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Eppingens Digitalpakt für die Schulen: Millionen Euro für Computer, Beamer und Co.

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Eppingens Verwaltungsausschuss würdigt den Abschluss des Digitalpakts Schule. Fast zwei Millionen Euro investiert die Stadt mit staatlicher Unterstützung in die digitale Bildungslandschaft.

Selma-Rosenfeld-Schule in Eppingen: Die weiterführenden Schulen wurden nach den individuellen Medienentwicklungsplänen ausgebaut.
Selma-Rosenfeld-Schule in Eppingen: Die weiterführenden Schulen wurden nach den individuellen Medienentwicklungsplänen ausgebaut.  Foto: Kühl

Eppingen investiert rund 1,9 Millionen Euro in die Digitalisierung der Schulen. Rund 1,3 Millionen Euro, das sind 80 Prozent der Ausgaben, werden im Rahmen des Digitalpakts Schule bislang staatlich gefördert. Das hat Jessica Wells, die Sachgebietsleiterin Bildung bei der Stadt Eppingen, dem Verwaltungsausschuss jüngst vorgetragen. Das Förderprogramm wird durch vier Zusatzvereinbarungen erweitert. Eine davon hat die Stadt dazu in die Lage versetzt, zwei IT-Spezialisten, die sich allein um die Schulen kümmern, zu finanzieren.

Laut Jessica Wells läuft der Digitalpakt Schule bis Ende dieses Jahres. Während der Corona-Pandemie war der Digitalpakt um ein Leihgeräte-Sofortprogramm erweitert worden. Der Stadt Eppingen wurde dazu ein Budget von rund 280.000 Euro zugestanden. Davon schaffte die Schulverwaltung 346 Notebooks, 81 Tablets, elf Raumkameras sowie zwölf Mikrofone an. Die Geräte werden in den Schulen weitergenutzt.

Wofür Eppingen das Fördergeld aus dem Digitalpakt Schulen verwendet

Ebenfalls der Pandemie geschuldet ist das Zusatzprogramm "Stärker aus der Krise", das einerseits Maßnahmen zur Luftverbesserung in den Klassenräumen fördern sollte, aber auch das Ziel hatte, die Qualität des Homeschoolings mit neuen Geräten zu verbessern. In dem 90 000-Euro-Paket waren unter anderem CO2-Ampeln, Tablets und Notebooks enthalten.

Im Januar 2021 wurden Eppingen dann etwa 130.000 Euro zur Verfügung gestellt, um mehr als 200 Notebooks und Tablets für Lehrkräfte anzuschaffen. Als wichtigste Errungenschaft aus dem Digitalpakt Schule werten Verwaltung und Mitglieder des Ausschusses nun die Festanstellung von zwei IT-Spezialisten für die Schulen. "Sie können kurzfristig einspringen, wenn wir sie irgendwo an der Schule benötigen", verdeutlicht Jessica Wells einen Vorteil. Bisher musste die Stadt auf externe Fachfirmen zurückgreifen.

Was die Mitglieder des Eppinger Verwaltungsausschusses am Digitalpakt Schule kritisieren

"Unsere Spezialisten können sich aber auch um langfristige Projekte kümmern", so Wells. Problem an der Sache: Die Finanzierung des Digitalisierungsprogramms ist nach Ablauf der Förderung ungewiss. "Das Problem wird kommen, wenn der Digitalpakt ausläuft", schätzt die Sachgebietsleiterin Bildung ein. In ein paar Jahren werde die Erneuerung der IT anstehen.

Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses würdigen die Anstrengungen der Rathausmitarbeiter, sich effektiv um Fördermittel zu bemühen, kritisieren aber die mangelnde Nachhaltigkeit des Programms. Klaus Scherer von der CDU sagt: "Erst wird man angefüttert mit Fördergeldern, und dann bleibt man im Regen stehen."

Scherer fordert Antworten, wie es mit der Finanzierung weitergeht. Ähnlich argumentiert Peter Wieser von den Grünen: Man müsse Kommunen mit den nötigen Mitteln ausstatten, fordert er, und könne nicht sagen, "jetzt gibt es einmalig Geld und dann schaut man mal, wie es weitergeht". Für den Stadtrat ist Medienbildung eine Herausforderung der Zeit. Als Beispiel nennt Wieser, die Schüler gegen Fake News zu sensibilisieren, "gegen Dinge, die viral gehen, Blasen im Netz, die sich gegenseitig bestärken". Er hoffe, dass in Land und Bund die Einsicht reife, "dass man das Ganze längerfristig unterstützen muss".

Wie ein pensionierter Lehrer den Digitalpakt beurteilt

Jörg Haueisen von den Freien Wählern sagt, das Geld sei hier richtig gut investiert. Er begrüßt, die IT-Fachleute fest eingestellt zu haben. Es sei ein Vorteil, verlässliche und kontinuierliche Ansprechpartner für Digitalfragen an den Schulen zu haben. Reinhard Ihle von der SPD lobt die Verwaltung, dass sie die Förderanträge zum richtigen Zeitpunkt eingereicht hat. Ein Lob ging auch an den Gemeinderat, der die Kofinanzierung mitgetragen hat.

Eigene Schul-IT-Kräfte? Das finde man nicht häufig an Schulen, so der pensionierte Lehrer: Früher habe man externe Betriebe beauftragt, das müsse man nun gegenrechnen. "Wie weit werden die Lehrer mitgenommen und geschult?", will der SPD-Mann wissen. Damit legt er bei Oberbürgermeister Klaus Holaschke den Finger in die Wunde. "Es muss endlich mal geklärt werden, wer welche Aufgabe mit welchen Mitteln zu bestreiten hat", erklärt der OB mit Blick auf die Landes- und Bundespolitik.

Wie lange die Mittel noch abrufbar sind

Mit dem Förderprogramm "Digitalpakt Schule 2019 bis 2024" soll die Leistungsfähigkeit der digitalen Infrastruktur an Schulen gestärkt werden. Über das Programm werden vor allem Investitionen in den Aufbau digitaler Infrastruktur von Schulen gefördert. Für dieses Programm sind seitens der Verwaltung sämtliche Förderanträge fristgerecht gestellt und genehmigt worden. Zwischenzeitlich sind auch die Medienentwicklungspläne aller Schulen durch das Landesmedienzentrum genehmigt worden, so dass die Verwendungsnachweise zum Abruf der Fördermittel nach Abschluss aller Investitionsmaßnahmen für jede Schule gefertigt werden können. Die Verwendungsnachweise für die Schulen werden nach und nach erstellt, um die reservierten Mittel bis zum Jahresende 2024 abzurufen.

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