Betreuung von Schülern: In der Kernzeit gelten derzeit weniger strenge Vorgaben als in Kitas
Zukünftig sollen Grundschüler in den Ferien betreut werden, nur noch maximal vier Schließwochen erlaubt der Bundes-Gesetzgeber. Viele Kommunen in der Region erfüllen diese Vorgaben schon fast, dazu gehört beispielsweise Bad Rappenau.

Drei Wochen ist die Betreuung in den Sommerferien zu, zwei Wochen an Weihnachten. "Wir sind schon ganz gut dabei", sagt Olivia Braun, die im Hauptamt der Stadtverwaltung unter anderem für Schulangelegenheiten zuständig ist. Auch die Große Kreisstadt im Kraichgau treibt das Personal um, vor allem will Bad Rappenau wissen, welche Qualifikationen zukünftig für die Betreuung von Grundschülern vorgeschrieben sind. Müssen es ausgebildete pädagogische Fachkräfte sein?
Unklar ist, welche Vorgaben die Gebäude erfüllen müssen
Derzeit brauche das Personal, das sich in der Kernzeit um die Kinder kümmert, keine spezielle Ausbildung, sagt Olivia Braun. Es genüge eine Qualifizierung, beispielsweise besuchen die Mitarbeiter eine Weiterbildung bei der Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken in Heilbronn (AIM).
Die Verantwortlichen in Bad Rappenau hätten auch gern Informationen, welche Vorgaben es zu den Räumen gibt. Muss investiert werden? "Wir tappen noch im Dunkeln", bedauert die Rathausmitarbeiterin. Unterdessen geht die Stadtverwaltung davon aus, dass mit dem Rechtsanspruch noch mehr Kinder in die Betreuung kommen - schon jetzt besuchten gut 50 Prozent der Bad Rappenauer Grundschüler eine Betreuung.
Das sagt das Bundesfamilienministerium
Laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend soll der Rechtsanspruch "die Weichen für eine strukturelle Verbesserung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Chancengerechtigkeit stellen". Den Angaben zufolge sollen "hochwertige Betreuungs- und Bildungsangebote am Nachmittag" Kinder und Jugendliche in ihrer sozialen, emotionalen und körperlichen Entwicklung unterstützen. Es heißt: "Schülerinnen und Schüler können über die Unterrichtszeit hinaus individuell gefördert werden." So lasse sich Motivation und Selbstwertgefühl steigern.
Vom Ausbau der Ganztagsbetreuung profitierten auch Arbeitgeber und der Staat. Ein Gutachten komme zum Ergebnis, dass die Erwerbstätigkeit und das Erwerbsvolumen von Müttern um zwei bis sechs Prozentpunkte steige.
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