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Bad Rappenau

Abriss, Neubau, Umbau: Kurgebiet im Wandel

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Entlang der Salinenstraße, der Hauptschlagader der Bad Rappenauer Kur, wird sich in den nächsten Jahren einiges verändern. Es entsteht unter anderem ein neues Hotel.

Von unserer Redakteurin Ulrike Plapp-Schirmer

Irgendwann im Winter 2017 wird die Salinenstraße, die Hauptschlagader der Bad Rappenauer Kur, in der Moderne angekommen sein. Wo heute der Zahn der Zeit an leer stehenden Häusern nagt, wird ein Hotel gebaut, neue Nachbarschaften werden entstehen. Wo Kliniken in die Jahre gekommen sind, wird umgebaut, umorganisiert und neu geschaffen. 

Im oberen Bereich, dort, wo der Weg in den Salinenpark mündet, werden die fünf Kurkliniken zusammengezogen. Im unteren Bereich, von Villa Geiger (ehemals Verkehrsamt) an abwärts, wo die Rosentrittklinik ihre Heimat hatte, das verwaiste Inhalatorium liegt und die geriatrische Sophie-Luisen-Klinik bis zu ihrem Umzug 2016 ist, entstehen Wohnungen und Parkplätze.

Auf der gegenüberliegenden Seite, unterhalb des Rappsodie, baut der Heilbronner Projektentwickler Joachim Kruck ein Hotel. Das Projekt „Wohnen am Park“ mit 25 Eigentumswohnungen entsteht auf dem Illerhaus-Gelände, das noch in diesem Jahr geräumt werden soll.

Hotel in L-Form

Die beiden Baukörper des Rosencarrés mit betreuten Seniorenwohnungen und Wohnungen kommt dahin, wo die Rosentrittklinik lag. Das Hochhaus soll noch vor Jahresfrist weichen. Abgerissen werden auch das Gebäude Salinenstraße 31 sowie das dahinter liegende Wohnhaus. Das Sechsfamilienhaus am Eck bleibt stehen. Joachim Kruck legt sein Hotel wie ein L um die schmucke Villa Botsch, die ebenfalls erhalten bleibt. Über einen Bademantelgang können Hotelgäste dann das benachbarte Rappsodie mit seinen Wellnesseinrichtungen nutzen.

„Es ist bei allen hier im Rathaus ein gutes Gefühl“, sagt der Bad Rappenauer Oberbürgermeister Hans Heribert Blättgen, „dass wir dieses Projekt endlich auf die Schienen gestellt haben.“ Jahrelang wurde das Thema Hotel in der Kurstadt beackert, Joachim Kruck hat lange geplant und verschiedene Standorte geprüft. Sein Vorhaben hat ein Volumen von 46,7 Millionen Euro. Bei Verwaltung und Gemeinderat gilt er als verlässlicher Partner: „Mit dem Stadtcarré in der Bahnhofstraße“, sagt Blättgen, „hat Kruck eine makellose Visitenkarten abgegeben. Deswegen: Ja, wir sind alle glücklich, dass es in diese Richtung geht“.  

Das Bebauungsplanverfahren, das die rechtliche Grundlage für den Wandel schafft, steht kurz vor seinem Abschluss. Keinen Zweifel hat der OB, dass der Gemeinderat am Donnerstag, 25. September, ab 18 Uhr im Ratssaal zugunsten dieses Vorhabens entscheiden wird. 

Gäste sind interessiert

Ein paar hundert Meter weiter Richtung Salinenpark, oben auf dem Hügel, sind in den Kliniken derweil zwei von 14,3 Millionen Euro verbaut, ohne dass der Betrieb bisher beeinträchtigt worden wäre. Laute Arbeiten wurden in die belegungsarme Zeit gelegt. Gerüst und Hülle an der Schwärzbergklinik mit Rosentrittklinik und Stimmheilzentrum wecken das Interesse der Gäste mehr, als dass sie stören, berichtet der Geschäftsführer der Kur- und Klinikverwaltung, Olaf Werner.

Im Winter kann das Stimmheilzentrum einmal schräg über die Straße in die Salinenklinik einziehen: Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Baggerbiss für den Versorgungsgang, der die vier Häuser künftig unterirdisch miteinander verbindet, ist im Januar.

Läuft alles nach Plan, wird die alte Rosentrittklinik im Sommer abgerissen, „dann wird eine ganze Zeit lang parallel zum Hotel das Rosencarré gebaut“, erklärt OB Blättgen. 2016 will Olaf Werner schließlich alle Klinikbetten unter einem Dach haben. Dann wird es langsam Zeit, mit der aktuellen Sophie-Luisen-Klinik ein weiteres Gebäude niederzureißen. Ein Schicksal, dass auch dem in die Jahre gekommenen Rundbau des Therapiezentrums blühen könnte. Bloß, davon spricht heute noch keiner. Das kann auch nach 2017 noch diskutiert werden.

 

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