Europa zu Gast beim Altstadtfest
Erst bescherte kräftiger Wind dem Eppinger Altstadtfest einen stürmischen Start, dann stürmten die Besucher die größte Freiluftparty der Fachwerkstadt.

Tausende Besucher drängten sich in den Gassen, feierten zur Musik von einer der fünf Bühnen und genossen das internationale Flair, das Gäste aus Eppingens Partnergemeinden in die Stadt brachten.
Es kann nicht alles klappen. Salutschüsse, Fassanstich und der Start dutzender Luftballons in den Stadtfarben markieren gewöhnlich den Auftakt des Altstadtfests, das der Verkehrsverein mit den Vereinen alle zwei Jahre ausrichtet. Die Ballons kamen jedoch nicht weit - verheddert im Bühnengestänge, vom Wind verweht. Weit gebracht hat es Eppingen mit seinem Marktplatz. "Vor nicht allzu langer Zeit war das ein Parkplatz", erinnerte OB Klaus Holaschke in seiner Eröffnungsrede. Nach dem aufwendigen Umbau hat Eppingen seine gute Stube wieder.
Am Samstag und Sonntag wurde er in Europaplatz umgetauft. Hier hatten Delegationen aus Wassy, Epping, und Szigetvár ihre Stände aufgebaut. Über ungarischen Wein, Gulasch, kräftiges Guinness und französische Leckereien führte die kleine kulinarische Reise. Sandor Börcsök und seine Frau Marika verfolgten das Treiben begeistert, aber auch etwas erschöpft. "Wir sind mit dem Bus gekommen", erzählten die beiden. Gut 1000 Kilometer sind es von Szigetvár im Süden Ungarns nach Eppingen.
Eine 15-stündige Ochsentour, die diesmal eine 75-köpfige Delegation auf sich genommen hatte, zwei Tanzgruppen wurden zu Publikumslieblingen beim Altstadtfest. Elfriede und Heinrich Fersch verteilten am Stand des Partnerschaftsausschusses Prospekte über die touristischen Reize Ungarns. Immer zum Zrinyi-Fest, Szigetvárs Pendant zur Altstadtsause, steht der Gegenbesuch an. "Da sind richtige Freundschaften entstanden." Und das Altstadtfest ist ein Pflichttermin als Treffen unter Freunden, unterstrich Agnes Mayer, die eine Folkloregruppe anleitete: "Das ist einfach eine tolle Veranstaltung."
Das würden die Vereine unterschreiben, die 50 Stände aufgebaut hatten und somit die Hauptrolle spielten. Der besondere Reiz des Fests der Klubs ist zugleich ein Problem. "Es wird immer schwerer, Helfer zu finden", klagte Eveline Vögeli von der Gemminger Gruppe Trotz Behinderung aktiv.
Kraichgau DJ Michael Schröder, der von seinem Podest am alten Marktplatz den besten Überblick hatte, kennt das Problem als Vorstandsmitglied des VfB nur zu gut: "Die jungen Leute wollen selbst über das Fest laufen." Das Altstadtfest zu stemmen, sei "ein Riesenaufwand". Es ist aber auch eine ordentliche Werbung. "Man kann auf sich aufmerksam machen", zeigte sich Uwe Petri vom Deutschen Alpenverein zufrieden. Am DAV-Stand gab es ein Schätzspiel. Wie viele Kronkorken klappern in der riesigen Glasflasche? 200, 300 oder 500? Jedenfalls nur ein Bruchteil der Kronkorken, die beim Fest anfielen.
Ab 21 Uhr war kaum noch ein Durchkommen. Vor der Bühne am Marktplatz drängten sich die Besucher beim Auftritt von Deutschrocker Cris Cosmo. Als Einheizer ganz vorne dabei: die Tanztgruppe aus Ungarn. "Sie zeigen uns, wie man Party macht", scherzte der Sänger. Der Rest der Menge kam schnell in Bewegung. Dass sie nicht feiern können, müssen sich die Eppinger wirklich nicht vorwerfen lassen.
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