Einkaufsstandort Sinsheim wird neu geordnet

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Der Gemeinderat gibt Widerstand gegen Supermärkte an der Neulandstraße auf - Kaufland-Ableger muss aber noch warten

Von Annette Gast-Prior
Auf dem früheren Badenwerkareal an der Strombergstraße in Sinsheim soll ein neuer Minimal-Einkaufsmarkt entstehen, der jetzige Markt in der Neulandstraße wird künftig Penny beherbergen. (Foto: Annette Gast-Prior)
Auf dem früheren Badenwerkareal an der Strombergstraße in Sinsheim soll ein neuer Minimal-Einkaufsmarkt entstehen, der jetzige Markt in der Neulandstraße wird künftig Penny beherbergen. (Foto: Annette Gast-Prior)

Nachdem sich der Gemeinderat für neue Einkaufsmärkte und Verlagerungen im bestehenden Angebot entschieden hat, müsse die Stadt jetzt zusammen mit Regierungspräsidium und Regionalverband die Planungsvoraussetzungen schaffen, kommentiert erster Bürgermeister Achim Keßler.

Die Beschlüsse des Gemeinderats vom Dienstag leiten umfassende Veränderungen für das Einkaufen in Sinsheim ein. Sie werden, so Oberbürgermeister Rolf Geinert, Auswirkungen auf Innenstadtentwicklung, Verkehr und Städtebau haben.

So wird der bestehende Markt der Kette Minimal in der Dührener Straße einem Parkhaus mit 200 Stellplätzen weichen. Eine Lösung, die alle Fraktionen begrüßten.

Der jetzt dort ansässige Minimal-Markt zieht an die Stelle des jetzigen Pennymarkts in der Muthstraße, wo eine Linksabbiegerspur und ein Radweg geplant sind. 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche und 200 Parkplätze sollen dort entstehen. Einen Pennymarkt will die Rewe-Gruppe in der Neulandstraße ansiedeln, wo sie derzeit einen miniMal-Markt unterhält. Dieser zieht auf das ehemalige Badenwerk-Areal an der Strombergstraße und soll 3000 Quadratmeter groß werden. Dem Geländeverkauf hat der Gemeinderat zugestimmt.

Für die Ansiedlung eines Kaufland-Markts mit einer Verkaufsfläche von 4000 bis 4500 Quadratmetern auf dem ehemaligen Grundstück der Firma Edel in der Neulandstraße gab der Gemeinderat noch kein grünes Licht. Dem CDU-Antrag, vorab die Verkehrssituation zu klären, stimmte der Rat mit 23 zu 16 Stimmen zu.

Vorgesehen ist, eine Verbindung zwischen der Neulandstraße und der B 39 zu schaffen, für die Lidl & Schwarz Flächen abgeben würde. Vorab will der Rat aber Klarheit über den Verlauf der so genannte Osttangente, die das Wiesental und die Bahnlinie queren muss. Einmal mehr diskutierte das Gremium die Befürchtung, ein Non-Food-Angebot im Kaufland könne zu umfangreich ausfallen und dem Einzelhandel in der Innenstadt schaden. Die Stadtverwaltung will sich dagegen absichern, indem sie vertraglich ein so genanntes Shop-in-Shop-System ausschließt.

Generell begründete die Ratsmehrheit ihre Kehrtwende vom bisherigen Prinzip als notwendig. Auf den Punkt brachte es Helmut Göschel (SPD): "Unser Ziel war, die Kernstadt vor Auszehrung zu schützen. Das ist nicht erreicht." Der Lebensmitteleinzelhandel sei trotzdem aus der Innenstadt verschwunden. Dort wird Minimal künftig ein Magnet sein, in der Peripherie Kaufland, beschreibt Keßler die beabsichtigte Versorgung und ist überzeugt: "Unser Hinterland ist so groß, dass Kaufland hier wird leben können."

Kritisiert hatten die Räte, dass ein Gutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) bei Beschlussfassung noch nicht vorlag. Laut der Studie ist Sinsheim "deutlich unterversorgt" und kann noch 9000 Quadratmeter Verkaufsfläche verkraften.

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