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Gemmingen

Container für 22 Flüchtlinge in Gemmingen genehmigt

  
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Das Landratsamt will in der Ziegeleistraße Container aufstellen, um 22 Flüchtlinge unterzubringen. Der Gemeinderat hat am Donnerstagabend dem Bauantrag zugestimmt. Ob tatsächlich Asylbewerber auf dem Grundstück einziehen, ist damit allerdings noch nicht entschieden.

Von Tanja Ochs

„Heute geht es nur um den Bauantrag“, betonte Bürgermeister Timo Wolf. Er will die Entscheidung von den ehrenamtlichen Helfern abhängig machen. Sollten die Vertreter der Bürgerinitiative Integration Gemmingen und Stebbach „nicht mitziehen“, werde er das Landratsamt bitten, die Maßnahme nicht umzusetzen, so Wolf. Rund 30 Ehrenamtliche kümmern sich derzeit um die knapp 70 Flüchtlinge, die in der Kommune leben. „Die Freiwilligen sind die Basis der Unterbringung“, erklärte Timo Wolf. Seinem Gemeinderat empfahl er dennoch, dem Bauantrag zuzustimmen. „Er ist genehmigungsfähig“, erklärte er auf Anfrage von Gemeinderat Marcel Krepp (CDU).

Die Kommune hat bereits drei Standorte. Die Leute seien willkommen und würden sehr gut betreut, betonte Klaus Weidelich (CDU). „Das läuft bei uns so gut, weil die Flüchtlinge in normaler Bausubstanz leben“, erklärte Klaus-Peter Reimold (CDU). Das sei die bestmögliche Lösung. Container hingegen könnten sich zum „sozialen Brennpunkt entwickeln“, befürchtete Friedemann Günther (SPD). Er lehne Container ab und enthielt sich schließlich auch als Einziger bei der Entscheidung über den Bauantrag. Dieter Sorg (SPD) meinte: „Ich sehe keinen großen Unterschied zu festen Gebäuden.“ Der Standort hingegen sei nicht optimal, stimmte er zu.

Bürgermeister Wolf betonte: „Die Container sind neuwertig“. Sie wurden von der Metallwarenfabrik in deren Hof bislang als Büros genutzt. Elf Einheiten sind für jeweils zwei Personen vorgesehen plus Gemeinschaftsraum, Küche und Sanitärbereich. Sind die Ehrenamtlichen bereit, die Betreuung zu übernehmen, werden rund 22 Menschen dort einziehen. Wolf betonte, er werde die Bürgerinitiative einbeziehen. Auch mit dem Landratsamt setze er auf ein „kooperatives Miteinander“, erklärte der Bürgermeister.

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