Eppingen gibt Jugendgemeinderat zweite Chance
Stadtparlament in Eppingen bringt Neuauflage des Jugendgemeinderats auf den Weg. In Statements betonen Gemeinderäte die Wichtigkeit, junge Menschen an die Kommunalpolitik heranzuführen. Das sind die Stellungnahmen aus den Fraktionen:

Eppingen bekommt wieder einen Jugendgemeinderat (JGR). Das hat der Gemeinderat am Dienstag einstimmig beschlossen. Eppingen knüpft damit an eine Tradition an, schließlich gab es von 1994 bis 2017 bereits eine Jugendvertretung. In zehn Amtszeiten haben rund 200 Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren im Gremium mitgewirkt. Der JGR wurde im März 2017 aufgelöst, weil sich nicht mehr genügend Bewerber für eine Kandidatur fanden.
Nun soll es also einen Neuanfang geben. Dafür hatte die SPD-Fraktion im Februar 2025 einen Antrag im Gemeinderat eingereicht. Im Verwaltungsausschuss gab es anschließend einen fraktionsübergreifenden Konsens für die Wiedereinführung einer Jugendvertretung.
Was der Jugendgemeinderat in Eppingen bewirken soll
Im Oktober 2025 hat ein Arbeitskreis über eine Konzeption zur Wiedereinrichtung eines Jugendgemeinderates beraten. Bei diesem Arbeitskreis wirkten unter anderem Vertreter des Gemeinderats, der Schulen, der Landeszentrale für politische Bildung, der Kinder und Jugendförderung Eppingen und der Stadtverwaltung mit.
Als Ziele hat das Gremium beschlossen: Jugendliche an die Politik heranführen und für Demokratie und die Erziehung und Bildung dahingehend werben. Jugendliche in die Verantwortung nehmen. Jungen Menschen den Einstieg in die Kommunalpolitik erleichtern.
Jugendliche sollen im JGR spüren, dass durch ihre Mitwirkung Themen Relevanz bekommen und umgesetzt werden. Gemeinderat und Verwaltung sollen vom JGR profitieren, in dem sie Jugendliche als feste Ansprechpartner vorfinden.
Was ehemalige Mitglieder des Jugendgemeinderats zur Neuauflage sagen
In der Aussprache sagte Eppingens OB Klaus Holaschke, er wünsche sich, dass der neue JGR für den politischen Mitmachprozess „die Power mitbringt und aufrechterhält“. Holaschke erinnerte daran, dass unter anderem die heutigen Stadträte Melanie Veith, Ulrike Stahl, Stefan Pretz, Stefan Schlimm und Jens Schäfer ihre ersten kommunalpolitischen Erfahrungen im damaligen JGR gesammelt haben.
Jens Schäfer (SPD) fand die Zeit damals sehr spannend. „Wir haben gefeiert, aber auch Politik gemacht.“ Das Ergebnis der Landtagswahl zeige, wie wichtig es sei, die Jugend wieder an die Politik heranzuführen. „Eppingen ist blau: Diese Schlagzeile hat mich getroffen. Eppingen ist nicht blau.“ Wichtig sei, dass die Politik wieder ein offenes Ohr für die Jugendlichen habe.
Melanie Veith von der CDU stimmte Jens Schäfer zu. Gut findet sie, dass das Alter der JGR-Mitglieder in der Geschäftsordnung angehoben wurde. „So kann man auch zweimal kandidieren.“ Die wenigsten kämen schon mit 14 ins Gremium. Was die Ansprache junger Bewerber betrifft, gab Melanie Veith zu bedenken, man solle auch die jungen Leute im Auge behalten, die nicht mehr in der Schule sind. „Die haben ganz andere Themen und stehen ganz anders im Leben.“
Jugendliche sollen spüren, dass sie in ihrer Stadt etwas bewirken können.
Tatjana Hilker von „Miteinander für Eppingen“ stellte die Mindestgröße des Gremiums auf den Prüfstand. „Schade, dass sich der JGR auflösen musste, weil es nicht mehr ausreichend Mitglieder gab.“ Sie regte an, dass das Jugendgremium „auch in Minderzahl weiterexistieren sollte.
Nadine Feyen von den Freien Wählern bekannte sich zu den definierten Zielen des JGR. Es sei wichtig, den Jugendlichen eine Stimme zu geben, damit sie Demokratieverständnis bekommen und erlernen, in der Kommunalpolitik Verantwortung zu übernehmen. Und noch etwas ist ihr wichtig: „Wenn man etwas angefangen hat, dass man dranbleibt.“ Es werde herausfordernd sein, die Kandidaten zu bekommen, so die Stadträtin. „Wir müssen es über Schulen, Vereine, Ausbildungsstätten und Social Media versuchen.“ Anna Mairhofer von den Grünen zeigte sich erfreut, ein Projekt in Sachen Demokratie und Selbstwirksamkeit auf den Weg zu bringen: „Es ist genauso historisch wertvoll zu sagen, auch nach einer Pause nimmt man das wieder auf.“
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