Annerose Keilmann am Stimmheilzentrum
Dr. Annerose Keilmann ist seit kurzem Chefärztin des Stimmheilzentrums in Bad Rappenau. Bewusst hat die kommunale Kur auf die Nähe zur Wissenschaft gesetzt, Keilmann ist Professorin der Johannes-Gutenberg-Universität.

Die Bad Rappenauer Einrichtung war schon vor der Stellenausschreibung ein Begriff für Annerose Keilmann, die zuletzt Leiterin des Schwerpunkts Kommunikationsstörungen der Universitäts-HNO-Klinik in Mainz war. Sie schickte Patienten regelmäßig zur Reha hinunter in den Süden. "Ich hatte den Eindruck, dass die gute Arbeit machen." Im Stimmheilzentrum schätzt sie das Interdisziplinäre mit Logopäden oder Physiotherapeuten. Probleme, sagt sie, würden von verschiedenen Seiten beleuchtet, der Patient solle daher "rundum gepampert" sein.
In den 80er Jahren studierte Annerose Keilmann, die in Tuttlingen zur Welt kam, an der Universität des Saarlandes in Homburg sowie an der Universität in Freiburg. Promoviert wurde sie im Jahr 1985, an der Universität in Heidelberg habilitierte sie sich. Ihre erste Professur hatte sie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Ende 2006 wurde sie Professorin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, sie leitete den Schwerpunkt Kommunikationsstörungen. Mit dem Wechsel von der Uniklinik in Mainz nach Bad Rappenau muss sie sich auf ein neues Arbeiten einstellen. "Ich habe einen ganz anderen Zeithorizont." Bei ambulanten Patienten stehe nach drei Stunden eine Lösung fest, in Bad Rappenau sieht sie Patienten nun drei Wochen lang. Da könne man auch mal ausprobieren, wie Patienten auf einzelne Reha-Aspekte reagieren.
Ausbauen möchte Annerose Keilmann in Bad Rappenau die wissenschaftliche Forschung. Ein Punkt, auf den Olaf Werner, Geschäftsführer der Kur- und Klinikverwaltung, bereits bei der Stellenausschreibung geachtet hat: Die Position richtete sich gezielt an Wissenschaftler. "Es wäre falsch, die Wissenschaft nicht zu berücksichtigen." Werner geht davon aus, dass Reha-Einrichtungen in Zukunft verstärkt nachweisen müssen, dass ihre Maßnahmen funktionieren. Bad Rappenau ist gut aufgestellt. Eine Studie hat laut Werner erst kürzlich gezeigt, dass einstige Patienten der Rosentrittklinik und des Stimmheilzentrums ein Jahr nach der Reha sehr zufrieden sind und deutlich mehr Sozialbeiträge zahlen als Patienten anderer Einrichtungen. Die Rosentrittklinik schnitt überdurchschnittlich, das Stimmheilzentrum sogar weit überdurchschnittlich ab. Annerose Keilmann sieht hier die Leistungen des Teams: "Ich freue mich, dass meine Mitarbeiter so gut sind."
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