Bürger bevorzugen breitere Parkplätze
Verwaltung informiert über Parkhauspläne − Baustart noch in diesem Jahr

Wie lange die Vorgeschichte des Parkhauses an der Eppinger Wilhelmstraße schon andauert, kann selbst Oberbürgermeister Klaus Holaschke nicht genau sagen. Unbestritten sei aber das Defizit an Parkplätzen in der Innenstadt. Bei der dritten Bürgerversammlung zum Thema Parkhausbau informierte die Verwaltung erneut über mögliche Varianten.
Drei Vorschläge hat das Karlsruher Ingenieurbüro Obermeyer eingehender untersucht. Der Gemeinderat hat die Pläne bereits beraten, eine endgültige Entscheidung soll noch im April fallen. Baustart soll noch in diesem Jahr sein. Rund 100 Bürger nutzten die Informationsveranstaltung, darunter zahlreiche Stadträte und Mitglieder der Bürgerinitiative (BI). Die hatte einen eigenen Vorschlag für das Parkhaus unterbreitet, in dem die Süßmosterei stehen bleibt. "Die Sanierungskosten für das Gebäude sind in den Baukosten aber noch nicht einberechnet", warnte Architektin Nicole Oberberger. BI-Vertreter Helmut Theessen wies hingegen erneut auf die Kosten für die erste Planung hin, die im Juli vom Gemeinderat gestoppt wurde. Das sei "längst abgearbeitet", entgegnete Holaschke und betonte: "Jede Planung braucht einen Fachplaner." Die Stadt hatte sich wegen der Kostenexplosion vom ersten Planer getrennt und das Büro Obermeyer beauftragt.
Ebenen Architektin Oberberger stellte die Parkhausvarianten vor. Die Idee der BI sei mit 18 886 Euro pro Stellplatz die teuerste. Der Plan sieht drei Einfahrten vor, die Parkebenen sind nicht miteinander verbunden und das Gebäude ist nicht erweiterbar. Anders die Varianten drei und vier, für die die Süßmosterei abgerissen werden muss. Die Systembauweise spart Kosten und ermöglicht eine Vergrößerung.
Die Besucher sprachen sich mehrheitlich für Variante vier aus: "Die bietet städtebaulich viel mehr Möglichkeiten", sagte Werner Förster. Dieses Parkhaus würde 225 Stellplätze mit einer Breite von 2,50 Meter bieten, jeder für 17 200 Euro. Die Breite sei allerdings noch nicht entschieden, betonte Holaschke. Der Gemeinderat werde nochmals diskutieren. Das Standardmaß wäre bei einer Fahrspurbreite von sechs Metern ausreichend, so der OB. Es gebe allerdings auch ein Votum für 2,70 Meter Breite. "Das gehört zur Akzeptanz in einer Einkaufsstadt", argumentierte Frank Stroh. Man müsse die demografische Entwicklung berücksichtigen, ältere Menschen bevorzugen breitere Stellflächen. Fahrschullehrer Gerhard Grolig, der ebenfalls für Variante vier plädierte, stimmte zu. Gerade ältere Leute würden aus Angst vor dem Einparken vielleicht ein Parkhaus gar nicht erst nutzen. Da breitere Stellflächen sich auf den Preis und die Fördergelder auswirken, brachte Holaschke die Möglichkeit ins Spiel, verschiedene Abmessungen zu realisieren. "Für Dauerparker reicht 2,50 Meter", begrüßte Frank Stroh den Vorschlag.
Respekt Alle Varianten sehen drei Geschosse an der Wilhelmstraße und eine Ausfahrt an der Ludwig-Zorn-Straße vor. Dort sind die Anwohner besorgt: "Das Parkhaus tangiert unsere Lebensqualität", erklärte Achim Herrmann. "Ich habe großen Respekt vor den Ausmaßen", sagte er und wünschte sich ein 3-D-Modell. Man halte die Absprachen ein, betonte Bürgermeister Peter Thalmann. "Aber es entsteht ein Bauwerk", erklärte Holaschke. "Und kein kleines."
Pläne für das Parkhaus
Alle Varianten sind unter www.eppingen.de verfügbar.
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