Erzählen, sich helfen und mit anderen zusammen sein
Das Zimmerhofer Frauenfrühstück hat sein fünfjähriges Bestehen gefeiert - Fast wäre mit den Treffen aber bereits nach einem Jahr Schluss gewesen
Heidi Klein ist froh, dass es das Frauenfrühstück gibt. "Ohne das Treffen hätten sich viele Frauen nicht kennen gelernt und befreundet", weiß die 71-Jährige, die seit Anfang an dabei ist und mit anderen Frauen die Dienstagstreffen im Bürgerbüro organisiert. Sicher, sagt Klein, es gibt einen Bürgerverein im Bad Rappenauer Stadtteil, aber für Seniorinnen? "Da ist das Frauenfrühstück eine gute Sache." Die Runde kommt seit fünf Jahren zusammen, und das haben sie nach dem Gottesdienst in der Sporthalle am Pfingstmontag gefeiert.
Beinahe wäre nach einem Jahr Schluss gewesen, erzählt Klein. Die damalige Projektvikarin Petra Hartmann-Wehrspohn rief das Treffen ins Leben. Jedoch gab's für ihre Stelle kein Geld mehr. Sie ging. "Dann haben wir das Treffen selbst in die Hand genommen", schildert Heidi Klein. Zwischen acht und zehn Frauen kommen zurzeit.
Erzählen, reden, mit anderen zusammen sein. Für Klein sind dies die wichtigsten Funktionen des Frühstücks, denn einige der derzeit zwischen 50- und 80-Jährigen leben allein. Klatsch und Tratsch - darum gehe es freilich nicht. Die Frauen helfen, sie unterstützen sich: Wie kommt man am besten zu einer bestimmten Stelle in Heilbronn? Welcher Arzt ist zu empfehlen? Nina Seel aus der Gruppe weiß: "Man kann sich auch Klagen erzählen."
Die Frauen sind ebenso unterwegs. Einmal im Jahr besichtigen sie Unternehmen - wie etwa Südzucker. Auch geht's auf Ausflüge. Beispielsweise haben sie Rothenburg im Advent besucht. Sie verstehen sich als überkonfessionelle Gruppe - obwohl das Treffen zu Beginn über die evangelische Vikarin zusammengekommen ist, die Kirche Teile der Einrichtung bezahlt hat und die Frauen noch ab und zu mit einem Bus umherfährt.
Seit Anfang an dabei ist auch Helene Finke. Sie kommt vor allem, um Freunde zu treffen. Und das will sie jeden Dienstag machen. "Es tut mir richtig Leid, wenn ich einmal nicht gehen kann", bedauert sie.
Zum Frühstück sind bereits jüngere Frauen gekommen. 30-Jährige waren dabei, doch die arbeiten nun und haben keine Zeit. Gern würde Klein wieder Jüngere in der Runde sehen. Doch sie weiß: Die Interessen seien wohl zu unterschiedlich. "Wir reden über Patientenversorgung, die über Kinderkrankheiten."
InfoDas Frauenfrühstück trifft sich dienstags, 9.30 Uhr, im Zimmerhofer Bürgerbüro. Es kostet 1,50 Euro.
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