Hundekot im Gemminger Schlosspark sorgt für Ärger
Die Verwaltung macht im Amtsblatt ihrem Ärger über immer mehr Unrat auf öffentlichen Plätzen Luft.

Leser des Gemminger Gemeindeblatts und der Homepage werden gestutzt haben, als sie einen Text von Jennifer Bastian, der Referentin von Bürgermeister Timo Wolf, gelesen haben. "Von Hundehaufen, Glasscherben und Co. - Für eine schöne Gemeinde" ist der Artikel überschrieben. Er greift ein Problem auf, das der Gemeindeverwaltung zunehmend zu schaffen macht.
Jennifer Bastian beschreibt in beinahe lyrischem Schreibstil einen sonnigen Sonntagmorgen. Eine Familie macht einen Spaziergang im Gemminger Schlosspark.
Doch ihre gute Laune schlägt abrupt ins Gegenteil um, als sie sieht, wie es im Schlosspark aussieht - wie auf einem Schlachtfeld: "Was letzte Nacht hier los war, können Sie nur erahnen. Leere Flaschen und Glasscherben treiben im Bach und im Parksee, Scherben liegen auf dem Weg und stecken im Rasen, Papiertüten, Plastiktüten und Essensreste sind überall verteilt. Und als ob das nicht genug wäre, treten Sie mit Ihren Schuhen in einen Hundehaufen."
Viele Beschwerden sind eingegangen
Dieses im Amtsblatt ausführlich und ausgeschmückt geschilderte Szenario habe sich in letzter Zeit vermehrt so abgespielt, bestätigt Hauptamtsmitarbeiterin Alina Gräßle. "In letzter Zeit sind etliche Beschwerden über Verschmutzungen im Schlosspark bei uns eingegangen", bestätigt sie auf Nachfrage der Kraichgau Stimme, "die Spaziergänger stellen vermehrt Hundekot am Spielplatz und auf Wiesen fest." Auch Klagen über herumliegende Glasscherben hätten zugenommen.
Jennifer Bastian nennt in ihrem Bericht im Amtsblatt noch weitere Missstände, die sich nicht nur auf den Schlosspark beschränken: "Immer öfter erreichen uns Beschwerden von Anwohnern und Besuchern, dass unsere öffentlichen Anlagen, Radwege und Sitzbänke in Gemmingen und Stebbach in einem nicht akzeptablen Zustand zurückgelassen werden." Hundehaufen lägen immer öfter sogar in privaten Vorgärten.
Unschön und gefährlich
Sie findet: "Der ganze Schmutz und Müll sieht nicht nur unschön aus und belastet die Umwelt, sondern ist auch ziemlich gefährlich." Vor allem mit Glasscherben auf Kinderspielplätzen, Laufwegen und Grünanlagen sei "nicht zu spaßen". Das gelte auch für nicht angeleinte Hunde, die Menschen Angst einjagten. Über lautes Bellen zu jeder Tag- und Nachtzeit, das mitunter sogar den Schlaf raube, häuften sich ebenfalls die Beschwerden.
Besonders ärgerlich sei das für die Rathausmitarbeiterinnen, findet die Hauptamtsmitarbeiterin Alina Gräßle. Sie macht deutlich: "Unser Bauhof ist mehrmals in der Woche im Park unterwegs, um diesen zu reinigen. Jeder Parkbesucher hat die Möglichkeit, seinen Müll in einem der aufgestellten Mülleimer zu entsorgen." Das gleiche gelte für Hundehaufen, denn im Ort seien zahlreiche Hundekotstationen aufgestellt. An den sogenannten Dogstations können Hundehalter Kotbeutel entnehmen. Im Park verteilt, gebe es sogar mehrere von ihnen. Zudem könne man im Rathaus Kotbeutel kostenlos bekommen.
Dass nicht alle Hundehalter über einen Kamm zu scheren sind, das ist Jennifer Bastian in ihrem Text im Amtsblatt wichtig. Sie denkt, dass sich die große Mehrheit der pflichtbewussten Hundehalter darüber ärgert. Bastian appelliert in deutlichen Worten an die Bevölkerung: "Denken und helfen Sie mit! Wir alle sind gefragt."
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