Großes Bedauern über Schließung des Kirchardter Hallenbads
Hunderte Schulkinder und Senioren betroffen

Zahlreiche Nutzer des Kirchardter Hallenbads bedauern die kurzfristige Schließung nach einem Schaden an der Filteranlage. Vor allem Schulkinder sind Leidtragende, ebenso wie Senioren, die in der Rheuma-Liga aktiv sind. Das Bad war von verschiedensten Gruppen rege gebucht. Doch am Dienstag wurde das Wasser aus dem Becken abgelassen.
„Die Kinder sind total traurig“, sagt Dagmar Markovic, Leiterin der Birkenbachschule Kirchardt. Die Schule befindet sich direkt neben dem Hallenbad. „Wir müssen uns wohl alle damit abfinden“, so Markovic ernüchtert zur aktuellen Situation. Vor allem der Hubboden im Bad - das Becken kann manuell auf verschiedene Wassertiefen von 30 bis 180 Zentimeter eingestellt werden - sei „mega“. Man wird das Bad in der kommenden Zeit vermissen. Schwimmunterricht werde nun ganz pragmatisch auf regulären Sportunterricht umgestellt, kündigt die Schulleiterin an. Zwölf Klassen seien davon betroffen.
Marion Kirste von der Rheuma-Liga-Arbeitsgruppe Eppingen: „Mich hat fast der Schlag getroffen“
Auch Marion Kirste, Vorsitzende der Rheuma-Liga-Arbeitsgruppe Eppingen, zeigt sich betroffen. Das Kirchardter Hallenbad „bedeutet für uns ganz viel“, von Montag bis Samstag seien dort Rheuma-Liga-Gruppen. „Also mich hat fast der Schlag getroffen, als ich das gehört habe“, sagt Kirste. „Wir wissen jetzt auch nicht, wie wir damit umgehen sollen.“ Die Schließung betreffe Hunderte Menschen, die auch nicht alternativ andernorts Hallenbäder nutzen. Für das Fachpersonal an freiberuflichen Physiotherapeuten sei die Situation auch schwierig, weil das einen Verdienstausfall bedeute. Die Senioren in der Rheuma-Liga verfügen über Verordnungen der Krankenkassen, manche liefen ein oder zwei Jahre lang. „Da stelle sich uns auch die Frage, was wird damit?“, so Kirste. Können diese auf später übertragen werden?
Kirchardts Bauamtsleiter Michael Baumgartner spricht von einem „Desaster“. Der Rost habe sich von außen und innen durch die Filter und den Stahl gefressen über die Jahre, erklärt er am Dienstag im Hallenbad-Keller. Baumgartner nimmt nun Kontakt zu Fachfirmen auf, die solche großen Filteranlagen austauschen und vor Ort zusammenschweißen können. „Aber das muss man erst mal alles zurückbauen“, sagt er. Und Sorge bereiten ihm die Kosten, die sicher sechsstellig werden. „Wir haben nicht die Mittel, um das zu stemmen.“ Schnelle Fördermittel beantragen? „Da braucht man viel Fantasie“, so Baumgartner.
Hoffnung auf erstes Angebot zum Entscheid in der nächsten Gemeinderatssitzung
Aus seiner Sicht das realistischste Szenario: In der nächsten Gemeinderatssitzung im Februar liegt ein erste Angebot einer Spezialfirma vor und das Gremium könne dann entscheiden, ob eine schnelle Lösung der Problematik machbar und vor allem finanzierbar wäre.
Werner Fröhlich (74) vom Förderverein Hallenbad zeigt sich ebenfalls erschrocken. Das Hallenbad und Bäder generell seien etwas „das die Welt braucht“. So viele Kinder lernten hier schwimmen, so viele Senioren profitierten von dem Bad, sagt er. Der Förderverein könne immer wieder etwas Geld zuschießen, das seien aber kleinere Summen – 5000 Euro etwa. „Wir bräuchten einen Großspender“, hofft er, einen Mäzen.



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