Stimme+
Radtouren

Der Kraichgau lädt bald wieder zu Radtouren ein

   | 
Lesezeit  3 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Die Saison startet bald: Zweiradhandel und Touristiker in Eppingen, Bad Rappenau und anderen Orten im Kraichgau arbeiten gerade auf Hochtouren und es gibt jede Menge frische Ideen: Zum Beispiel Touren mit alkoholfreien Genüssen. Welche technischen Neuerungen es gibt:

von Jörg Kühl , Adrian Hoffmann und Nicole Theuer
Im Wiegetritt:Radfahren in der Gruppe macht auch im Wein- und Hügelland des Kraichgau Spaß - vorausgesetzt, die Ausrüstung stimmt.
Im Wiegetritt:Radfahren in der Gruppe macht auch im Wein- und Hügelland des Kraichgau Spaß - vorausgesetzt, die Ausrüstung stimmt.  Foto: Stefan Leitner

Die Radtourensaison steht in den Startlöchern. Und der Kraichgau ist aufgründ seiner sanft geschwungenen Hügel in der Szene beliebt. Entsprechend beschäftigt sind dieser Tage die Fahrradfachgeschäfte und Touristikbüros. „Dieses Jahr hinken wir aber vier Wochen hinterher“, sagt Uwe Fischer vom Radlservice Fischer in der Bad Rappenauer Riemenstraße. Kälte und Regen, das mögen Radfahrer nicht so sehr, weiß der 58-Jährige aus Erfahrung. „Das merkst du schon deutlich.“ Wenn es in der kommenden Woche dann tatsächlich 14 oder 15 Grad warm werde, „dann steht wahrscheinlich das Telefon wieder nicht still“, und die Fahrradsaison kann im Frühling starten.

E-Bikes sind bei Zweiradfreunden in Eppingen und Bad Rappenau immer noch in

Was im Verkaufsraum in der Riemenstraße deutlich wird: E-Bikes sind nach wie vor das große Thema. Es gebe auch immer mehr Leasingunternehmen, mit denen Arbeitgeber sich für ihre Mitarbeiter interessant machen könnten. Die Ratenzahlung werde hier bevorzugt, sagt Fischer – „in kleinen Häppchen bezahlen“ – sei, auch angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung, den meisten Kunden am liebsten.

Aus persönlichen Gründen verstehe er die Entscheidung für ein E-Bike absolut. Seine Frau Melanie und er sind selbst so unterwegs. „Heute kann man an einem Tag 50 Kilometer in die eine Richtung fahren und am selben Tag 50 Kilometer zurück“ – selbst bei extremen Steigungen. Die E-Bike-Kundschaft werde immer jünger, sie beginne bei etwa 30 Jahren.

Wer diese Hügel mit deem Rad schafft, bekommt eine Belohnung

Der Verein Kraichgau-Stromberg Tourismus, traditionell stark im Radtourismus vertreten, bringt einen Strauß neuer Ideen. So gibt es ganz pragmatisch erstmals Radständer mit Schlössern, die die Mitnahme schwerer Sperrtechnik unnötig machen. Neu in der Collection ist eine Tour mit Stopps bei Weingütern, die alkoholfreie Weine anbieten: Damit wird laut dem Verein ein bewusstes Zeichen gesetzt: „Sportliche Leistungsorientierung und regionaler Weingenuss schließen sich nicht aus“, sagt Geschäftsführerin Christina Lennhof. Das Hightlight ist der Hügelpassbrecher mit 165 Kilometern und knapp über 2000 Höhenmetern mit allen 15 Hügelpassschildern der Region auf einer Route. Wer sie am Stück fährt und Selfies von allen Schildern hochlädt, bekommt von der Kraichgau-Stromberg Tourismus eine Belohnung.

