Brückenschlag vom Kindergarten in die Grundschule
Sulzfeld will ein Kinderbildungszentrum einrichten. Dabei handelt es sich um einen Kooperation zwischen der Schule und den Kindergärten im Ort. Das Land fördert das Vorhaben mit jährlich 200.000 Euro. Mit der Stellenbesetzung könnte es schwierig werden.

In der Schule fängt der Ernst des Lebens an: Der Übergang vom Kindergarten in den Lerntempel wird von den meisten Kindern mit Spannung und Vorfreude erwartet. Doch es gibt immer wieder auch Kinder, die dem Lebensschritt mit Ängsten entgegensehen. "Wir machen beinahe jedes Jahr die Erfahrung, dass Schulanfänger in den ersten Tagen und Wochen weinen", berichtet die Konrektorin der Blanc- und-Fischer-Gemeinschaftsschule in Sulzfeld, Ilona Reder. Grund sei, dass den Schulanfängern Menschen und Räumlichkeiten zunächst fremd erscheinen. Durch Corona und den daraus abgeleiteten Kontakteinschränkungen sei das Problem entstanden, dass vorschulische Kontakte zwischen den Kindergärten und der Schule kaum möglich gewesen seien.
Damit der Prozess bestmöglich gestaltet werden kann, und der Übergang in die Schule vielleicht dann doch nicht mehr als so ernst wahrgenommen wird, wie es in der Redewendung heißt, beteiligt sich die Gemeinde Sulzfeld jetzt am Modellprojekt "Kinderbildungszentrum". Das Projekt wird komplett aus Landesmitteln finanziert und läuft bis Jahresende 2022. "Nur 20 Standorte sind im ganzen Land ausgewählt worden, Sulzfeld ist einer davon", berichtet Bürgermeisterin Sarina Pfründer stolz.
Wie Lernen im Freien unterstützt wird
Bei der jüngsten Sitzung gab der Gemeinderat dem Projekt seinen Segen. Nun muss die Gemeinde zwei Stellen ausschreiben. Finanziert wird das Projekt mit 200.000 Euro pro Jahr. Darin enthalten sind Personalkosten in Höhe von 110 000 Euro und Sachkosten in Höhe von 90.000 Euro.
Die Schule und der evangelische Kindergarten sind zwar die Projektträger, der Kommunale Kindergartens "Die Brücke" und der Kindergarten "Gartenkinder" werden jedoch in das Projekt integriert, stellt die Bürgermeisterin klar.
Geplant sind mehrere gemeinsame Vorhaben, an denen Schüler und Vorschulkinder gemeinsam teilnehmen können. Dazu zählen eine Naturparkschule in Zusammenarbeit mit dem Naturparkzentrum Zaberfeld, Waldtage sowie Aktivitäten mit einer Streuobstpädagogin. Ein Schulgarten und ein Naturklassenzimmer sollen Unterricht im Freien ermöglichen. Schüler mit Migrationshintergrund erhalten eine zusätzliche Sprachförderung.
Was das Highlight des neuen Kinderbildungszentrums wird
Auch im Kindergarten soll es ein zusätzliches Angebot im Bereich Sprache geben. Und Bewegung wird ausdrücklich gefördert. Dazu planen die Projektträger, weitere Bewegungsräume zu eröffnen sowie gemeinsame Sportstunden und -aktionen zu ermöglichen. Auch die Anschaffung altersgerechter Geräte wird ins Auge gefasst.
Highlight soll aber die Lern- und Forscherwerkstatt "Logomenta" werden. "Das ist dann eines der Dinge, die nach der Laufzeit des Projekts bleiben", so Ilona Reder. Ein Nadelöhr sehen die Pädagoginnen noch: Die beiden zeitlich befristeten Stellen besetzt zu bekommen, sei die größte Herausforderung, so Jennifer Faber. Diese Problematik wurde auch im Gemeinderat diskutiert. Wie Bürgermeisterin Sarina Pfründer mitteilt, soll den Interessenten eine Anschlussbeschäftigung ermöglicht werden.
Aus den Reihen des Gremiums kam ferner der Appell, Folgekosten zu vermeiden. "Nach der Anlaufphase werden die Aufgaben des Kinderbildungszentrums durch eigenes Personal kostenneutral erfüllt", versichert die Bürgermeisterin.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare