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„EPP“ fürs Nummernschild? Eppingen debattiert über eigenes KfZ-Kennzeichen

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Gemeinderat und Verwaltung in Eppingen äußern sich zu einem möglichen Nummernschild „EPP“. Wie die Initiative eines Heilbronner Professors in Eppingen ankommt.


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Der Vorstoß des Professors Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn, die Kfz-Kennzeichen der Großen Kreisstädte zu regionalisieren, stößt in Eppingen auf vorsichtige Zustimmung. Der Tenor in Verwaltung und Gemeinderat: Charmant wäre ein „EP“ oder ein „EPP“ auf dem Nummernschild schon, die Umsetzung darf aber nicht zu aufwendig und teuer werden.

Anlass, das Thema in der jüngsten Gemeinderatsversammlung anzusprechen, ist für den Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler, Jörg Haueisen, dass in jüngster Zeit mehr als 70 Rathauschefs aus der ganzen Bundesrepublik mit gemeinsam verfassten Briefen für eine Liberalisierung der Kennzeichen geworben haben.

Wie identitätsstiftend ist ein eigenes Nummernschild? Die Fachwerkstadt diskutiert über die Vor- und Nachteile des Kürzels EPP auf der Kennzeichenplatte.
Foto: Jörg Kühl
Wie identitätsstiftend ist ein eigenes Nummernschild? Die Fachwerkstadt diskutiert über die Vor- und Nachteile des Kürzels EPP auf der Kennzeichenplatte. Foto: Jörg Kühl  Foto: Kühl, Jörg

Das gibt den Anlass zur Diskussion über ein eigenes Nummernschild für Eppingen

Einen wesentlichen Anlass zur Debatte leistet seit etwa zehn Jahren der Professor für VWL und Destinationsmanagement an der Hochschule Heilbronn, Ralf Bochert. Der Marketingexperte hat sich erst vor wenigen Monaten beispielsweise dafür stark gemacht, EPP für Eppingen zuzulassen und NC für Neckarsulm. Auch Bad Rappenau käme als Große Kreisstadt für ein eigenes Nummernkürzel in Frage.

Ein eigenes Nummernschild könne dazu beitragen, die regionale Identität zu fördern. Das begründet der Professor auch mit einem Blick in die Region Heilbronn und dem Kennzeichen HN in der Stadt Heilbronn sowie im Landkreis: „Es macht keinen Sinn, dass Eppingen für Heilbronn wirbt.“

Das sind die Argumente für eine Eppinger Kfz-Kennzeichentafel

Der Eppinger Stadtrat Jörg Haueisen, der das Thema für die Fachwerkstadt aufgreift, teilt das Argument der Identifikation. Die immer noch anhaltende Resonanz der Gartenschau Eppingen 2022 zeige das Potenzial. Allerdings müsse man es „kostenmäßig abwägen“, so der Fraktionschef der Freien Wähler. „Man braucht es nicht, aber es ist schön, wenn man es hat“, so sein Fazit zum eigenen Eppinger Nummernschild.

Auch in der Fraktion der Grünen im Gemeinderat gibt es Sympathie für den Vorstoß. Stadträtin Ulrike Stahl kann es sich jedenfalls vorstellen: „Ein eigenes Nummernschild wäre ein schönes Bekenntnis zum Ort.“ Die Eppinger könnten so auch ihrer Verbundenheit zur Heimat Ausdruck verleihen.

Stefan Pretz, Fraktionschef der CDU im Gemeinderat: „An sich ist das Thema natürlich spannend.“ Der Vorschlag habe seinen Charme. „Zu prüfen wären allerdings der Verwaltungsaufwand und die Kosten.“ Tatjana Hilker von der Wählergruppe Miteinander für Eppingen (MfE)würde bei einem anstehenden Kennzeichenwechsel die Eppinger Variante bevorzugen. Eine generelle Umstellung würde sie aber nur befürworten, „wenn es sich ergibt“. Tatjana Hilker gibt jedoch auch zu bedenken: „Als Gemeinderätin muss ich letztlich Kosten und Verwaltungsaufwand im Auge behalten.“

Der nüchterne Blick auf das „EPP“ am Auto

Der Fraktionschef der SPD, Reinhard Ihle, sieht derzeit keinen Bedarf. „Ich höre auch nicht, dass es den Bürgern unter den Nägeln brennt, und ich komme viel rum“, so der SPD-Mann, der regelmäßig mit dem Bürgerbus unterwegs ist. Mehr Gemeinschaft und größere Identifikation könne man auch mit anderen Maßnahmen, wie dem Altstadtfest, schaffen.

„Man braucht es nicht, aber schön, wenn man es hat.“Jörg Haueisen„Ich höre nicht, dass das den Bürgern unter den Nägeln brennt.“Reinhard Ihle

„Eine nette Sache“, „grundsätzlich witzig“, „kommt sympatisch rüber“: Mit diesen Worten würdigt Georg Heitlinger von der Wählergrupe der FDP im Gemeinderat die Idee mit dem Eppinger Nummernschild. Interessant findet er es auch wegen des Wortspiels der klanglich gleichen Brüder „App“ und „EPP“. Heitlinger könnte sich vorstellen, dass Eppingen mit einem eigenen Nummernschild auch eine eigene Zulassungsstelle „durch die Hintertüre“ erhält. Dies ist auch für den Stichwortgeber der Diskussion im Eppinger Gemeinderat, Jörg Haueisen, ein ernstzunehmender Faktor: „Eine eigene Zulassungsstelle wäre natürlich das I-Tüpfelchen.“

So steht die Stadtverwaltung zur Idee mit dem Eppinger Nummernschild

Die Eppinger Stadtverwaltung kommentiert das eigene Kennzeichen eher zurückhaltend. Die Kennzeichenliberalisierung könne Mittelzentren hervorheben und identitätsstiftend und aufmerksamkeitsschaffend für Städte wie Eppingen sein, so die Pressestelle. Eppingen zeige sich dem Thema gegenüber aufgeschlossen. „Aber es ist klar, dass dies ein kommunalpolitisches Thema ist und die Entscheidung durch die Gremien getroffen wird.“ Es gebe derzeit aber auch wichtigere Themen und große Herausforderungen, die die Ressourcen in der Stadtverwaltung „priorisiert einnehmen“, teilt die Stadt weiter mit.

 

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