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Gegenseitiger Nutzen

Mühlbacher Seehäusle soll kleines Sonnenkraftwerk als Pergola erhalten

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Eine reine Überdachtung wäre zu teuer gewesen. Jetzt gibt es die Idee, das neue Vordach des Mühlbacher Seehäusles als PV-Anlage auszuführen. So steht der Ortschaftsrat zu dem Vorhaben:

Bei schönem Wetter ist das Seehäusle in Mühlbach jetzt schon gut besucht. Eine Pergola mit Solarmodulen soll künftig Schutz vor Sonne und Regen bieten.
Fotos: Jörg Kühl
Bei schönem Wetter ist das Seehäusle in Mühlbach jetzt schon gut besucht. Eine Pergola mit Solarmodulen soll künftig Schutz vor Sonne und Regen bieten. Fotos: Jörg Kühl  Foto: Jörg Kühl

Das Seehäusle, wie der Kiosk am Mühlbacher Badesee seit diesem Jahr heißt, wird erweitert. Das Vorhaben war lange Zeit umstritten, weil der städtische Etat für dieses Jahr keine größere Investition in der Freizeiteinrichtung, die sich im kommunalen Eigentum befindet, zuließ. Jetzt sorgt eine Kombination zweier Funktionen für eine Lösung mit Win-Win-Effekt: Witterungsschutz und Energiegewinnung.

Das Mühlbacher Seehäusle verfügt zufällig über die optimale Dachneigung für PV

Thomas Frey, Leiter der Abteilung Hochbau in der Eppinger Stadtverwaltung, hat im Mühlbacher Orschaftsrat jüngst die Idee vorgestellt. Demnach erhält das Seehäusle eine Pergola, die gleichzeitig dieMontage von Photovoltaik-Modulen (PV) ermöglicht. Der besondere Charme der Lösung ist, dass das Pultdach des Bestandgebäudes ebenso wie der Anbau bereits eine Neigung von zehn Grad aufweist, die für die Stromgewinnung mittels PV-Modulen ideal ist.

Die künftige Pergola ist elf Meter lang und 6,50 Meter breit. Auf diese Weise entsteht eine überdachte Fläche von etwa 70 Quadratmetern. Dies ist für den Gastronomiebetrieb künftig eine entscheidende Neuerung, denn bisher verfügt die Einrichtung lediglich über einen kleinen Raum für etwa acht Personen. Die Bewirtung findet ansonsten im Freien, bei Bedarf unter Schirmen, statt. 

Diese Vorteile ergeben sich für den neuen Pächter des Mühlbacher Seehäusles

Weil die Überdachtung jetzt als PV-Anlage geplant ist, wird der städtische Eigenbetrieb Verkehr und Energie (EVE) als Finanzier mit ins Boot genommen. Zunächst wird nur die Überdachung realisiert. Bei Bedarf sollen Wände zum Schließen der Seitenflächen ergänzt werden. Frey spricht in diesem Zusammenhang von modularem Aufbau der Konstruktion.

Für den Gastronomen – in diesem Jahr bestreitet der Mühlbacher Thomas Brodbeck seine erste Saison am Mühlbaher See – bedeutet der Anbau die Möglichkeit, die Saison früher zu eröffnen und später im Jahr enden zu lassen. Winterbetrieb sei nicht vorgesehen, so der städtische Architekt Frey.

Optisch wird der Anbau mit den geichen Holzpaneelen verkleidet, mit denen der alte Kiosk vor zwei Jahren im Rahmen einer Sanierung ausgestattet worden war. 

Warum für das Vorhaben keine Fördermittel in Frage kommen

Die Stadt rechnet mit Gesamtkosten in Höhe von 53.000 Euro. Zum Vergleich: Die Erweiterung des Seehauses in Elsenz kostete 345.000 Euro. Davon sind 98.000 Euro aus dem Fond zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELR) zugeschossen worden.

In Mühlbach sind 32 PV-Module auf dem Dach vorgesehen, eine Baterie soll die Energie für Zeiten puffern, in denen keine Sonne scheint. „Der Pächter verwendet den Strom der PV-Anlage“, erläutert Frey. Die Stadt rechnet mit einer Amortationszeit von 15 Jahren. Mit Fördermitteln sieht es laut dem Abteilungsleiter Hochbau mau aus. Für das europäische Entwilckungsprogramm ländlicher Razum (ELR) liege die Investition unter der Bagatellgrenze und für das Programm Leader fehle der Innvovationscharakter.  

Der Ortsvorsteher sieht in der Investition eine gastronomische Aufwertung

Ortsvorsteher Jörg Fundis würdigt die Pläne für das Seehäusle: „Unser Freizeitkomplex am See erfährt durch solch eine gastronomische Einrichtung eine Aufwertung“. Ortschaftsrat Jürgen Hetzler erinnerte daran, dass die Investition im 2026er Haushalt der Stadt nicht vorgesehen ist und würdigt die Finanzierungslösung über die EVE: Ortschaftsrat Rainer Antritter kritisierte, dass die Wand an der Frontseite vier Meter hoch aufragen und damit recht wuchtig wirken würde. Architekt Thomas Frey antwortete, er empfehle, nach oben hin eine Lücke zu lassen, die auch für die Luftzirkulation nützlich wäre, wie in südlichen Länder üblich sei.

Ob die Pergola mit Photovoltaik als Vorbild für private Umbauten taugt? 

Ortschaftsrat Jürgen Hetzler lobte die Verbindung von Wetterschutz und Energiegewinnung: „Jetzt sieht man, dass es durch die Energiewende möglich ist, Dinge zu finanzieren.“ Die Interessen der Stadt und des Imbisspächters überschnitten sich hier. Hetzler sprach von einem kleinen Kraftwerk. Die Kombination könne auch Privatpersonen als Vorbild dienen. Am Ende sprach sich der Ortschaftsrat einstimmig für das Vorhaben aus. Das letzte Wort in der Sache haben der Technische Ausschuss sowie der Gemeinderat der Stadt.

In der Küche wird Energie benötigt. Wenn der Imbisspächter, aktuell ist es 
Thomas Brodbeck, den Strom vom Dach verwertet, amortisiert sich die Anlageschneller.
In der Küche wird Energie benötigt. Wenn der Imbisspächter, aktuell ist es Thomas Brodbeck, den Strom vom Dach verwertet, amortisiert sich die Anlageschneller.  Foto: Jörg Kühl
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