Landmaschinenhändler aus Leidenschaft seit 49 Jahren im Lagerhaus Eppingen
Dieter Maier blickt auf 49 Jahre im Eppinger Lagerhaus zurück. Der Landmaschinenhändler hat freiwillig drei Jahre hinten dran gehängt. Das schätzt der 67-Jährige an seiner Arbeit:

Drei Jahre hat Dieter Maier drangehängt. Freiwillig. Eigentlich hätte der Groß- und Außenhandelskaufmann für Landmaschinen schon im März 2023 abschlagsfrei in Rente gehen können. Die Leidenschaft für den Beruf war stärker.
Mit 49 Jahren Betriebszugehörigkeit zum Eppinger Lagerhaus, der heutigen Agroa, steht der 67-Jährge für eine Generation Berufstätiger, die es heute so nicht mehr gibt. In Eppingen und weiterer Umgebung ist der Zaisenhausener jedem, der etwas mit Landwirtschaft zu tun hat, ein Begriff. Er selbst sagt über sich: „Im Umkreis von 25 Kilometern kenne ich hier jeden Hof.“
Warum dem jungen Landmaschinen-Verkäufer seine Herkunft nutzte
Dieter Maier stammt aus einer Bauernfamilie. Dies habe ihm vor allem in seinen Anfangsjahren als junger Vertriebsmann geholfen. „Die Bauernfamilien wollen schon, dass derjenige, der einem etwas verkaufen will, von der Sache etwas versteht.“ 1959 geboren, begann der junge Zaisenhausener nach seiner Schulzeit eine kaufmännische Lehre im Raiffeisen-Lagerhaus Eppingen. Er ließ sich von 1976 bis 1979 als Groß- und Außenhandelskaufmann ausbilden. Nach einer Stippvisite bei der Bundeswehr, wo er in einer Fahrzeugwerkstatt eingesetzt war, startete er im März 1980 mit Landmaschinen durch.
So hat sich die Landtechnik in den letzten vier Jahrzehnten verändert
Wenn Dieter Maier Ende Februar seinen letzten Arbeitstag absolviert hat, wird er auf 45 Jahre im Verkauf und Außendienst für Landmaschinen zurückblicken, und das alles im selben Betrieb. Wer kann heute noch auf eine solch kontinuierliche Laufbahn verweisen?
Dabei beobachtet der Kaufmann, der von sich selbst sagt, er habe technisches Verständnis und handwerkliches Geschick, eine enorme technische Evolution, die auch vor Großmaschinen, die in der Erde wühlen, nicht halt gemacht hat. Hat die Palette der handelsüblichen Schlepper in den 80er Jahren noch zwischen 35 und 150 PS Leistung gehabt, so ist die Spannbreite heute auf 80 bis 350 PS gestiegen. Hinzu kommt das ganze Paket der Digitalisierung, satelliten-gestützte Positionsvermessung und computergesteuerte Ausbringung und Verwaltung von Pflanzenschutzpräparaten, um nur einige Innovationen der letzten Jahrzehnte zu nennen.
Bei aller Technik: Was dem Landmaschinen-Vertriebler am wichtigsten ist
Bei aller Begeisterung für das Technische: Am wichtigsten sei ihm die Zusammenarbeit: „Der Umgang mit den Menschen hat mir am meisten gebracht. Ohne das hat man keine Freude am Verkauf.“ So fasst sein elektronisches Telefonbuch 1399 Einträge. Dabei ist der Kunde für den Landmaschinenhändler keine bloße Nummer. Ebensowenig möchte er für die Kunden nur eine Nummer sein. „Man bringt sich als Person immer mit ein. Schließlich bist Du es, der angerufen wird.“ Eine so lange Betriebszugehörigkeit bringe auch das Gefühl mit sich, es sei „Dein eigener Betrieb“.
Auch im Innenverhältnis sind Dieter Maier menschliche Kontakte wichtig. „Wenn Du ein gutes Verhältnis zu Deinen Kollegen in der Werkstatt hast, kannst Du auch mal um etwas Außergewöhnliches bitten. Etwa, dass ein Fahrzeug heute noch fertig werden muss.“
Worauf der Agroa-Mann besonders stolz ist
Solch Einsatz und Einstellung machen sich bezahlt, wie die Verkaufszahlen belegen. Anlässlich seines 40-jährigen Jubiläums als Landmaschinenhändler schenkten ihm die Kollegen ein gerahmtes Bild mit der Aufschrift „Über 200 Mähdrescher, über 750 Traktoren“. Das war vor fünf Jahren. Inzwischen sind es wohl noch ein paar mehr. Dieter Maier erinnert sich an seine größten Erfolge, ohne damit zu prahlen. Der wertvollste Auftrag war demnach der Verkauf von zwei Mähdreschern im Wert von einer Million Euro an eine Betriebsgemeinschaft. „1983 habe ich mal vier Schlepper an einem Tag verkauft.“ Das freut den alten Vertriebsfuchs.
Welche schweren Maschinen künftig auf den Landmaschinen-Profi warten
Wie Dieter Maier seine hinzukommende Freizeit plant? „Wir werden als Familie einen gemeinsamen Skiurlaub machen, mit 14 Mann“, freut sich der dreifache Vater erwachsener Kinder und sechsfache Opa. Und noch etwas: „Ich habe mir vor fünf Jahren ein Trike gekauft“, schmunzelt der Technikfan. Das werde er dann öfters bewegen.
Dieter Maier, der bereits eine Krebserkrankung sowie einen gutartigen Tumor überwunden hat, zeigt sich als unerschütterlichen Optimisten. „Gesundheit ist das Wichtigste“, so der 67-Jährige. Deshalb zieht es ihn bald zu ganz anderen schweren Maschinen: „Ich freue mich schon, im Fitness-Studio anzufangen.“


Stimme.de
Kommentare