Auf den Spuren der Ritterfamilie von Eppingen

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25 Jungen und Mädchen machen beim Ferienprogramm eine Zeitreise ins Mittelalter - Götz von Berlichingen kommt gut an

Von Nadja Boxheimer
Was hätte die Polizei mit Götz von Berlichingen gemacht, hätte sie ihn betrunken auf dem Pferd erwischt? Die Vorstellung ist einfach zu komisch.Foto: Nadja Boxheimer
Was hätte die Polizei mit Götz von Berlichingen gemacht, hätte sie ihn betrunken auf dem Pferd erwischt? Die Vorstellung ist einfach zu komisch.Foto: Nadja Boxheimer

Eppingen - Gab es im Mittelalter in Eppingen eine Ritterfamilie? Und wenn ja, wo stand dann ihre Burg? Und welche Funktion hatte überhaupt der Pfeifferturm? Spannende Fragen, die zu beantworten sich der Grafikdesigner und Burgenforscher Nicolai Knauer im Rahmen des Kinderferienprogramms „Ritter und Burgen im Mittelalter“ aufmacht.

Dass die Abenteuergeschichten rund um Ritter und Burgen auf Kinder eine große Anziehungskraft haben, das zeigt nicht nur die große Resonanz für Knauers Mittelalter-Tour durch die Eppinger Altstadt. Obwohl erst neun Uhr morgens, sind die rund 25 jungen Teilnehmer so wissbegierig, dass sie mit ihren Fragen selbst einen Experten wie Knauer ganz schön ins Schwitzen bringen.

Ausgewandert Doch von der Deutschorden-Ritterfamilie von Eppingen, deren Wappen ein Schild mit Kreuz zierte und die bis nach Preußen ins heutige Polen auswanderte, hat selbst der ausgebuffteste unter den jungen Mittelalterexperten noch nichts gehört. Und wo die Burg der Adeligen damals stand, ist bis heute noch nicht sicher geklärt.

Dabei mangelt es nicht an Theorien: Manche munkeln, dass die Ehrwürdigen von Eppingens ihre Residenz am Judenfriedhof hatten. Doch auch dort, wo das heutige Feuerwehrhaus seinen Platz hat, wurden schon Becher und Kacheln aus dem Mittelalter gefunden. In der Gruppe ist jedoch allen klar, dass es eigentlich nur einen optimalen Ort für eine Burg in Eppingen gibt: Und zwar genau dort, wo die katholische Kirche steht, am höchsten Punkt der Altstadt. Schließlich ist dieser für den Feind bekanntlich am schwierigsten zu erobern.

Und auch der Pfeifferturm, der sogenannte Bergfried, in den man bei Gefahr „türmen“ konnte, wäre ganz in der Nähe. Erst später wurde das Eppinger Wahrzeichen zu einem Gefängnis umgewandelt.

Besonders gut kommt bei den jungen Teilnehmern auch Götz von Berlichingen an, der „Ritter mit der eisernen Hand“. Ringsum belagert von Feinden auf seiner Burg, trocknete dem Ritter und seinen Genossen die Zisterne aus, da es länger nicht regnete. Da blieb ihnen nichts anderes übrig, als den Weinkeller zu plündern.

Wein für alle „Auch die Kinder bekamen Wein?“, fragt ein Junge ungläubig. „Nicht nur die Kinder“, erzählt Nicolai Knauer, „sondern auch die Pferde!“ Dass der Kampf verloren ging, ist folglich wohl vor allem auf die körperliche Verfassung der Verteidiger zurückzuführen.

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