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Siegelsbach

Die Firma von Bernd Widmann fertigt die Fassade für die neue Sporthalle in Siegelsbach an

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Knapp elf laufende Kilometer Balken aus Weißtanne lagern seit rund zwei Wochen im Holzbaubetrieb von Bernd Widmann. Wenn alles gut geht und das Wetter mitmacht, sollen sie bis Ende des Jahres die Fassade der neu gebauten Sporthalle bilden.

Mit einem Saugheber, der mit Unterdruck funktioniert, werden alle Fassadenelemente aus der Schablone gehoben.
Fotos: Elfi Hofmann
Mit einem Saugheber, der mit Unterdruck funktioniert, werden alle Fassadenelemente aus der Schablone gehoben. Fotos: Elfi Hofmann  Foto: Hofmann, Elfi

"Aktuell bereiten die Kollegen die Dämmung vor", sagt Widmann, der alleine in der großen Abbundhalle steht. Um ihn herum stapelt sich das graue Holz, das mit einer leicht glitzernden Spezialbeschichtung behandelt wurde. Im Hintergrund steht noch eine Wand für ein Fertighaus. Doch inmitten dieses für Laien scheinbare Chaos" behält der erfahrene Zimmermann den Überblick. Die meisten der 4,10 Meter langen Latten hat er bereits miteinander verleimt, damit sie ihre gewünschte Endlänge von 8,20 Meter erreichen. 20 einzelne Holzstücke ergeben ein Fassadenelement.

Dank einer Unterkonstruktion sieht man keine Schrauben

Um die Latten gleichmäßig miteinander zu verschrauben und ein einheitliches Bild zu erzeugen, hat Widmann eine Schablone konstruiert. In deren Zwischenräume wird das Holz gelegt und von einer Seite mit einer Unterkonstruktion aus Fichte verschraubt. "So sieht man dann später keine Schrauben, wenn man auf die Fassade blickt", erklärt der Fachmann. Die Holzstücke sind leicht angeschrägt, damit Regenwasser besser ablaufen kann.

Wenn Bernd Widmann ein Element fertig verschraubt hat, hebt er es mit einem Saugheber aus der Schablone. Wenn die einzelnen Teile dann zur Sporthalle transportiert wurden, kommt der Heber wieder zum Einsatz. "Diesmal aber von der Vorderseite, weil ja die Rückseite mit dem Gebäude verbunden wird", erläutert Widmann. Während dieses Arbeitsschritts bleibt das Gerüst stehen: "Da ist genug Raum."

Schwarze Folie kommt zwischen Gebäude und Holz

Bis es soweit ist, müssen die vier Seiten des Gebäudes noch vorbereitet werden. Über die Dämmung wird eine schwarze Fassadenbahn gelegt. Die Außenwände müssen am Ende ganz gerade sein, denn kleine Abweichungen würden sich nach einigen Metern auch optisch bemerkbar machen. Durch die Lücken sieht man dann nur noch die schwarze Folie, so der Plan.

Die einzelnen Balken werden mit einer Unterkonstruktion aus Fichtenholz verschraubt. Damit alles einheitlich ist, hat Bernd Widmann eine Schablone angefertigt.
Die einzelnen Balken werden mit einer Unterkonstruktion aus Fichtenholz verschraubt. Damit alles einheitlich ist, hat Bernd Widmann eine Schablone angefertigt.  Foto: Hofmann, Elfi

Neben den 8,20 Meter langen Elementen bereitet Bernd Widmann auch kleinere Teile vor. "Für eins brauche ich ungefähr zehn Minuten", sagt er. Die Vorbereitung sei - wie eigentlich fast immer - der eigentliche Aufwand gewesen. "Für die Schablone haben wir einen ganzen Tag benötigt."

Mit vier Mitarbeitern soll die Konstruktion noch vor Weihnachten montiert werden. Eine Seite pro Tag steht auf dem straffen Terminplan des Unternehmens. Kompliziert werde es wohl nur auf der Seite, die an den Kinderhort angrenzt.

Feinarbeiten finden vor Ort statt

Das hänge mit der Dachneigung zusammen, so Widmann, der sich allerdings gut mit dem Nachbargebäude auskennt: Beim Umbau der Kernzeitbetreuung war sein Unternehmen ebenfalls beteiligt. Vier Tage sollen die Arbeiten an der Halle insgesamt dauern. Bis dahin müssen Bernd Widmann und seine Mitarbeiter noch zahlreiche Latten verleimen und miteinander verschrauben. Die Feinarbeiten finden dann vor Ort statt. "Wenn alles montiert ist, fahren wir mit der Säge durch und passen die Längen an", erklärt Widmann die Millimeter genaue Arbeit. Dass sein Unternehmen den Zuschlag bekommen hat, freut den Zimmermann, der auch im Gemeinderat sitzt, über die Vergabe allerdings nicht abgestimmt hatte.

Auch wenn er immer versuche, die beste Qualität abzuliefern: "An der Sporthalle hängt natürlich sehr viel Herzblut dran."

 
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