Alte Handwerkskunst im Fokus
In Richen können Besucher einige historische Berufe selbst ausprobieren

Ob Steinmetz, Schmied oder Korbflechterin: Alte Berufe sind im Zentrum des Interesses beim Handwerkermarkt in Richen gestanden. Das Fest ums Bauernmuseum lockte am Sonntag die Besucher in Scharen an.
Heidi und Konrad Heinrich waren extra aus dem Odenwald angereist, um sich von der Veranstaltung ein Bild zu machen. Doch einfach nur durchlaufen, das wollte Heidi Heinrich auch nicht. Sie legte einen Zwischenstopp bei Dieter Rosenberger ein. Mit viel Freude stellte sie nun aus einem Sandstein-Stück eine Vogeltränke für den heimischen Garten her. "Das finde ich wirklich toll, was man aus so einem Reststück noch alles machen kann." Die ersten Arbeitsschritte hatte sie sich erklären lassen und dann selbst zu Hammer und Meißel gegriffen.
Über die Schulter geblickt Eine beliebte Anlaufstelle war die alte Schmiede von Rolf Maier. Unter anderem hatte hier Carola Wegerich Station gemacht. Mit Staunen beobachtete sie, wie aus einem einfachen Stück Metall ein Hufeisen wurde. "Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie die Sachen früher gemacht worden sind", sagte sie. "Wo gibt es heute noch einen Schmied, dem man dann auch noch über die Schulter schauen kann?"
Auch zwei Korbflechterinnen waren mit von der Partie. Geduldig erklärten sie die Kunst des Handwerks. Das wollte die Besucherin Selina gern ausprobieren. Sie wickelte geduldig Rute um Rute um den Korpus eines filigranen Kunstwerks. Für Laurent war das nichts. Mit einem Zimmermannshammer trieb er mit entschlossenen Schlägen einen Nagel in einen Baumstamm, wobei der Dreikäsehoch Mühe hatte, das sichtlich mächtige Werkzeug überhaupt zu halten. Seinem Eifer und seiner Freude an seinem Tun tat das aber keinen Abbruch.
Idee für Berwangen Einem besonderen Zweck diente der Besuch von Heike und Joachim Hartmann. "Wir wollen im Spätjahr die Kerwe in Berwangen neu aufleben lassen", erzählte Joachim Hartmann. Ein Bestandteil soll ein Handwerkermarkt sein. "Wir wollen uns das hier anschauen und uns informieren, was man so alles anbieten kann und wer die verschiedenen Handwerke überhaupt noch beherrscht." Auch dem Bauernmuseum stattete das Paar einen Besuch ab. "Wir haben in Kirchardt ein Heimatmuseum, und das wollen wir neu aufstellen", verriet Hartmann. "Deshalb wollen wir uns anschauen, wie das hier so gemacht worden ist." Davon war Heidi Heinrich angetan: "Es ist Wahnsinn, was aus einem alten Stall und einem bäuerlichen Anwesen gemacht worden ist", sagte sie nach einem Rundgang.
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