Der Einmarsch der Mode-Giganten
Sinsheim: C&A und H & M wollen im Frühjahr Filialen eröffnen - Einigung mit der Hütter-Gruppe

Schon im kommenden Frühjahr sind die Eröffnungen geplant.
H&M wird als Mieter Dannheimer ablösen, der bislang sein Kaufhaus in der Bahnhofstraße betreibt. Mitten in Sinsheim greift damit die viel diskutierte Attraktivitätssteigerung für die Innenstadt. Vermieter ist die Hütter-Gruppe, in einem neuen Anbau sind bereits die Rohbauarbeiten beendet.
Auf rund 1100 Quadratmetern Verkaufsfläche wird das schwedische Modehaus sein Sortiment für Damen, Herren und Kinder platzieren: „Das könnte einen Sog ausüben in der Innenstadt“, freut sich Manfred Hütter und rechnet mit einer erhöhten Besucherfrequenz in der City.
C&A wird ins Hütter-eigene Marktplatzcenter einziehen und dort im Erdgeschoss mit seinem „Family-Konzept“ rund 900 Quadratmeter Verkaufsfläche belegen, zirka 500 Quadratmeter im Untergeschoss werden zur Schuhabteilung.
Eile ist geboten, Umbauarbeiten laufen bereits: Schon am 15. März wird Dannheimer an H&M übergeben, die Eröffnung ist auf den 27. April terminiert. „Mitte bis Ende Mai“ sieht Peter Hütter, Geschäftsführer des Immobilienzweigs der Hütter-Gruppe, die Eröffnung von C&A. Dann wird im zweiten Obergeschoss das Glas- und Porzellan-Sortiment der Firma Gauss weitergeführt, Textilien höherpreisiger Marken bietet Hütter im ersten OG an. „Wir setzen uns eine Laus ins eigene Fell“, kommentiert der Senior selbstironisch, stolz ist er auf seinen Sohn Peter: Nach vielen Verhandlungen war es diesem gelungen, die beiden Modehäuser für Sinsheim zu gewinnen.
„Die gehen sonst nicht in Städte unter 60 000 Einwohner“, erläuterte Peter Hütter anlässlich eines Pressegesprächs. „Beide Firmen werden nicht nach Eppingen, Rappenau oder Weinheim gehen“, stellte sein Vater klar, sparte aber auch nicht mit Kritik: „Der Gemeinderat erzwingt unsere Entscheidung“, blickte er auf die vom Sinsheimer Einzelhandel mit Sorge verfolgten Ansiedlungspläne für ein Kaufland in der Neulandstraße: „Gesellschaftspolitisch nicht vertretbar“ nannte er es „auf Masse und billig zu gehen“, Arbeitsplätze brächten nur Dienstleistung und Service. Der gute Fachhandel mache erst den guten Ruf einer Stadt aus. Oberbürgermeister Rolf Geinert hofft, die neuen Anbieter haben auch Magnetwirkung auf andere Einzelhändler.
„Mehrere Millionen“ investiert Hütter, erfüllt exakte Ausbauwünsche und geht, so Hütter Junior, Risiken ein: Die neuen Mieter behielten sich vor, nach fünf Jahren aus ihrem Mietvertrag auszusteigen. Mit dem Kauf des ehemaligen Finanzamts und des so genannten Hagner-Baus an der Ecke Muthstraße / Friedrichstraße, wo die Stadt einen Kreisverkehr einrichten will, sicherte sich Hütter Flächen für Parkplätze. 100 zusätzliche Stellplätze fordert allein C&A.
Geinert lobte Hütters unternehmerisches Engagement und sicherte die Unterstützung der Stadt zu: „In die Höhe“ oder jenseits der Friedrichstraße Parkplätze zu schaffen sei denkbar, „die Gespräche laufen auf Hochtouren“.
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