„Sehr schlimm“: Eppinger Geflügelhof-Betreiber Heitlinger über Newcastle-Tierseuche
Hühnerhalter sollen laut Heilbronner Landratsamt erhöht wachsam sein wegen einer Ausbreitung der Tierseuche Newcastle. Auch Geflügelhof-Betreiber Georg Heitlinger aus Eppingen wirbt für Prävention.
Auch in der Region Heilbronn wächst die Aufmerksamkeit für die Tierseuche Newcastle. Die hochansteckende Krankheit galt seit 30 Jahren in Deutschland als weitgehend verschwunden, wurde aber kürzlich wieder in kommerziellen Geflügelhaltungen in Bayern und Brandenburg sowie in einzelnen Kleinhaltungen festgestellt. Georg Heitlinger (55) vom gleichnamigen Geflügelhof in Eppingen zeigt sich überrascht und betroffen. „Das ist sehr schlimm“, sagt er. Nur durch entsprechende Vorsorge und regelmäßige Impfungen lasse sich aus seiner Sicht eine Verbreitung verhindern.
Geflügel in Heilbronn schützen: Behörden und Heitlinger fordern Maßnahmen
Newcastle betrifft vor allem Hühner und andere Geflügelarten und kann im Ernstfall zu erheblichen Verlusten in Beständen führen. Bei infizierten Tieren können unterschiedliche Symptome auftreten, die je nach Verlauf und Schweregrad variieren können. Häufig treten zunächst unspezifische Anzeichen wie Mattigkeit, Appetitlosigkeit und ein Rückgang der Legeleistung auf. Im weiteren Verlauf können Atemwegsprobleme wie Husten, Niesen und erschwerte Atmung hinzukommen. Besonders bei schweren Verläufen sind auch neurologische Störungen möglich. In der Folge reduziert sich die Legeleistung der Hühner und die Sterblichkeit im Bestand ist erhöht.
Georg Heitlinger, der FDP-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des Geflügelwirtschaftsverbands Baden-Württemberg ist, beobachtet die Entwicklung aufmerksam. In der Tagesschau wurde er bereits als Fachmann zur Thematik interviewt. Im Gespräch mit unserer Zeitung macht er deutlich, dass auch Hobbyhalter von Hühnern präventiv agieren sollten. Auch sie seien verpflichtet, ihre Tiere impfen zu lassen. Natürlich sei das immer auch eine Kostenfrage.
Die Veterinäre des Heilbronner Landratsamts unterstreichen ebenfalls: Tierärzte sowie Tierhalter seien aufgerufen, höchste Wachsamkeit walten zu lassen. „Verdachtsfälle müssen auch in Kleinbeständen transparent kommuniziert werden“, teilt Pressesprecher Andreas Zwingmann am Mittwoch mit. Direkte und indirekte Kontakte zwischen Tierbeständen seien auf ein Minimum zu reduzieren, und geeignete Schutzmaßnahmen zur Verhinderung einer Einschleppung des Erregers seien zu ergreifen.
Newcastle-Seuche im Kreis Heilbronn: Impfpflicht für Geflügel im Fokus
Die bisher nachgewiesenen Newcastle-Viren gehören laut Heilbronner Landratsamt zu einem Genotyp, der seit 2023 insbesondere in osteuropäischen Ländern zirkuliert. Neben verstärkten Biosicherheitsmaßnahmen sei die Impfung eine zentrale Säule der Seuchenkontrolle, heißt es auch seitens der Behörde. In Deutschland gilt eine allgemeine Impfpflicht gegen die Newcastle-Seuche. Diese betrifft alle Haltungsformen – kommerzielle wie nicht-kommerzielle – ab dem ersten Huhn oder der ersten Pute.
Wieso die Seuche jetzt wieder ausbricht, „kann man sich gar nicht so richtig erklären“, sagt Georg Heitlinger. Oder war sie die ganzen Jahre über existent, wurde aber nicht bemerkt? „Das ist alles spekulativ“, so Heitlinger. Ein Ausbruch im eigenen Betrieb wäre für ihn „eine Katastrophe“. Alle Tiere müssten dann gekeult werden.
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