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Bad Rappenau

Besucherzahlen in Rappsodie-Saunalandschaft steigen stark an

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Offenbar weil Aquatoll und Soleo-Sauna geschlossen sind, freuen sich die Rappsodie-Betreiber in Bad Rappenau auf mehr Besucher. Doch manchem Saunagast wird es bereits zu eng.

Im Herbst ist Wellness bei vielen Menschen besonders beliebt. Im Bad Rappenauer Rappsodie steigen derzeit die Besucherzahlen stark an.
Im Herbst ist Wellness bei vielen Menschen besonders beliebt. Im Bad Rappenauer Rappsodie steigen derzeit die Besucherzahlen stark an.  Foto: Hoffmann, Adrian

Die Bad Rappenauer Wellnesslandschaft Rappsodie erfährt einen bis zuletzt nicht gekannten Besucheransturm. Hintergrund sind die Sauna-Schließungen andernorts. Davon geht etwa Rappsodie-Betriebsleiter Timo Künzel aus. Das Aquatoll in Neckarsulm gibt es nicht mehr, aufgrund der Energiekrise bleiben die Saunen des Heilbronner Soleo oder beispielsweise des Rendel-Bads in Öhringen vorerst geschlossen. Kunden der geschlossenen Saunen vergrößern nun ihren Radius.

Nach Angaben von Timo Künzel wird im Rappsodie mitunter die Kapazitätsgrenze erreicht - vor allem an verregneten Wochenenden.


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240 Gäste dürfen in den Saunabereich. Kommen dann immer noch neue Gäste an den Kassenbereich im Rappsodie, müssen sie warten, bis andere die Sauna verlassen. Kunden berichten, es sei schon so, dass man mitunter wieder weggeschickt werde, wenn die maximale Besucherzahl erreicht sei. Timo Künzel konkretisiert das. "Wir haben noch niemanden weggeschickt. Aber manchmal müssen Wartezeiten akzeptiert werden."

Über die neue Auslastung freuen sich Künzel und sein Team. Auch die Gastronomie werde gut genutzt, sagt Künzel - obwohl andernorts Sparmentalität herrsche. Künzel sagt, die Saunagäste seien auf der Suche nach Erholung und einem echten Urlaubstag, deshalb werde auch beim Essen nicht gespart.

Liegen werden knapp

Ein Stammkunde des Rappsodie, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat Verständnis für die Freude des Personals - doch als Kunde werde ihm das Treiben zu bunt. Neulich habe er dem Personal mitgeteilt, dass es ihm heute keinen Spaß gemacht habe. Zu voll, zu wenige Liegen zur Verfügung. Bei gutem Wetter könne man die Liegen draußen nutzen, doch bei Regen werde es zu eng im Innenbereich.


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Michael Neutz aus Weinsberg ist ebenfalls begeisterter Saunagänger und gehört einer Gruppe an, die bislang freitags ins Soleo ging. Seit der Schließung gehen sie gemeinsam ins Rappsodie. Seine Freunde und er hätten einen höheren Eintrittspreis mitgetragen, sagt Neutz in Bezug aufs Soleo. Sie seien enttäuscht über die Situation. Im Rappsodie, sagt er, werde es in der nächsten Zeit sicher "extrem voll".

Warteschlangen vor dem Aufguss

Um dem Besucheransturm zu begegnen, gibt es im Rappsodie bereits mehr Aufgüsse. Aber dazu braucht es genügend Personal. "Wir sind noch gut aufgestellt", sagt Künzel, wenngleich das Thema auch in Bad Rappenau angekommen ist.

Freuen sich über volle Saunen (von links): Teamleiterin Antonia Schnell, Betriebsleiter Timo Künzel und Kollegin Rosalinda Vedernikov.
Freuen sich über volle Saunen (von links): Teamleiterin Antonia Schnell, Betriebsleiter Timo Künzel und Kollegin Rosalinda Vedernikov.  Foto: Hoffmann, Adrian

Manche Saunen werden zudem 15 Minuten vor Aufguss-Beginn abgesperrt - denn es gibt Besucher, die lange Zeit vorher in die Sauna sitzen, um beim Aufguss sein zu können. Das erhöht die Gefahr von Kreislaufschwächen. "Wir appellieren da an die Eigenverantwortung", sagt Künzel. Vor manchen Aufgüssen bilden sich jetzt Warteschlangen.

Sinsheimer Badewelt registriert wachsende Zahl an Stammgästen

Dass die Schließungen anderer Saunen in der Umgebung zu mehr Besuchern führen, diesen Eindruck teilt man zumindest in der Badewelt Sinsheim nicht. "Unsere Kapazitäten sind limitiert und werden auch nicht überschritten", sagt eine Sprecherin. Der überwiegende Teil der Gäste bewerte das Preis-Leistungsverhältnis der Badewelt positiv. Das zeige sich unter anderem in einer konstanten Auslastung, einem positiven Feedback und vielen wiederkehrenden und wachsenden Stammgästezahlen, so die Sprecherin weiter.

Im Solymar in Bad Mergentheim indes ist ein Besucherzuwachs nach Angaben von Betriebsleiter Peter Zimmermann ebenfalls spürbar. "Es ist aber noch nicht die ganz große Welle", sagt er. Zimmermann bedauert die Schließung von Bädern aufgrund der gestiegenen Energiekosten - er gehe aber davon aus, dass in den kommenden Monaten öffentlicher Druck auf die Politik die Situation für den Badegast verbessere.

 

 

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