Eppinger Heimatfreunde gestalten von 9. Oktober bis 21. Dezember nächsten Jahres eine Ausstellung zur Bedeutung der Familie Hartmanni

Ein entscheidender Vorteil, den das neue Kunstkabinett mitbringe, so Museumsleiter Riek: „Die Schwellenangst, die so mancher vor dem Museum hat, entfällt. Denn im Rathaus, da waren wir sicher ja alle schon mal.“ Weiterer Bonuspunkt aus seiner Sicht: „Der Raum hat genügend Wände, so dass wir hier nicht wie etwa in der Alten Universität gezwungen sind, Stellwandarchitektur zu errichten also ideale Voraussetzungen für eine Präsentation in prominenter Lage.“ Um die optimal zu nutzen, hat man ausgiebig an der Beleuchtung gefeilt. „Alles hier ist wandelbar, um flexibel reagieren zu können“, so Riek. Auch die technischen Möglichkeiten seien hervorragend. Einen Betrag von rund 30 000 Euro hat die Eppinger Stadtverwaltung in die Umfunktionierung der Alten Wache gesteckt.

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