Hochwasserschutz bis Sommer fertig
Baustelle Wollenberg: Für den Zweckverband Hochwasserschutz Einzugsbereich Elsenz-Schwarzbach wird am und im Bad Rappenauer Ortsteil gearbeitet. Das zweite Hochwasserrückhaltebecken des Dorfs soll bis zum Sommer fertiggestellt sein.

Der Bau liegt im Zeitplan, sagt Gerold Werner, im Sommer soll die Maßnahme abgeschlossen sein. „Wir sind ganz guter Dinge“, betont der Verbandsgeschäftsführer gut ein Jahr, nachdem der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller den Förderbescheid für das Schutzprojekt im kleinsten Bad Rappenauer Stadtteil überbrachte. Das Land übernimmt 2,6 Millionen Euro, für die restlichen 1,2 Millionen Euro kommen die Mitgliedskommunen auf. Auch der Kostenrahmen werde aus jetziger Sicht eingehalten, sagt Werner.
Auf der Baustelle direkt am Ortsrand ist das Kernstück der Anlage errichtet. Durch diese Konstruktion fließt das Wasser. „Das Durchlassbauwerk ist fertig“, erklärt Gerold Werner. Mittlerweile habe die Baufirma damit begonnen, den Erdwall aufzuschütten. Drei Meter, schätzt der Verbandschef, seien bereits geschafft, am Ende müssen es aber sechs bis sieben Meter sein. „Die Firma muss Gas geben“, sieht er das Unternehmen in der Pflicht.
Werner vermutet, dass bereits knapp 10.000 Kubikmeter Erde verbaut wurden. Es fehlen aber noch 20 000. „Das ist eine große Hausnummer.“ Zum Vergleich: Ins große Becken des Bad Rappenauer Rappsodie-Freibads passen 1200 Kubikmeter Wasser.
Weil der Zweckverband am Ortsrand in Richtung Hüffenhardt das große Becken baut, muss er der Natur einen Ausgleich schaffen. Das geschieht unweit davon in Wollenberg, wo sich zurzeit die eigentliche Baustelle befindet. Der Wollenbach wird renaturiert. „Der Bach wurde im Lauf der Jahrzehnte zugeschüttet, er war zu eng“, erklärt Gerold Werner. Unter anderem wird das Gewässer aufgeweitet, bald können darin die Lebewesen wieder problemlos hoch- und runterschwimmen. Sie stoßen auf keine Hindernisse mehr.
Im Tal vor Wollenberg ist es der zweite Hochwasserschutz, doch die Realisierung war bei Bürgern umstritten. Es gab Vor-Ort-Termine, Verbandschef Werner bot Sprechstunden an und prüfte Anregungen aus der Bevölkerung. Nun entsteht ein Becken mit einem 160 Meter langen Damm, der 115 000 Kubikmeter Wasser zurückhalten kann. Berechnungen gehen davon aus, dass nach einem starken Regen bis zu 8,1 Kubikmeter Wasser pro Sekunde auf das Becken zuschießen und dort gestaut werden. In Richtung Ort fließen gerade einmal 4,6 Kubikmeter je Sekunde ab.
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