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Bad Herrenalb

Gartenschau: Was Eppingen für 2021 lernen kann

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Die machen das gut, und wir können uns einiges abschauen: Das ist der erste Eindruck der Verantwortlichen im Eppinger Rathaus von der laufenden Gartenschau in Bad Herrenalb. Eppingen ist 2021 an der Reihe.

Wo gibt es Parallelen? Was ist nicht vergleichbar? Wir haben uns der Schau im Nordschwarzwald, die noch bis zum 10. September geöffnet ist, mit der Eppingen-Brille genähert.


Dreiteilung: Das Gartenschaugelände in Bad Herrenalb besteht aus drei Teilen: Schweizerwiese, Kurpark und Klosterviertel. Analog wird das auch in Eppingen sein, wo die Gärten am Bachwegle, die Bahnhofswiesen und Anlagen nördlich der Altstadt den Dreiklang bilden - und die Frage aufwerfen, wie man die Übergänge gestaltet.

Übergänge: Wer in der Schwarzwaldstadt von einem Teil in den anderen will, muss durch Tore und dann über Straßen. "Das wird bei uns auch so sein", erklärt Eppingens Bürgermeister Peter Thalmann, der sich am Donnerstag vor Ort einen Eindruck verschafft hat. Für ein Problem hält er das nicht. Eine wichtige Gelenkfunktion kommt dem Kleinbrückentorplatz in Eppingen zu. Dort ist es nicht gelungen, alle privaten Parkplatzflächen einzubinden. Es wird während der Schau eine Zufahrt bleiben, was manchem im Gartenschauausschuss missfällt. "Es bleibt genug Platz", ist Thalmann überzeugt. Klar ist aber : Auch der Übergang zum Bachwegle neben dem Café Geier ist ein Nadelöhr, für das Lösungen gefunden werden müssen. Das steht in den nächsten Ausschusssitzungen an.

Wasser im Fokus: Ein vorher in einen Kanal eingezwängtes Gewässer bekommt sein natürliches Bett zurück, Besucher gelangen über Treppen direkt ans Wasser: Das ist eine Konstante der Gartenschauen, sei es in Mühlacker vor zwei Jahren oder jetzt in Herrenalb. Ein Unterschied: "Das ist Gebirgswasser, es fließt schneller und ist natürlich klarer ", sagt Thalmann mit Blick auf das Flüsschen Alb. Die Elsenz kommt immer mal wieder wegen hoher Nitratwerte ins Gespräch. Für das Motto "Wasser erleben" wird das aber voraussichtlich kein Problem darstellen. Auch beim großen Stadtteich, einem der Kernpunkte des Eppinger Konzepts, scheinen die größten Probleme umschifft. Der Weiher wird sich aus Grundwasser speisen, die Elsenz führt daran vorbei.

Einbindung der Altstadt: Das ist aus Peter Thalmanns Sicht in Herrenalb vorbildlich gelungen: "Das Klosterviertel ist dort ja die Altstadt, es ist durch den Rundweg hervorragend eingebunden." Das muss in Eppingen auch gelingen, die Stadt soll Teil der Schau werden, auch wenn natürlich nur die zentralen Grünflächen eingezäunt und kostenpflichtig sein werden.

Bürgerbeteiligung: "Anfangs waren einige skeptisch", räumt Herrenalbs Orga-Chefin Sabine Zenker ein. "Dann aber gab es eine Welle der Begeisterung." Für sie ist das auch Ergebnis einer konsequenten Bürgerinformation und -beteiligung. Das freilich will gut getaktet sein. "Man muss auch den Spannungsbogen aufrechterhalten", gibt Thalmann zu bedenken, zu früh loszulegen, bringe auch nichts. Mitte 2018 steigt Eppingen wohl in die heiße Phase der Vorbereitung ein.

Budget und Preise: Das Baubudget in Bad Herrenalb umfasst zehn Millionen Euro für ein zehn Hektar großes Kerngelände - das ist fast identisch mit Eppingen. Über die Preisgestaltung für den Eintritt in Eppingen wird noch lange nicht entschieden. Bad Herrenalb liegt aber mit 13 Euro für die Erwachsenen-Tageskarte zwei Euro über Mühlacker 2015. Ginge das so weiter, läge man bei Eppingen 2021 jenseits der 17 Euro für die Einzelkarte - und nicht mehr so weit entfernt von den 23 Euro, die für die ungleich größere Bundesgartenschau in Heilbronn 2019 aufgerufen werden.

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