Die Gemeindepartnerschaft zwischen Gemmingen und Dunavarsány wird in diesem Jahr 25 Jahre alt. Mit einem großen Festwochenende haben die Feierlichkeiten in Ungarn bereits begonnen. Zum Parkfest kommt eine Delegation in den Kraichgau. Im Herbst wird dort groß gefeiert.
Sven Christ ist seit 23 Jahren aktiv dabei. Sein Herz an Dunavarsány, eine damals kleine Stadt im Speckgürtel der ungarischen Hauptstadt Budapest, hat er verloren, als er zum ersten Mal mit der Blaskapelle nach Ungarn fuhr. Der damalige Feuerwehrkommandant von Budapest sprach Deutsch und führte ihn herum.
Planungen für Jubiläumsfeier in Gemmingen laufen schon
Er führte ihn zu den Donauschwaben und zeigte ihm die Unterschiede zwischen der schwäbischen und der ungarischen Bauweise. Kinder sagten für Sven Christ deutsche Gedichte auf und sangen das Lied von der Vogelhochzeit: "Das hat mich dermaßen berührt, dass ich wissen wollte, was das für ein Land und was das für eine Gemeinde ist."
In den zurückliegenden Jahren fuhr der Gemeinderat Sven Christ die 950 Kilometer lange Strecke oft. Erst jetzt war er mit einer 50-köpfigen Delegation dort. Dunavarsány feierte drei Jubiläen: 20 Jahre Stadtrechte, 30 Jahre Dorftage und 25 Jahre Gemeindepartnerschaft mit Gemmingen. Im Herbst wird die Silberhochzeit mit einem Festwochenende im Kraichgau gewürdigt. Die Planungen laufen. Gastfamilien werden gesucht.
Partnerschaft Gemmingen-Dunavarsány wurde 1999 besiegelt
Sven Christ gehört zu den Menschen, die dankbar sind, dass die Mauer fiel und der Stacheldraht zwischen West- und Ost-Europa der Vergangenheit angehört. Die Partnerschaft besiegelt hatten die Bürgermeister Werner Reiner und Marton Palfy 1999. Der heutige Bürgermeister Timo Wolf war damals bereits dabei - als Bauamtsleiter.
Nachdem der Eiserne Vorhang gefallen war, suchten viele westdeutsche Gemeinden nach einer Partnerschaft im Osten Europas. So auch Gemmingen. György (Georg) Kleineisel, der seit 1956 im Kraichgau lebte, ebnete den Weg nach Dunavarsány.
Zu einer "25" haben sich Deutsche und Ungarn beim Jubiläumswochenende in Dunavarsány aufgestellt. Die Gemminger waren mit einer 50-köpfigen Delegation vertreten.
Foto: privat
Im Gespräch mit Sven Christ, dem aktuellen Vorsitzenden des Partnerschaftsausschusses, tauchen aber noch andere Namen auf. Die 2019 verstorbene Hermine Schukraft leitete den Partnerschaftsausschuss zehn Jahre lang, Schwimmmeister Imre Gutyan war gebürtiger Ungar und gestaltete den Austausch mit Dunavarsány aktiv mit.
Jochen Romig fährt bis heute den Bus nach Ungarn. Längst sind auch sein Sohn Nico und seine Ehefrau Manuela mit an Bord: "Die Romigs sind mit Herzblut dabei", betont Sven Christ.
Schon früh seien Freundschaften entstanden: "Und es kommen immer wieder neue dazu", auch wenn man zwischenzeitlich manchmal Mühe habe, einen Bus voll zu kriegen.
Entfernung und Sprache sind größte Hemmnisse der Gemeindepartnerschaft
13 Stunden dauert die Fahrt. "Die weite Entfernung und die Sprache sind ein Hemmnis", gibt Christ zu. Er selbst hat nie Ungarisch gelernt. Aber in Dunavarsány sprechen manche Deutsch - oder man schlägt sich mit Englisch durch. "Die Menschen haben ein großes Herz und sind gastfreundlich", sagt Christ. Die Musik und der Tanz sind ein lebendiges Element der Partnerschaft.
Auch der langjährige Ausschuss-Vize Axel Riedel sowie Zoltán Bóna und Tünde Varga auf ungarischer Seite sorgten in den zurückliegenden 25 Jahren dafür, dass die Partnerschaft nicht einschlief.
Von der Warmherzigkeit der Ungarn hatte Helmut Thomaier, ehemals Schulleiter der Wolf-von-Gemmingen-Schule, beim 20-jährigen Jubiläum schon geschwärmt. 120 Ungarn waren 2019 im Kraichgau. Ganz so groß soll das Festwochenende zum 25-Jährigen in Gemmingen nicht werden, sagt Sven Christ.
Gemeindepartnerschaft mit Dunavarsány mit Leben erfüllt
Beim jüngsten Treffen gab es eine Sahnetorte als Gastgeschenk, die Kraichgauer trugen in Ungarn T-Shirts mit dem Aufdruck "Gemmivarsány". "Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, dass wir dort waren", sagt der Organisator Christ: "Wer mitgefahren ist, war begeistert."
Dunavarsány (gesprochen: Dunawarschein) ist eine der Städte Ungarns, die in den zurückliegenden 25 Jahren stark gewachsen sind. Sie liegt 26 Kilometer von Budapest entfernt, zählt zwischenzeitlich fast 10.000 Einwohner und wurde 2004 zur Stadt erhoben. Die Distanz zwischen Gemmingen und Dunavarsány beträgt 935 Kilometer.
Bürgermeisterin Tünde Varga machte Georg Kleineisel 2016 zum Ehrenbürger ihrer Stadt. 1997 war erstmals eine Delegation aus Dunavarsány in Gemmingen. Der gebürtige Ungar übersetzte und gehörte später zu den Gründungsmitgliedern des Partnerschaftsausschusses. „Anfangs war es eine Partnerschaft", sagte er einmal: "Dann waren es lauter Bekanntschaften.“
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