Ein Generationenwechsel zeichnet sich jetzt schon ab
Nach der Renovierung der Räume im Grundschulkeller stehen in Hüffenhardt Neuwahlen beim Jugendtreff an - Eltern mit in Verantwortung nehmen
Nicht nur die 13 Jahre alte Daniela aus Hüffenhardt ist froh, dass im Jugendraum wieder etwas geboten wird. Seit Beginn der Sommerpause sind die Jugendlichen privat, im Freien oder in der einzigen Musik-Kneipe im Dorf zusammen gekommen. "Man kommt ja ohne Auto nicht aus Hüffenhardt raus", sagt Benni, 17, der freudig begrüßt wird.
"Freunde treffen", ist ein wichtiger Aspekt für die Jugendlichen, die zur Wiedereröffnung gekommen sind. Zusammen mit Bürgermeister Bruno Herberich und vier Vertretern des Gemeinderats haben sie am Wochenende den Treff-Auftakt im neuen Jahr gefeiert. Ein symbolischer 400-Euro-Scheck belegt, dass die Gemeinde sich auch finanziell an den jüngsten Arbeiten beteiligte.
Außerdem können sie auf einen Landeszuschuss von 1200 Euro zurückgreifen, der über den Jugendhilfeverein bereitgestellt wurde. Noch sind keine neuen Räume für die Jugend in Hüffenhardt gefunden.
Nach einer Alternative zur Grundschule sucht man aber weiterhin. Die aktiven Jugendlichen haben in den zurückliegenden Monaten ihre handwerklichen Fähigkeiten eingebracht und Wände verputzt oder verkleidet, die Toiletten renoviert, gestrichen, eine Spüle eingebaut und die Bar instandgesetzt. Obwohl er schon im vorigen Jahr zurücktreten wollte, hat Heiko Dietrich bei den Arbeiten noch einmal Regie geführt. Nach siebeneinhalb Jahren im Vorstand ist ihm der Treff ans Herz gewachsen, sagt er.
Wenn nach Fasching ein neues Führungs-Team gewählt wird, wird der 23-Jährige an der Seite von Kreisjugendpfleger Rainer Wirth die Wahlen organisieren. "Engagierte Leute sind da", weiß Dietrich. Die Neuen werden sicher unter 18 sein. "Da sollten auch die Eltern dahinter stehen", sagt er aus Erfahrung. Denn Vorstand zu sein bedeute auch Verantwortung zu übernehmen. Motivation, wenn sich Lustlosigkeit einstellt oder Rückendeckung in schweren Zeiten nötig ist.
Steht das neue Vorstandsteam, will auch Bruno Herberich die Eltern der Jugendlichen einladen - auch zur Information darüber, was er nicht leisten kann. "Die Eltern sind nicht aus der Verantwortung, wenn die Gemeinde einen Jugendtreff anbietet", machte er im Gespräch mit einem Vater klar, der der Einladung zur Wiedereröffnung gefolgt war. Noch habe man vor Ort keine Probleme mit Drogen oder Alkohol gehabt. Auch die Satzung steht bei Neuwahlen zur Überarbeitung an, die Kandidaten sollen sich vorstellen und ihre Ideen für Aktivitäten einbringen. Die Jugendlichen wollen wieder den Kinderflohmarkt zur Kerwe organisieren; die Helfer der jüngsten Straßenfeste planen einen gemeinsamen Ausflug. Der Treff in Hüffenhardt hat mittwochs von 19 Uhr bis 21.30 Uhr geöffnet, freitags von 19 Uhr bis 24 Uhr.
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