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Kommunalfinanzen

Eppingen investiert 19 Millionen Euro in schwieriger Zeit

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Eppingen stellt seinen Haushaltsentwurf für 2025 vor. Der sieht Investitionen in Höhe von 19 Millionen Euro vor. Jedoch: Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt auf knapp 2000 Euro.

Eppingen-Richen, Abzweig Gewerbegebiet Erlen-Steingebiß: Hier soll der Verkehr künftig abfließen, was die Ortsdurchfahrt entlastet. 2025 stehen für Planungsleistungen 500.000 Euro bereit.
Eppingen-Richen, Abzweig Gewerbegebiet Erlen-Steingebiß: Hier soll der Verkehr künftig abfließen, was die Ortsdurchfahrt entlastet. 2025 stehen für Planungsleistungen 500.000 Euro bereit.  Foto: Kühl, Jörg

Eppingen wird sich in diesem Jahr höher verschulden. Gleichzeitig steigen die Investitionen auf mehr als 19 Millionen Euro. Die Schulen und Kitas sind weiterhin der aufwendigste Bereich – sowohl wegen der Personalkosten als auch wegen der Investitionen. Größtes Projekt ist der Ausbau der Hellbergschule für den Ganztagsbetrieb. Dies sind nur einige wenige Punkte, die der Haushaltsentwurf für 2025 enthält. Das Volumen des städtischen Etats steigt inklusive der Eigenbetriebe auf rund 108 Millionen Euro.

Mit knapp 24 Millionen Euro – ein Viertel des Haushaltsvolumens – erweisen sich die Personalkosten abermals als einer der größten Ausgabenblöcke. Als ein Wermutstropfen erweist sich, dass das Aufkommen der Gewerbesteuer gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Millionen Euro niedriger ausfällt. 

So sieht der Zeitplan bis zum Beschluss des Eppinger Haushalts aus

Das Zahlenwerk ist dem Gemeinderat jüngst von Oberbürgermeistee Klaus Holaschke und Stadtkämmerer Tobias Weidemann vorgestellt worden. In den kommenden Tagen wird die Verwaltung den Haushaltsentwurf dem Gemeinderat in nicht-öffentlichen Sitzungen erläutern. Am 11. Februar wird über die Änderungsanträge abgestimmt. Am 25. Februar könnte der Etat – sofern es keine weiteren Klärungspunkte gibt – beschlossen werden, so der Zeitplan.

Dass es weiterhin eng ausschaut im Stadtsäckel, das machte Holaschke gleich zu Beginn seiner Haushaltsrede deutlich. 87 Prozent aller Städte im Land planten inzwischen Haushalte mit negativem Ergebnis, da mache Eppingen leider keine Ausnahme.

Als einen der Gründe identifizierte der OB, der als Erster Vizepräsident des Gemeindetags in Baden-Württemberg auch Einsicht in andere Kommunen hat, die zunehmende Aufgabenlast aus Bund und Land, die freilich nach wie vor zu wenig entgolten werde. „Wer bestellt, der zahlt“ müsse auch für das Verhältnis zwischen den Kommunen und den übergeordneten Körperschaften gelten, so der OB. Dazu passt die größte Investition in diesem Jahr: Für rund 2,5 Millionen Euro wird die Hellbergschule für den Ganztagsschulbetrieb erweitert: Eine Forderung aus dem Bund, um den gesetzlichen Betreuungsanspruch zu gewährleisten. 

Für Brand- und Katastrophenschutz sind mehr als eine Millionen Euro eingeplant. Zu den Investitionen zählt ein neues Löschgruppenfahrzeug für die Mühlbacher Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr Eppingen in Höhe von mehr als 500 000 Euro. In Mühlbach engagiert sich die Stadt zudem in den Ausbau und die Modernisierung des evangelischen Kindergartens. Bis 2027 beteiligt sich Eppingen mit einem Investitionszuschuss in Höhe von vier Millionen Euro. Die erste Tranche in Höhe von einer Million Euro stellt die Stadt jetzt bereit.

In Adelshofen ist die Sanierung der Ortsdurchfahrt der größte Posten. 600 000 Euro sind dafür in den Haushaltsentwurf eingestellt. Eine Straße wird auch in Elsenz saniert. Es ist die Gartenstraße mit einem Sanierungsvolumen in Höhe von 400 000 Euro. Mit knapp 800 000 Euro ist der letzte Abschnitt der Erschließung des Gewerbegebiets Gemminger Feld größter Investitionsposten in Kleingartach.

Was Eppingen in seinen Ortsteilen vorhat

In Richen investiert die Stadt die größte Summe aller Ortsteile außerhalb der Kernstadt: knapp 2,5 Millionen Euro. Größter Posten dabei: Die Erschließung des Baugebiets Burgberg. Außerdem sind eine halbe Million Euro für Planungsleistungen und Grunderwerb reserviert, um die lang ersehnte Verkehrsentlastung der Ortsmitte über das Gewerbegebiet Erlen-Steingebiß zu erzielen.

Um genügend liquide Mittel für all die laufenden Ausgaben sowie die geplanten Investitionen sicherzustellen, erhöht die Stadt ihre Kreditaufnahme um 4,9 Millionen Euro, so dass die Pro-Kopf-Verschuldung der 22 643 Einwohner zählenden Kommune auf knapp 2000 Euro steigt.

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