Helau und Alaaf!
Dass der Fasching nicht nur eine lustige Zeit ist, sondern dabei auch einige Konformitäten eingehalten werden müssen, lernt man jedes Jahr aufs neue.
Dass der Fasching nicht nur eine lustige Zeit ist, sondern dabei auch einige Konformitäten eingehalten werden müssen, lernt man jedes Jahr aufs neue. Allen Regeln voran geht die Einhaltung spezieller Faschingsrufe, die nicht nur größere Narren-Regionen voneinander unterscheiden, sondern auch schon zwischen den kleinsten Nachbardörfern variieren können.
Es ist klar: Wer in Düsseldorf "Helau!" vom Wagen in die Menge ruft, der findet das Köln-Bonner "Alaaf!" ganz furchtbar. Und auch zwischen "Narri, Narro!" und "Narri, Narri!" besteht ein weltengroßer Unterschied, mehr als nur ein Vokal. Deshalb haben sich die kleinen Ortschaften zwischen den rheinischen Hochburgen etwas besonderes ausgedacht: Sie rufen "Alau!" und "Helaaf!" - durchaus fantasievoll und vor allem diplomatisch.
Und auch in der Region ist die Sache mit den Schlachtrufen nicht gerade einfach. Je nach Narrenzunft und Karnevalsverein wird von Ort zu Ort anders geblökt: "Ittlinger Käfer" schallt es in Ittlingen und "CGK, alles klar. Alles klar, Hudladdla" in Kirchardt. "Weiberzeche, Weiberzeche" rufen die Narren in Brackenheim, "Wicker Wacker" in Rohrbach und "Sumpf - Hexa" die Hexen aus Fürfeld.
Wer sich am kommenden Wochenende also auf den Fastnachtsumzügen in der Region herumtreibt, sollte vorher noch einmal überlegen, welchen Spruch er den Narren hinterherruft. Denn nur mit dem richtigen Schlachtruf wird der Winter endlich ausgetrieben. Und das wünschen sich doch nicht nur die Narren sehnlichst.
Stimme.de
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