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Holger Friedrich erhält Bürgerpreis für sein Lebenswerk

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Ehepaar hat Museum maßgeblich geprägt und die Stadtgeschichte vermittelt

Von Rudolf Landauer
Christine und Holger Friedrich haben in Sinsheim viel für die Kultur geleistet. Holger Friedrich wurde für sein Lebenswerk mit dem Bürgerpreis geehrt.Foto: Landauer
Christine und Holger Friedrich haben in Sinsheim viel für die Kultur geleistet. Holger Friedrich wurde für sein Lebenswerk mit dem Bürgerpreis geehrt.Foto: Landauer

Die Stadt Sinsheim und ihre Ortsteile haben interessante Geschichten zu erzählen, die weit in die Vergangenheit zurückreichen. Die teilweise jahrhundertealten Zeugen, Zeugnisse und Hinterlassenschaften wollen jedoch ebenso konserviert und dokumentiert sein wie die der jüngeren Vergangenheit Deutschlands −und das möglichst mit großer Sachkunde. Wenn dies wie im Fall des Ehepaars Holger und Christine Friedrich mit Herzblut und Leidenschaft geschieht, kommen besondere Produkte heraus.

Engagiert Wer das Sinsheimer Stadt- und Freiheitsmuseum besucht, kann die Einsatzfreude der beiden besichtigen und wird beeindruckt sein. Weit über ihre Museumstätigkeit hinaus sind die Friedrichs aktiv und engagieren sich ehrenamtlich. So blieb es nicht aus, dass hierfür eine öffentliche Anerkennung erfolgen sollte.

Holger Friedrich war mächtig überrascht, als er davon erfuhr, dass ihm der Bürgerpreis 2015 der Initiative "Für mich, für uns, für alle" verliehen wurde. Wie die Pressesprecherin der Sparkasse Kraichgau, Karin Haas, mitteilte, hatte es dafür 22 Bewerbungen und Vorschläge gegeben, die von einer Jury bewertet wurden. Das Thema des größten Ehrenamtspreises in der Region lautete diesmal "Kultur leben, Horizonte erweitern".

Das Ehepaar wuchs in der DDR auf und hat in Sinsheim seine neue Heimat gefunden. Seit vielen Jahren begeistert Holger Friedrich als Autor, Theaterleiter und Schauspieler mit regionalgeschichtlichen Themen und gründete das etablierte Friedrich-Hecker-Theater. Zudem ist er verantwortlich für die Sinsheimer Geschichtsblätter, einer 200-seitigen Jahrbuchreihe, die inzwischen drei Auflagen hat und interessante Berichte der Stadtgeschichte vermittelt. Über die Stadtgrenzen hinaus wurde Friedrich mit seinen Theaterstücken bekannt, die alle Geschichtsbezüge haben. Nach den Stücken "Entweder oder" und "Bitteres Erwachen" setzte der Autor und Regisseur 1998 mit "Der Traum von der Freiheit" zu den Feierlichkeiten 150 Jahre Deutsche Demokratiebewegung von 1848/49 einen Knüller, der viel Beachtung fand. Acht weitere Stücke folgten, 2011 das jüngste Werk "Mythos Hecker", das erneut den Freiheitswillen zum Inhalt hatte.

Ausgezeichnet Die Demokratie- und Freiheitsbewegung 1848 mit den Protagonisten Franz Sigel und Friedrich Hecker findet sich auch im Museum wieder. Auf fünf Monitoren kann der Besucher Szenen aus Sinsheims Historie ansehen. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat die Aufarbeitung und didaktische Gestaltung des Museums ausgezeichnet.

Aktuell sind "Das 20. Jahrhundert zwischen Krieg und Frieden, Diktatur und Demokratie" sowie "Alltag in der DDR" zu sehen. Das Ehepaar hat das Museum maßgeblich geprägt, der Verein Freunde Sinsheimer Geschichte wirkt dabei mit.

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