Stimme+
Bad Rappenau

Generationenprojekt auf dem Schlossgelände in Bad Rappenau

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Ambitionierte Bauleistung: Die evangelische Diakoniestation eröffnet wie geplant Ende Oktober die neue Tagespflege im ehemaligen Schlossrestaurant in Heinsheim.

Kommende Woche werden die Möbel geliefert. Sie sorgen für Hotelcharakter.
Kommende Woche werden die Möbel geliefert. Sie sorgen für Hotelcharakter.  Foto: Plapp-Schirmer, Ulrike

Als Johannes Klopprogge, Geschäftsführer der evangelischen Sozialstation Bad Rappenau-Bad Wimpfen, im März ankündigte, dass die neue Tagespflege im ehemaligen Schlossrestaurant in Heinsheim im Oktober eröffnet, stieß er auf Skepsis. Und manch einer könnte auch jetzt noch denken, dass das Projekt bis zur offiziellen Einweihung Ende des Monats unmöglich zu stemmen ist. Doch Diakonie als Mieter und die neuen Schlossbesitzer, Manfred und Bernd Bauer, bezeichnen sich selbst als gutes Team.

In Rekordzeit haben die Besitzer von Bauer Kompost das Gelände auf Vordermann gebracht, das meiste mit eigenen Angestellten oder regionalen Handwerkern, mit denen sie sich seit Jahren verbunden fühlen. Alle sind sicher: Bis zum 31. Oktober, wenn die ersten Gäste kommen, ist alles fertig.

Tagespflege Heinsheim bis Weihnachten voll?

"Wir starten mit einer Auslastung von 75 Prozent", sagt Johannes Klopprogge: "Das ist sehr viel für einen neue Tagespflege." Und er sei zuversichtlich, dass die Einrichtung noch vor Weihnachten voll sein wird: "Das ist der Plan."

Das Gesamtkonzept scheint in alle Richtungen aufzugehen. "Die Location ist der Trumpf", sagt Johannes Klopprogge. Ohne Werbung zu machen, habe man sich das Personal aussuchen können. Ungeteilte Schichten, Arbeitszeiten von 8 bis 17 Uhr, keine Dienste in den Abendstunden oder an den Wochenenden: "Das gibt es nur in der Tagespflege", sagt Klopprogge.

Stemmen in Rekordzeit den Umbau des Heinsheimer Schlossrestaurants zur Tagespflege (von links): Bauleiter Tim Engelhardt, Diakonie-Geschäftsführer Johannes Klopprogge, Bauherr Manfred Bauer und Zimmermann David Bauer
Stemmen in Rekordzeit den Umbau des Heinsheimer Schlossrestaurants zur Tagespflege (von links): Bauleiter Tim Engelhardt, Diakonie-Geschäftsführer Johannes Klopprogge, Bauherr Manfred Bauer und Zimmermann David Bauer  Foto: Plapp-Schirmer, Ulrike

Die Küche wird gerade eingebaut, die Ziegel fürs Dach werden in der kommenden Woche erwartet, wenn auch die eigens für die Tagespflege angefertigten Möbel aus Italien eintreffen. Die Fenster für vier Wohnungen im Obergeschoss, die unabhängig von der Tagespflege entstehen, sind versprochen. Kann sein, dass Restarbeiten bleiben. Die aber haben nichts mit der Tagespflege zu tun, versichert das Team.

Manfred Bauer nennt den Bau "ambitioniert". In nicht einmal einem Jahr sei das Projekt realisiert worden. Und das sei auch nur gegangen, "weil wir gut vernetzt sind".

Herausfordernd war der Brandschutz. Im Speisesaal kam dem Maler alte Farbe entgegen: "In einem Altbau passiert halt immer noch was Unerwartetes", ergänzt Bauers Frau Jutta Ries-Müller.

Nächste Station: Schloss Heinsheim

Johannes Klopprogge und Bauherrin Jutta Ries-Müller kooperieren eng.
Johannes Klopprogge und Bauherrin Jutta Ries-Müller kooperieren eng.  Foto: Plapp-Schirmer, Ulrike

Ist der Innenausbau geschafft, geht es an die Außenanlage, erklärt Bauleiter Tim Engelhardt, der zusammen mit Zimmermann David Bauer zu den Jungen im Team gehört. Die Restaurant-Terrasse wird im kommenden Frühjahr gerichtet. Dann geht es Richtung Schloss, wo aus den ehemalige Hotelzimmern ebenfalls Wohnungen werden.

Ein Generationenprojekt ist das, was auf dem Heinsheimer Schlossgelände gerade entsteht.

Bei der Familie Bauer sind die Kinder schon mit im Boot. Man sei zusammengewachsen, sagt Bauleiter Tim Engelhardt über die Kooperation von jüngeren und älteren Handwerkern: "Da bin ich sehr stolz drauf."

Johannes Klopprogge als Mieter ist ebenfalls zufrieden. Personal ist eingestellt und wird ab Mitte Oktober in die Einarbeitungsphase gehen. "Wir sind gut vorbereitet, wenn die Gäste kommen", sagt Klopprogge und erklärt: "Das wird keine klassische Tagespflege, wie man sie kennt."

Neues, offenes Konzept

In Heinsheim entsteht ein offenes Konzept, in das unter anderem auch die örtlichen Vereine mit eingebunden werden. Die Gäste entscheiden selbst, ob sie sich an die Bar setzen, im Musikzimmer ihr Instrument spielen oder im Salon Zeitung lesen. "Das gibt es soweit ich weiß so nirgends", sagt der Geschäftsführer der Sozialstation.

Das Interessante sei, "dass wir gar nicht so viele Anmeldungen von dementiell Erkrankten haben". Es seien vielmehr "die Fitteren", die nach Heinsheim kommen. Ist der Betrieb angelaufen, will das Team der Tagespflege nach und nach Ideen umsetzen. Und die reichen vom Hochbeet im Garten bis zu Demenz-Gottesdienste in der Kapelle.

 
Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben