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Eppinger Knöpfe-Budke zieht nach Reihen

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Knöpfe-Händler Budke verlässt Eppingen. In Reihen findet am neuen Standort ein Verkauf besonderer Einzelstücke statt. Wie das Unternehmen mit Knöpfen aus Eppingen die internationale Kinoleinwand erobert:

Der Eppinger Knopf-Händler Budke zieht nach Reihen um. Mitarbeiterin Marion Schmuda zeigt zwei Karten der aktuellen Kollektion.
Der Eppinger Knopf-Händler Budke zieht nach Reihen um. Mitarbeiterin Marion Schmuda zeigt zwei Karten der aktuellen Kollektion.  Foto: Kühl, Jörg

Das Eppinger Traditionsgeschäft Knopf-Budke zieht in den Sinsheimer Ortsteil Reihen um. Das gibt der geschäftsführende Gesellschafter Frank Wackes bekannt. Bis dahin gibt es noch alle Hände voll zu tun, denn allein in den „Katakomben“ des Händlers lagern sage und schreibe vier Tonnen Kurzware. Darunter befinden sich so manche Schmuckstücke.

Gegründet hatte das Unternehmen Franz Budke im Jahr 1986. Wie aus der Firmenchronik hervorgeht, war der Gründer von dem Gedanken getragen, natürliche Zutaten statt Kunststoff aus Ausgangsmaterialien für Knöpfe zu etablieren. Inzwischen ist Knopf-Budke mit dem begehrten Zertifikat für biologische Textilien, GOTS, ausgestattet.

Wie alt die ältesten Schmuckstücke von Knopf-Budke in Eppingen sind

Budke-Knöpfe sind aus Perlnuss, Büffelhorn, Metall, Edelbein, Kokosnuss, Steinnuss, Leder, Holz, Glas, Zwirn, Filz sowie aus recycelten Materialien gefertigt. Die Bezugsquellen befinden sich rund um den Globus. Neben Handelsware aus aller Welt beschäftigt sich der Spezialist auch mit der Fertigung exklusiver  Knöpfe. Die wertvollsten Exemplare können so bis zu 50 Euro das Stück kosten. „Wir bieten den zweitteuersten Kopf der Welt an“, scherzt Wackes – wohlwissend, dass Superlative bei Kurzwaren nur schwer zu rechtfertigen sind.

Im Lauf der Zeit hat das Unternehmen ein regelrechtes Knopfarchiv eingerichtet. Den Überblick über die Preziosen hat die langjährige Mitarbeiterin Marion Schmuda, die laut Chef Wackes bereits selbst zum Inventar zählt. „Unsere ältesten Knöpfe stammen aus den 50er Jahren“, berichtet sie. Der einzelne Knopf falle unternehmerisch kaum ins Gewicht. 36000 Stück dagegen schon. „Wenn die Knöpfe anfangen zu rollen, ist das eine logistische Herausforderung“, so der Unternehmer, der 2015 aus Hamburg nach Eppingen gezogen war, nachdem er die Stellenanzeige des Handelsunternehmens zufällig im Internet entdeckt hatte. 

Was Jim Knopf mit Eppingen zu tun hat

Nun heißt es also umziehen. „Wir wollten eigentlich nicht aus Eppingen weg“, so der Geschäftsführer. Allerdings: Die Stadt hat die Immobilie mitten in der Altstadt erworben, um dort Wohnraum zu schaffen. Über ein Ausweichquartier konnten sich Stadt und Unternehmer nicht einigen. In Sinsheim wurden die Knopfhändler fündig. Jetzt werden ehemals kirchlich genutzte Räumlichkeiten im Ortsteil Reihen die neue Heimat der Knöpfe. 

Knöpfe aus Eppingen haben es auf die internationale Kinoleinwand geschafft. Ausgerechnet für eine Verfilmung des Klassikers von Michael Endes „Jim Knopf und die Wilde 13“ hat das Unternehmen mehr als 2000 Knöpfe auf den Postweg gebracht. Sie halten unter anderem die Latzhosen der Hauptdarsteller Solomon Gordon (Jim Knopf) und Henning Baum (Lukas der Lokomotivführer) an ihrem Ort. Auch sonst ist die Firma um den Werbefachmann Wackes nicht verlegen, wenn es um originelle Vermarktung geht. Kürzlich erst hat Knopf-Budke mehr als ein Dutzend Kindergärten mit Knopf-Spenden bedacht. 

Das gibt es am 28. und 29. November in Reihen zu bestaunen 

Am Freitag und am Samstag gibt es am neuen Standort einen Somderverkauf. Wackes und sein Team hoffen, in Reihen weniger klettern und schleppen zu müssen, als in der heimeligen, aber engen Eppinger Altstadt-Immobilie unweit des Pfeifferturms. 400 Quadratmeter auf zwei Etagen, dazu Räumlichkeiten im Kellergewölbe und im Schuppen gegenüber, Nachtspeicheröfen als Wärmequelle: Mit diesen Unannehmlichkeiten soll am neuen Standort Schluss sein. „In Reihen wollen wir das Haupt- und Versandlager zusammenfassen“, kündigt der Geschäftsführer an.

Eine Gelegenheit, den ein oder anderen exklusiven Knopf zu finden, bietet sich am Freitag und am Samstag in Sinsheim-Reihen. Auch historische Einzelstücke und ausgelistete Kleinserien werden in den neuen Räumlichkeiten von Knopf-Budke zu bestaunen sein. Nicht zuletzt präsentiert das Unternehmen seine aktuellen Kollektionen. Der Sonderverkauf ist am Freitag von 14 bis 17 und am Samstag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Knopf-Budke, Sägmühlweg 6, in Sinsheim-Reihen.

Herr der Knöpfe: Frank Wackes ist seit 2015 Geschäftsführer.
Herr der Knöpfe: Frank Wackes ist seit 2015 Geschäftsführer.  Foto: Kühl, Jörg
Ausgefallene Designs: Budke handelt mit exklusiven Kurzwaren.
Ausgefallene Designs: Budke handelt mit exklusiven Kurzwaren.  Foto: Kühl, Jörg
Hörner, Muschelschalen, Steinnüsse und Co.: Im Ausstellungsraum können Besucher nicht nur fertige Produkte bestaunen, sondern auch die Vielfalt der natürlichen Ausgangsmaterialien.
Fotos: Jörg Kühl
Hörner, Muschelschalen, Steinnüsse und Co.: Im Ausstellungsraum können Besucher nicht nur fertige Produkte bestaunen, sondern auch die Vielfalt der natürlichen Ausgangsmaterialien. Fotos: Jörg Kühl  Foto: Kühl, Jörg
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