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Maschinen-Ärger

Gemminger Bauhof möchte Montags-Kehrmaschine abstoßen

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Gemeinderat in Gemmingen gibt Grünes Licht für Neukauf einer Kehrmaschine. Das Vorgängermodell ist von Anfang an notorisch unzuverlässig. Um welche Details der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung gerungen hat:

Rochade im Maschinenpark: Der Bauhof Gemmingen stößt eine von Anfang an fehlerbehaftete Kehrmaschine ab und freut sich auf einen Neuzugang.
Foto: Jörg Kühl
Rochade im Maschinenpark: Der Bauhof Gemmingen stößt eine von Anfang an fehlerbehaftete Kehrmaschine ab und freut sich auf einen Neuzugang. Foto: Jörg Kühl  Foto: Jörg Kühl

Neue Besen kehren gut? Für die Kehrmaschine des Gemminger Bauhofs traf das von Anfang an nicht zu. Jetzt haben Stadtverwaltung und Gemeinderat die Reißleine gezogen mit dem Ergebnis: Der Bauhof trennt sich von dem Teil. Erst 2021 war das gute Stück angeschafft worden für stolze 119 000 Euro. „Das Fahrzeug war von Anfang an anfällig“, berichtet Bauamtsleiterin Julia Echle. Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung mit dem Kauf einer Neugeräts im Kostenrahmen von 129 000 Euro. 

Wann die ersten Fehler der Gemminger Kehrmaschine auftraten

Die ersten Fehler seien noch im Rahmen der Garantie erledigt worden, jedoch nicht zufriedenstellend. „Die steht mehr als sie fährt und aktuell ist sie wieder kaputt“, so die Rathausmitarbeiterin. Selbst nach dem Starkregenereignis vom 13. Mai 2024 konnte der Bauhof die Maschine nicht einsetzen. Laut Bürgermeister Timo Wolf sei wiederholt die Kehraufnahmehalterung gebrochen. Jetzt sei der Wunsch gereift, die Kehrmaschine abzustoßen. Die Verwaltung hoffe, noch 40 000 Euro dafür zu bekomen, obwohl der Restbuchwert 70 000 Euro  wäre. 

Wäre Outsourcing eine Lösung für Gemmingens „Montags-Kehrmaschine“?

Norbert Handlos von der Fraktion der Freien Wähler erkundigte sich, ob angesichts des Anschaffungswertes für das Neufahrzeug nur ein Modell angefragt wurde. Ferner erkundigte sich der Fraktionsvorsitzende, ob das Kehren noch zu den Kernaufgaben der Gemeinde zählt. Er erinnerte daran, dass „unser Kehrer“ 70 Jahre alt sei.

Bürgermeister Timo Wolf dazu: „Ob sich Outsourcing rechnet, kann ich im Moment nicht sagen. Wenn wir darüber nachdenken, müsste man kaufmännisch nachrechnen. Dann müsste die Gemeinde aber auch Personal abbauen.

Warum ein nahe gelegener Händler von Vorteil ist 

Zum Vergleichsangebot sagte die Bauamtsleiterin: „Wir können ein Vergleichsangebot einholen, es wird aber kaum anders ausfallen.“ Der Lieferant sollte nicht so weit weg sein, damit die Maschine im Fall von Reparaturen nicht allzu lang weg ist. FDP-Gemeinderat Martin Dörr brachte Leasing ins Spiel. Darüber sei bisher nicht nachgedacht worden, so der Bürgermeister: „Was wir tun können, ist zum Leasing ein Vergleichsangebot besorgen.“

Julia Echle gab zu bedenken, dass die Zeit drängt: „Ich muss feststellen, dass wir im Moment keine Kehrmaschine haben. und die Leute rufen schon an.“ die Bauamtsleiterin schlug vor, die Verwaltung mit dem Maximalbetrag von 129 000 Euro „auf die Reise“ zu schicken „und wenn es billiger ist, schlagen wir zu.“ 

Eine salomonische Lösung zur Ersatzbeschaffung der Gemminger Kehrmaschine

Fraktionsvorsitzender Klaus Reimold von der CDU empfahl, ein Vergleichsangebot einzuholen und gleichzeitig die Verwaltung mit dem vorgeschlagenen Betrag zu bemächtigen: „Und wenn es billiger ist, nehmen wir das mit.“

Am Ende ergab sich ein einstimmiger Beschluss für das Abstoßen der alten Maschine für mindestes 35 000 Euro und für die Neuanschaffung einer Maschine des Herstellers Kärcher für einen Maximalbetrag von 129 000 Euro.

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