Alfred Richter besucht Wollenberg gern im SSK Mercedes
Blitzendes Chrom und edle Karossen stoppten jüngst im Wollenbachtal - Viele Herzen schlagen für alles, was alt und auf Rädern unterwegs ist

Von Rudolf Landauer
Und das hat gleich mehrere Gründe, die Alfred Richter gerne aufführt. Mit seinen heimatvertriebenen Eltern kam Richter nach dem Krieg nach Wollenberg und ging dort zur Schule. Schräg gegenüber vom Gasthaus zum Löwen steht das Gebäude noch immer. Weil damals alle acht Klassen gleichzeitig unterrichtet wurden, hatte er den Löwenwirt Dieter Bräuchle als Klassenkameraden. Zu ihm hält Richter bis heute freundschaftlichen Kontakt.
Richter konnte vor Jahren etliche Freunde dazu bewegen, vom heimischen Lampertheim an der Bergstraße mit Oldtimern nach Wollenberg zu fahren. Die Teilnehmer waren von dieser Fahrt ebenso begeistert wie die Wollenberger, die ein rollendes Museum mit Kostbarkeiten und Raritäten des Automobilbaus erlebten. Seither kommen die Bergsträßler regelmäßig ins Wollenbachtal.
Als die Karossen neulich angekündigt waren, fanden sich früh Zaungäste ein und erwarteten die noblen Schlitten. Das Röhren des SSK Mercedes von Alfred Richter verstärkte sich in dem engen Ort sehr zum Entzücken der Oldtimerfreunde. Wann bekommt man schon einen Mercedes Renn-SSK Baujahr 1928 zu Gesicht - außerhalb eines Museums?
Gerhard Reinhardt kam extra aus Fürfeld, um sich die Fahrzeuge anzusehen. Reinhardt fährt zwar einen alten und sehr gepflegten Lanz-Bulldog, sein Herz schlägt aber für alles, was alt ist und Räder hat. Auch der SSK tat es ihm an. Schon damals schaffte das Auto Tempo 250, und bereits im Jahr 1929 gewann der rasante Flitzer mit 7350 Kubik Hubraum und 250 PS auf dem Nürburgring den großen Preis. 33 000 Reichsmark kostete der Wagen 1928. „Von dem SSK gibt es weltweit noch fünf bis sechs fahrfähige Exemplare, und jüngst ist einer für 800 000 Euro verkauft worden“, klärt Alfred Richter auf.
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