Stadtbahnausbau nimmt nächste Hürde

Eppingen  Nach Leingarten und Schwaigern haben nun auch die Eppinger Gemeinderäte dem zweigleisigen Ausbau der S4-Strecke zwischen Leingarten und Schwaigern zugestimmt. Dass die Eppinger den Antrag ablehnen würden, war nicht zu erwarten.

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Stadtbahn am Bahnhof Eppingen: Der Gemeinderat der Kraichgaustadt beteiligt sich am Streckenausbau. Foto: Archiv/Boxheimer

Schon seit 1879 ist Eppingen an das Schienennetz angebunden und hat sich bis heute zu einem Bahnknotenpunkt entwickelt. Doch die Stadt kämpft mit der Unzuverlässigkeit und Unpünktlichkeit auf der Bahnstrecke, die Karlsruhe und Heilbronn verbindet.

Ausbau soll Bahn zuverlässiger machen

Ein Teil des Problems ist die Eingleisigkeit der Bahn auf der Strecke zwischen Leingarten und Schwaigern. Dies soll sich mit dem Ausbau zu einer zweigleisigen Strecke auf der Länge von 3,2 Kilometern ändern. Da an dem Projekt neben dem Landkreis und der Stadt Heilbronn noch Gemmingen, Schwaigern, Leingarten und Eppingen beteiligt sind, bedarf es der Zustimmung von allen Beteiligten. Sie tragen auch jeweils einen Teil der Kosten. In der Gemeinderatsitzung am Dienstag votierten die Ratsmitglieder in Eppingen einstimmig für den Ausbau.

Dabei sind die Ziele der Stadt klar, wie Oberbürgermeister Klaus Holaschke erläutert: "Der Wunsch, dass Eppingen zu einem Mittelzentrum wird, hängt eng mit der Mobilität zusammen." Vor der eigentlichen Abstimmung wurden noch einmal die Fahrpläne und Kosten erläutert. "Ob die Inbetriebnahme 2022 allerdings nicht etwas optimistisch ist, werden wir sehen", so der Oberbürgermeister.

Regionalexpress startet 2022

Was dem Gemeinderat zunächst Probleme bereitet hatte, waren die neuen Fahrpläne. Denn bei der ersten Prüfung der Entwürfe im Frühjahr 2018 sah das Gremium die Bedürfnisse der Pendler nicht erfüllt. Das neuen Konzept stimmt jedoch zufrieden, vor allem in den Stoßzeiten werden mehr Züge fahren. Von 2022 an sind zwei Arten von Bahnen vorgesehen: Stadtbahnen, die auch durch die Innenstädte von Karlsruhe und Heilbronn fahren, sowie ein von der DB betriebener Regionalexpress zwischen den Hauptbahnhöfen Karlsruhe und Heilbronn.

Gemmingen entscheidet am Donnerstag

Etwas besorgt betrachtet der eine oder andere den Wegfall der bisher eingesetzten schnellen Züge. "Der RE wird die Zeiten nicht so halten wie der Sprinter", so Peter Wieser von der Fraktion der Grünen. Positiv hebt Klaus Holaschke die hohe Beteiligung Baden-Württembergs hervor: "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass sich das Land mit 75 Prozent beteiligt." Bei dem 16-Millionen-Euro-Projekt werden mehr als die üblichen 50 Prozent gezahlt, da es als besonders gelagerter Fall zählt. Der Landkreis Heilbronn stemmt mehr als drei Millionen Euro.

Die anderen beteiligten Kommunen haben mit über 900.000 Euro wesentlich höhere Kosten als Eppingen zu tragen. Die Fachwerkstadt beteiligt sich mit knapp 358.000 Euro . Die Anteile gehen auf eine Vereinbarung aus dem Jahr 1995 zurück, die den Streckenanteil pro Gemarkung errechnete. An den laufenden Kosten wird sich Eppingen mit einem Anteil von knapp 13 Prozent beteiligen. Hier soll allerdings ein bis drei Jahre nach Inbetriebnahme noch einmal in Form einer Fahrgastzählung nachgeprüft werden.

Am Donnerstag steht das Thema in Gemmingen auf der Tagesordnung des Gemeinderats. " Gemmingen hat ein eher positives Signal ausgesendet", so die Erwartung von Klaus Holaschke.

 


Draskovits

Katrin Draskovits

Volontärin

Katrin Draskovits arbeitet seit 2019 bei der Heilbronner Stimme. Seit Juni 2021 ist sie Redakteurin bei der Hohenloher Zeitung und dort vor allem im Jagsttal unterwegs.

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