Diesen Service bietet Eppingen seinen Gästen

Auch in diesem Jahr gibt es vielfältige Möglichkeiten für Fahrtouren jeglicher Art und Länge rund um Eppingen. Einblicke dazu gibt es auf der Internetseite „eppingen-tourismus.de“. Oder auch in der Stadtinformation, am Markt, wie Eppingens Pressesprecherin Vanessa Heitz auf Anfrage mitteilt. „Von der Museumstour über den Kraichgau-Blick, bis hin zu genüsslichen Touren und flankierenden Ausflugszielen oder Sehenswürdigkeiten – die Kolleginnen informieren über die Touren und Möglichkeiten rund um Eppingen, es gibt reichlich Karten- und Prospektmaterial.“ Wer es lieber ganz lokal hat, „den informiert das Team auch über die gut ausgeschilderten Radtouren im Eppinger Stadtwald und verweist auf die ortstypischen Ziele, die man mit dem Fahrrad ebenso erreichen kann: Mühlbacher und Elsenzer See, Birnbaumallee oder Weidenlehrpfad Kleingartach, Ottilienberg, Jägersee“, so Vanessa Heitz, die noch darauf hinweist, dass es sich für E-Bike-Fahrer doppelt lohnt: Direkt am Marktplatz, beziehnungsweise am Zugang zur Altstadt, befindet sich die E-Bike-Ladestation.

Deshalb ist ABS für Fahrräder jetzt plötzlich attraktiv

Roland Brüstle, Ladeninhaber und Zweiradmechanikermeister in Eppingen, beobachtet zum Saisonstart ein weiteres Erstarken der Elektronik. Zwar gebe es das Anti-Blockier-System für Fahrräder schon seit einigen Jahren. Neu sei aber, dass die Systeme jetzt kompakter und für Radfahrer attraktiv seien. Gravelbikes lägen bei unmotorisierten Fahrrädern immer noch im Trend. Er selbst verkaufe nur noch E-Bikes. Was die richtige Motorisierung betrifft, hat der erfahrene Zweiradhändler einen guten Tipp: „Mit Blick auf das Hügelland rate ich unbedingt zu einem stärkeren Motor, der deutlich mehr leistet als 50 Nanometer.“ Inzwischen gebe es Motoren mit 100 Nanometer und mehr.

So gut ist das Radwegenetz im Kraichgau ausgestattet

Eppingen sei mit Radwegen recht gut ausgestattet, findet der Eppinger Fahrradhändler Roland Brüstle. In die meisten Richtungen gebe es straßenbegleitende Radwege oder parallel verlaufende Feld- und Waldwege. Einzig Richtung Kleingartach fehle eine gute Verbindung. Neue Radwege entstehen zur Zeit zwischen Richen und Berwangen und zwischen Gemmingen und Massenbachhausen. In Kleingartach ist vor einem Jahr eine Radwegquerung durch den Ort neu markiert worden. Die Anbindung von Kleingartach an Michelbach wird derzeit noch erarbeitet. 

Kunde Thorsten Metz (33) geht mit dem teuersten Bike aus dem Laden von Uwe Fischer in Bad Rappenau – eine limitierte Version.
Fotos: Adrian Hoffmann/Nicole Theuer
Kunde Thorsten Metz (33) geht mit dem teuersten Bike aus dem Laden von Uwe Fischer in Bad Rappenau – eine limitierte Version. Fotos: Adrian Hoffmann/Nicole Theuer  Foto: Hoffmann, Adrian
Fahrzeug für gröberes Gelände: Roland Brüstle aus Eppingen macht ein E-Mountainbike fit.
Fahrzeug für gröberes Gelände: Roland Brüstle aus Eppingen macht ein E-Mountainbike fit.  Foto: Franz Theuer
Uwe Fischer vom Radlservice Fischer in Bad Rappenau steht im Verkaufsraum in der Riemenstraße neben einem Gravelbike. Den Leuten sei es noch etwas zu kalt zum Radfahren, sagt er – kommende Woche könne das schon anders aussehen.
Uwe Fischer vom Radlservice Fischer in Bad Rappenau steht im Verkaufsraum in der Riemenstraße neben einem Gravelbike. Den Leuten sei es noch etwas zu kalt zum Radfahren, sagt er – kommende Woche könne das schon anders aussehen.  Foto: Hoffmann, Adrian
Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben