Großes Bauvorhaben: Bad Rappenauer Bahnunterführung rückt in greifbare Nähe
Noch müssen sich die Bad Rappenauer gedulden, aber 2029 soll die Bahnunterführung endlich kommen. Wann dann tatsächlich auch die Krebsbachtalbahn über die Schienen fährt, steht hingegen noch nicht fest.

Wenige Themen haben die Bad Rappenauer Stadträte in den vergangenen Jahren so beschäftigt, wie die Verkehrssituation am Bahnübergang in der Straße „Hinter dem Schloß“. Die Fraktion der Freien Wähler sprach sich immer für eine Unterführung aus, um Rückstau in beide Richtungen durch die geschlossenen Bahnschranken zu vermeiden. Mit der Einführung der Stadtbahn hatte sich das Problem durch häufigere und längere Schließzeiten noch verschärft.
Bad Rappenau muss für die Bahnunterführung keinen Cent bezahlen
Eine Mehrheit erhielt die Idee im Gremium allerdings erst im Mai 2022. Damals kam das Thema in Verbindung mit der Reaktivierung der Krebsbachtalbahn, gegen die wiederum die Freien Wähler ursprünglich waren, wieder aufs Tableau. Es folgte ein mehrheitlicher Kompromiss: Unterführung und Bahnstrecke inklusive einem zwei Kilometer langen Lückenschluss kommen. Wann, das stand allerdings lange in den Sternen.
Jetzt gibt es zumindest von einer Front Neuigkeiten. Bereits beim Stimme-Wahlforum Anfang November hatte Bad Rappenaus Oberbürgermeister Sebastian Frei angekündigt, dass die Bauarbeiten für die Unterführung im Jahr 2029 starten sollen. „Die Planungsvereinbarung ist unterschrieben“, erklärt der Rathauschef nun. Und das zum Nulltarif, zumindest für die Stadt. Gezahlt wird die Rechnung von Bund, Land und Deutscher Bahn (DB). Das sah vor zehn Jahren noch ganz anders aus. Damals hätte sich Bad Rappenau mit 3,7 Millionen an den veranschlagten 13 Millionen Euro beteiligen müssen.
Schotterparkplätze werden für das Bauprojekt genutzt
Die Kurstadt bleibt mit im Boot und setzt das Projekt für den Konzern vor Ort „entsprechend der Vorgabe“, wie Frei erklärt, um. Im kommenden Jahr soll die Planung ausgeschrieben werden. In welchem Kostenbereich sich das Vorhaben mittlerweile bewegt, kann der OB nicht beziffern.
„Erstmal wird es schlechter, bevor es besser wird.“ Sebastian Frei
Klar ist: Der Plan, in den Schlosspark baulich einzugreifen, wurde verworfen. Möglich ist das durch den Kauf eines Eckgrundstücks direkt an den Gleisen. Eines der Gebäude soll abgerissen, das Areal später wieder veräußert werden. „Der Rest des Komplexes wird komplett über die Brunnenstraße erschlossen“, erklärt Sebastian Frei. Außerdem werden die Schotterparkplätze auf beiden Seiten der Gleise für die Unterführung sowie die zukünftige Straßenführung genutzt.
Große Eingriffe im Schlosspark sollen ausbleiben
Die Fahrbahn werde, so der OB weiter, nicht mehr wie heute verlaufen, sondern einen Schlenker machen. Große Eingriffe im Schlosspark werde es nicht geben. „Ich kann aber nicht versprechen, dass es nicht doch die ein oder andere Fällung geben wird.“
Bevor die Unterführung den Verkehr erleichtert, wird es allerdings viele Einschränkungen für Autofahrer geben – frei nach dem Motto: Wo gehobelt wird, fallen Späne. Das weiß auch der OB. Man müsse sich über Umfahrungen und die allgemeine Logistik viele Gedanken machen. „Letztendlich ist es aber wie bei allen Infrastrukturprojekten“, sagt Frei. „Erstmal wird es schlechter, bevor es besser wird.“
Datum für Lückenschluss der Krebsbachtalbahn steht immer noch nicht fest
Die Unterführung hat auch deshalb letztendlich so viel Zustimmung gefunden, weil die Reaktivierung der Krebsbachtalbahn künftig zu weiteren Schrankenschließzeiten führen wird. Doch im Gegensatz zu dem Bauprojekt in Bad Rappenaus Stadtmitte liegen die Planungen zu der Bahnstrecke nicht in den Händen der Verwaltung, sondern bei den Landkreisen Heilbronn und Rhein-Neckar sowie der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft. Die AVG hatte die Krebsbachtalbahn im vergangenen Jahr gekauft.
Der Landkreis Heilbronn und die AVG haben untereinander abgestimmt, wer welche Aufgaben in den Planungsphasen übernimmt. Neue Ergebnisse gebe es derzeit noch nicht, so Pressesprecher Andreas Zwingmann auf Stimme-Anfrage. Derzeit warte das Landratsamt Heilbronn noch auf Eingaben beziehungsweise Antworten des Landes. Auch ein Datum zum Baustart gibt es nicht.
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