Altstadtfest bringt bunte Lichtschau-Premiere in Eppingen

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Eppingen - Beim bereits 19. Altstadtfest gestalteten mehr als 50 Vereine, Organisationen und Gastronomen das bunte Treiben mit. Die Väter der Veranstaltung bewegte einst der Gedanke, das Zusammenwachsen der neuen Gesamtstadt zu fördern. Und das ist bis jetzt mehr als gelungen.

Von Peter Boxheimer

Eppingen - Schon vor der Eröffnungszeremonie gönnt sich Klaus Föringer nach den Aufbauarbeiten ein Gläschen Champagner. "Das Eppinger Wetter stemmt sich gegen alle Prognosen", schmunzelt der frühere Stadtbaumeister. Es ist Altstadtfest, und die Sonne scheint − wie so oft seit der Premiere im August 1977. Wer zweifelt da noch daran, dass Petrus dem "Bürgerfest für alle", wie es OB Klaus Holaschke tituliert, seinen Segen gibt?

Zusammenwachsen

Die Väter der Veranstaltung bewegte einst der Gedanke, das Zusammenwachsen der neuen Gesamtstadt zu fördern. "Das ist mehr als gelungen", bilanziert der Rathauschef dreieinhalb Jahrzehnte danach. Mehr als 50 Vereine, Organisationen und Gastronomen, die die 19. Auflage des Fests mitgestalten, sprechen Bände.

200 gelbe und rote Luftballons lässt die Klasse 5 c der Hellbergschule in den Himmel steigen. Der Fassanstich läuft wie geschmiert, der Marktplatz ist schon zum Auftakt proppenvoll. "Das Altstadtfest hat seinen eigenen Stellenwert", bescheinigt der Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg.

Inzwischen ist das bunte Treiben auch ein Symbol für das vereinte Europa. Auf dem Marktplatz zeigen die drei Eppinger Partnerstädte Flagge. Da darf Kesselgulasch aus dem ungarischen Szigetvár nicht fehlen. "Der wird frisch gekocht", betont Hansjörg Stiefel, Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses. In der Hofeinfahrt der Alten Post bereitet Jenö Mecz die Spezialität zu.

35 bis 40 Kilogramm Rind- und Schweinefleisch kommen in einen Kessel, dazu viele Zwiebeln, Kartoffeln, Tomaten, Knoblauch − und jede Menge Paprika: in Scheiben, gemahlen, als Gemisch in der Tube. "Rotes Gold" heißt die Marke, und das sagt alles. Wie lange muss das Gulasch kochen? "Három óra", sagt Mecz. Drei Stunden also.

Spezialitäten

96 Flaschen Champagner, je 80 Flaschen Rotwein und Rosé haben die Franzosen aus Wassy mitgebracht − am Samstagabend sind sie wie die Quiche ausverkauft. Es gibt noch Lothringer Pastete und Weichkäse aus Langres. Alles natürlich "Herrlisch französisch", wie ein Schild kundtut. "Ohne die Partnerstädte würde ein belebendes Element fehlen", steht für Wassy-Sprecherin Angelika Föringer fest. Bei den Engländern aus Epping fließen Guinness, Ale und Whiskey.

Die Dämmerung beschert eine Premiere. Eine Lichterschau taucht die Rathausfenster in die Nationalfarben der Partnerstädte. Ein optischer Genuss. "Ich freu mich total, dass es klappt", strahlt Festorganisator Günter Brenner, der die Idee hatte. Europa leuchtet in Eppingen.

Am Sonntagmorgen reinigt Eberhard Dotterer mit seiner Kehrmaschine die Zehntgasse von den Spuren der Nacht: Glasscherben, Plastikbecher, Papier. "Dreck genug − mehr als sonst", meint er. An der Brettener Straße ärgert sich Zornickel-Wirt Gerhard Abendschein über Diebe, die eine teure Palme gestohlen haben. Auch Schattenseiten gehören zum Altstadtfest.

 

Die Rathausfenster erstrahlen in den ungarischen Nationalfarben Rot, Weiß und Grün. Die Lichterschau-Premiere ist ein gelungener optischer Beitrag.
Die Rathausfenster erstrahlen in den ungarischen Nationalfarben Rot, Weiß und Grün. Die Lichterschau-Premiere ist ein gelungener optischer Beitrag.
Tausende von Besuchern schlendern durch das historische Zentrum.
Tausende von Besuchern schlendern durch das historische Zentrum.
"Herrlisch französisch": Käsespezialitäten munden am Stand von Wassy.
"Herrlisch französisch": Käsespezialitäten munden am Stand von Wassy.
Meister des Kesselgulaschs: Drei Stunden muss Jenö Mecz rühren.
Meister des Kesselgulaschs: Drei Stunden muss Jenö Mecz rühren.
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