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Hüffenhardter Gemeinderat spricht sich gegen den Bau eines Multifunktionsspielfelds aus

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60 Prozent der Kosten für den Bau eines Spielfelds hätte das Leader-Programm übernommen. Doch der Restbetrag von mindestens 75.0000 Euro war den Hüffenhardter Gemeinderäten zu viel.

Vor zwei Jahren wurde in Bad Rappenau ein Multifunktionsspielfeld eröffnet. Ähnliche Pläne lehnte der Hüffenhardter Gemeinderat nun ab.
Foto: Archiv/Hofmann
Vor zwei Jahren wurde in Bad Rappenau ein Multifunktionsspielfeld eröffnet. Ähnliche Pläne lehnte der Hüffenhardter Gemeinderat nun ab. Foto: Archiv/Hofmann  Foto: Hofmann, Elfi

Ins Leader-Programm aufgenommen zu werden und dadurch hohe Fördersummen für lokale Projekte zu erhalten, ist nicht einfach. Der Gemeinde Hüffenhardt hat sich nun die Chance geboten, für die Umgestaltung der ehemaligen Tennisplätze einen Zuschuss von über 60.000 Euro zu bekommen. Damit sollte auf dem Gelände ein Kleinstspielfeld für verschiedene Ballsportarten entstehen.

Ist eine solche Anlagen notwendig?

Doch daraus wird nichts. Fünf Mitglieder des Gemeinderats sprachen sich gegen den Bau aus, fünf votierten dafür. Doch bei einem Patt heißt das in der Kommunalpolitik: abgelehnt. Vorausgegangen war eine lange Diskussion über die Notwendigkeit einer solchen Anlage, für die die Gemeinde durch die Preissteigerungen in den vergangenen Monaten selbst mindestens 75.000 Euro ausgeben müsste.

"Bei der derzeitigen katastrophalen Lage kann ich das nicht befürworten, auch wenn Bewegung wichtig ist", erklärte Gemeinderätin Annette Rieger. Man wisse nicht, was noch auf die Gemeinde zukomme. In ein ähnliches Horn stieß Bernd Siegmann: "Wir brauchen das Geld wahrscheinlich für wichtigere Dinge." Sein Vorschlag, das Feld zu verkleinern, stellte sich bei dem geplanten Konzept nicht als zielführend heraus. 37 mal 37 Meter sollte der Platz groß sein, der neben einem Spielfeld für Fußball auch die Möglichkeit, Basketball oder Volleyball zu spielen, geboten hätte.

Praktisch ganzjährig bespielbar

Ein weiteres Argument gegen die Umgestaltung: Die anderen Plätze, die in Hüffenhardt bereits zur Verfügung stehen und genutzt werden können. Die sind allerdings nach starken Regenfällen im Gegensatz zum Kunstrasenbelag praktisch nicht bespielbar. "Der Bolzplatz ist im Winter wegen des Matsches eigentlich nicht zu nutzen", sagte auch Philipp Weber. Die Jugendlichen würden deshalb nach Siegelsbach oder Bad Rappenau ausweichen, weil in Hüffenhardt keine ganzjährige Möglichkeit für Ballsport bestehe. "Wir sollten es der Jugend zuliebe machen", so Weber.

Der Platz wäre nicht für den Sportverein reserviert, wie stellenweise vermutet, sondern wäre laut Bürgermeister Walter Neff frei nutzbar gewesen. "Das ist eine einmalige Chance. Wir schieben das Vorhaben jetzt schon seit drei Jahren auf, weil wir auf bessere Zuschüsse hoffen", so der Rathauschef. "Aber besser wird es nicht."

Keine Zuschüsse aus dem Ausgleichstock

Die Verwaltung hatte sich auch um Zuschüsse aus dem Ausgleichstock bemüht, diese allerdings wegen Überzeichnung des Programms nicht erhalten. Um die Förderung durch das Leader-Programm zu bekommen, hätte das Kleinspielfeld außerdem bis 31. Mai 2023 fertiggestellt werden müssen. Für Gemeinderat Heiko Hagner wäre der Zuschuss von 60 Prozent "die letzte Chance" gewesen. "Sonst bekommen wir das Geld nie."

Auch Erhard Geörg ist sich bewusst, dass zwar "ein Haufen Geld" auf die Gemeinde zugekommen wäre. "Aber es ist nötig." Das sah Oliver Hohenhausen anders: "Wir können es den Eigenanteil nicht leisten, egal wie hoch die Förderung dann auch sein würde." Ob es diese Gelegenheit noch mal kommt, weiß keiner.

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