Eppingen schafft neuen Wohnraum auf dem Acker am Stadtrand
Der Eppinger Gemeinderat hat mit mehrheitlicher Zustimmung den Weg für das neue Baugebiet Zylinderhof 4 geebnet. Das Projekt hält die Verwaltung für dringend nötig, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Doch es gibt auch Bedenken gegen das Vorhaben.

Wohnraum wird in Eppingen nach wie vor dringend benötigt. Vor diesem Hintergrund hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den ersten Schritt zur Entwicklung des Wohngebiets Zylinderhof 4 getan. Erschlossen werden soll ein bislang landwirtschaftlich genutztes Areal am Ortsausgang in Richtung Adelshofen auf der rechten Seite. Die noch freie Fläche linker Hand, bezeichnet als Zylinderhof 3, ist in der Planung schon weiter. Der Gemeinderat hatte in seiner Maisitzung den Verkauf von acht Grundstücken an drei Projektentwickler auf den Weg gebracht. Vereinbart ist die Bereitstellung von Wohnungen nach sozialen Maßgaben.
Welche Gründe gegen das Projekt die Grünen sehen
Der Gemeinderat hat nun ein Bebauungsplanverfahren für den Zylinderhof 4 eingeleitet. Zu Beginn der Aussprache äußerte Peter Wieser von den Grünen grundsätzliche Bedenken gegen das Projekt. "Wir sind dagegen, das Verfahren voranzutreiben", so der Fraktionsvorsitzende. Der Immobilienmarkt sei gerade in Bewegung. "Wir brauchen auch eine Reserve für die Zukunft", so Wieser. Mit der Entwicklung außerhalb der heutigen Stadtgrenze nähme die Stadt den Druck raus, im Inneren zu sanieren. "Außerdem stoßen wir jetzt schon mit den Kitaplätzen an unsere Kapazitätsgrenzen."
Warum die Entwässerung in die Debatte geworfen wird
Hartmut Kächele, Fraktionsvorsitzender der SPD, befürwortete dagegen den Ausbau. Er regte an, auch im Zylinderhof 4 über sozialen Wohnungsbau nachzudenken. Oberbürgermeister Klaus Holaschke betonte die Notwendigkeit, Wohnraum zu schaffen. Außerdem sei die Stadt mit dem Kauf von Grundstücken bereits in Vorleistungen gegangen. Der OB verwies zudem auf die jahrelange Verfahrensdauer: "Wir müssen jetzt schon Schritte der nächsten Entwicklung gehen." Bürgermeister Thalmann schaltete sich mit einem technischen Argument in die Diskussion ein. Demnach sei die Entwicklung des Gebiets Zylinderhof 4 allein deshalb schon notwendig, weil das Gebiet Zylinderhof 3 darüber entwässert werden soll.
Mit welchem Wachstum gerechnet wird
Wie die Verwaltung in der Beschlussvorlage mitteilt, wächst die Einwohnerzahl der Stadt Eppingen kontinuierlich, in den vergangenen zehn Jahren allein um 5,5 Prozent. Zum Vergleich: Im Landkreis Heilbronn beträgt die Wachstumsrate 7,5 Prozent. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist zwischen 2010 und 2020 um etwa 35 Prozent gestiegen. Das statistische Landesamt geht von weiterem Bevölkerungswachstum aus.
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