Kurcafé Bad Rappenau wird zum Café Marly – was die neue Pächterin plant
Das Kurcafé im Salinenpark Bad Rappenau wird derzeit umfassend saniert – im Sommer soll hier das neue „Café Marly“ eröffnen. Pächterin Annette Seyboth bringt Erfahrung aus Flein mit und will in besonderer Lage eine Wohlfühl-Oase schaffen.
Im Kurcafé im Bad Rappenauer Salinenpark sind Handwerker derzeit mit Sanierungsarbeiten beschäftigt. Bis das Gebäude wird als Restaurant genutzt werden kann, wird es allerdings Sommer werden. Das teilt Alexander Speer, Leiter des Hochbauamts, mit.
Bad Rappenauer Kurcafé: Schieferdach steht unter Denkmalschutz
„Das Kurcafé ist wirklich in die Jahre gekommen“, sagt er. Aktuell werde der Innenausbau in Angriff genommen. Leitungen werden ausgetauscht und instand gesetzt, die Decke wird erneuert. Besondere Herausforderung ist das Schieferdach des Cafés, das unter Denkmalschutz steht. „Da sind wir mit dem Amt für Denkmalschutz im Austausch“, erklärt Speer. „Da müssen wir wieder ein Schieferdach drauf machen.“
Die neue Pächterin des Gebäudes ist Annette Seyboth. Sie hat sich gegen mehrere Mitbewerber durchgesetzt und den Gemeinderat von ihrem Konzept überzeugt. Ihr jetziges Café in Flein wird sie schließen, den Namen nimmt sie mit rüber nach Bad Rappenau: Café Marly soll das Kurcafé künftig heißen.
Annette Seyboth: Lage im Bad Rappenauer Salinenpark „prädestiniert“ für ein Café
Annette Seyboth ist 55 Jahre alt, in Bad Rappenau aufgewachsen und zuhause. Sie betreibt derzeit noch ein gleichnamiges Café in Flein, für das sie aber mit dem Wechsel einen Nachfolger sucht. Eigentlich hat sie eine Berufsausbildung im Einkauf gemacht, war später einige Jahre Bereichsleiterin von Parfümerie-Filialen. Während der Corona-Zeit habe sie aber Zeit gehabt, sich Gedanken zu machen, was sie wirklich wolle. Und ein Café zu betreiben, „das war schon immer mein Herzenswunsch“, sagt sie.

Wenn das frühere Kurcafé saniert ist, ist es eine Nummer größer als ihr bisheriges Café in Flein. Mehr Sitzplätze innen, mehr außen – das werde auf der einen Seite eine Herausforderung, andererseits freue sie sich darauf. 60 Sitzplätze innen, bis zu 100 oder 120 draußen, plant sie. „Das ist auch für mich etwas Neues“, sagt sie.
Der Pachtvertrag mit der Stadtverwaltung Bad Rappenau laufe für die kommenden drei Jahre, so Seyboth. Danach könne er jeweils wieder verlängert werden. Sie wolle ähnlich wie bisher in Flein Frühstück anbieten, aber auch einen kleinen Mittagstisch und herzhafte Snacks. Kuchen und Eis soll es auch geben. Für sie sei der Standort im Salinenpark ein ganz besonderer. „Die Ruhe, das Grün, die Blumen“, sagt Seyboth – die Lage sei prädestiniert für ein schönes Café, in dem sie eine Wohlfühl-Atmosphäre schaffen wolle. Nicht nur für Kurgäste, sondern alle Menschen, die sich gerne im Salinenpark aufhalten.

Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im Kurcafé geplant
Der Bad Rappenauer Gemeinderat hat bereits im Juli vergangenen Jahres für die Sanierung des Kurcafés gestimmt. Ein Antrag der Freien Wähler, noch ein Jahr zu warten, um die Maßnahme gedeckelt auf 600.000 Euro im kommenden Jahr ordentlich in den Haushalt aufzunehmen, war gescheitert. Oberbürgermeister Sebastian Frei hatte argumentiert, dass durch die Wartezeit keine Vorteile, sondern eher noch höhere Baukosten entstünden. Die Sanierung des Kurcafés selbst war nicht umstritten.
Der Stadtverwaltung war vor allem auch wichtig, dass das Kurcafé künftig gut bespielt wird, „wofür eben auch ein verlässlicher Pächter entscheidend sei“, wie OB Frei bereits vor einem Jahr deutlich machte. Das sei in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall gewesen. Der Vorpächter sei immer wieder den Vertragsverpflichtungen nicht nachgekommen. Das habe auch Mietrückstände beinhaltet. Über mehrere Jahre habe die Verwaltung immer wieder das Gespräch gesucht. „Und jetzt haben wir den Glauben daran verloren, dass es noch etwas wird“, hatte Frei im Januar vergangenen Jahres gesagt. Deshalb habe die Stadt den Vertrag gekündigt.
Das Obergeschoss des Kurcafé soll künftig zur Lagerfläche werden und kein Gastraum mehr sein. Auch die Toilette wird daher oben nicht mehr gebraucht. Eine neue Wärmedämmung soll zudem erfolgen, außerdem wird die Fassade neu gestrichen.
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