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Eppinger Jahresausblick
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Das nimmt sich Eppingen 2026 vor

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Trotz schwieriger Haushaltslage nehmen Gemeinderat und Stadtverwaltung herausfordernde Projekte in Angriff - Das sind einige der wichtigsten Vorhaben:

Schmuckstück: Das Haus Karg in Rohrbach ist denkmalgerecht saniert worden. Am 17. Mai steht mit der offiziellen Eröffnung des Kulturdenkmals „Alte Seifensiederei – Haus Karg“ ein kulturelles Highlight auf der Agenda.
Foto: Franz Theuer
Schmuckstück: Das Haus Karg in Rohrbach ist denkmalgerecht saniert worden. Am 17. Mai steht mit der offiziellen Eröffnung des Kulturdenkmals „Alte Seifensiederei – Haus Karg“ ein kulturelles Highlight auf der Agenda. Foto: Franz Theuer  Foto: Theuer, Franz

Straßensanierung, Frischzellenkur für das Hallenbad und die Eröffnung eines Kulturdenkmals: Die Große Kreisstadt Eppingen hat sich für 2026 einiges auf die Fahnen geschrieben. Eine Auswahl der Projekte präsentiert die Kraichgau-Stimme beispielhaft.

Die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Adelshofen wird ab dem Frühjahr den Teilort bewegen. Da es sich um eine Landesstraße handelt, liegt die Baulast beim Land Baden-Württemberg, allerdings wird die Stadt Eppingen die 4,2 Millionen Euro teure Maßnahme im Auftrag und auf Kosten des Regierungspräsidiums durchführen.

Der insgesamt 2,8 Kilometer lange Streckenabschnitt der L550 wird in drei Bauabschnitten saniert. Auf der 700 Meter langen Strecke vom Süden bis in den Ort und die 1200 Meter lange Strecke vom Norden bis zur Mitte werden „lediglich“ neue Asphaltdeckschichten aufgetragen. Entlang der 900 Meter langen innerörtlichen Trasse werden die Bauarbeiten umfänglicher ausfallen. Hier geht es um den kompletten Austausch des Fahrbahnaufbaus samt Unterbau. Die Straßenentwässerung wird erneuert, Wasserleitungen werden ausgetauscht. Im Zuge der Arbeiten werden unter anderem Glasfaserleitungen neu verlegt. Ebenfalls vorgesehen: Eine Neuordnung der Stellplätze entlang der Straße.

Dieses kulturelle Highlight wird Eppingen in diesem Jahr erfreuen 

Am 17. Mai steht mit der offiziellen Eröffnung des Kulturdenkmals „Alte Seifensiederei – Haus Karg“ in Rohrbach ein kulturelles Highlight auf der Agenda. Vor gut einem Jahr war mit dem Abbau des Baugerüstes der Blick auf die sanierten Außenwände wieder frei geworden. „Ein Meilenstein in Bezug auf die Einrichtung des Kulturdenkmals Alte Seifensiederei“, kommentierte Ortsvorsteherin Hannelore Faber damals. Der krönende Abschluss der Sanierung war die Deckung des Daches mit historischen Biberschwanzziegeln. Das Einzeldenkmal aus dem 18. Jahrhundert gilt inzwischen als ein kleines Schmuckstück.

Warum es für das Eppinger Hallenbad Grund zur Hoffnung gibt

2026 ist das Hoffnungsjahr für das Eppinger Hallenbad und die Hellberghalle. Die Neuauflage eines  Bundesprogramms schafft Luft für die Sanierung von Sportstätten. Das Eppinger Hallenbad ist seit 1987 nicht mehr grundlegend saniert worden. Auch die Hellberghalle benötigt eine gründliche Frischzellenkur. Für die notwendigen Maßnahmen an der Schwimmhalle kalkuliert die Stadt einen Betrag in Höhe von 4,5 Millionen Euro. Für die Hellberghalle sind demnach etwa 1,9 Millionen Euro einzuplanen. Über die Förderanträge entscheidet der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags voraussichtlich bis Ende Februar.

So herausfordernd ist die Kassenlage für Eppingen

Für Eppingen ist das Jahr 2026 wirtschaftlich herausfordernd. Die Gewerbesteuer geht gegenüber dem Ergebnis von 2025 um drei Millionen Euro zurück, dazu kommen Prognosen über niedrigere Einkommenssteuern. Demgegenüber stehen Personalkosten, die um mehr als eine Million Euro steigen werden. Eine Erhöhung der Kreisumlage um mehrere Prozentpunkte, wie von Landrat Norbert Heuser in den Raum gestellt, würde das Stadtsäckel zusätzlich belasten.

Deshalb nimmt die Debatte über das Mittelzentum Eppingen jetzt Fahrt auf

Ein weiterer Grund für die angespannte Situation: die hohen Investitionskosten. 22,4 Millionen Euro sind dafür eingeplant. Um den Etat für 2026 auszugleichen, sind Kreditaufnahmen in Höhe von 5,65 Millionen Euro geplant. Steuererhöhungen, das betonen sowohl OB Klaus Holaschke als auch der Kämmerer bei der Haushaltseinbringung, seien allerdings nicht vorgesehen.

Auf politischer Ebene strebt die Stadt auch in diesem Jahr an, den Weg zum Mittelzentrum zu forcieren. Dafür sprechen unter anderem die steigenden Einwohnerzahlen sowie die überörtlichen Funktionen von Schulen, Schwimmbad und Gesundheitseinrichtungen.

Wieso braucht Eppingen eine Bürgerstiftung?

Eppingen forciert die Gründung einer Bürgerstiftung. Über die Idee hat der Gemeinderat im Dezember einen in Summe zustimmenden Gedankenaustausch gepflegt. Die Idee ist, Menschen, die der Kommune einen Geldbetrag für gemeinnützige Zwecke hinterlassen wollen, eine institutionelle Möglichkeit dazu zu bieten. Die Stiftung könnte mit einem Grundkapital von 300 000 Euro starten. Die Hälfte könnte nach bisherigen Überlegungen die Stadt beisteuern, die andere Hälfte sollte demnach Privatkapital sein.

Der OB setzt auf ein starkes „Wir-Gefühl“ in der Stadt

„2026 wird für die Stadt Eppingen ein Jahr der verantwortungsvollen Weiterentwicklung sein“, fasst OB Klaus Holaschke zusammen. Die Stadtverwaltung setze dabei „auf pragmatische Maßnahmen innerhalb der ganzheitlichen Stadtentwicklung“. Das Rathaus handele im Bewusstsein seiner finanziellen Verantwortung. Neben dem Ziel „Mittelzentrum“ sei ein Schwerpunkt des angelaufenen Jahres, das „Wir für Eppingen“-Gefühl zu stärken: „Ein erlebbares Eppingen lebt vom gesellschaftlichen Miteinander, das wir mit unseren Projekten, Vorhaben und Veranstaltungen in diesem Jahr maßgeblich fördern möchten“, so der Oberbürgermeister.

„EinMeilenstein“Hannelore Faber

Das Eppinger Hallenbad ist seit 2013 nicht mehr grundlegend saniert worden. Nun könnte ein neues Programm des Bundes für Bewegung sorgen.
Foto: Stadtverwaltung
Das Eppinger Hallenbad ist seit 2013 nicht mehr grundlegend saniert worden. Nun könnte ein neues Programm des Bundes für Bewegung sorgen. Foto: Stadtverwaltung  Foto: Stadtverwaltung Eppingen
Die Adelshofener Ortsdurchfahrt wird in diesem Jahr grundhaft saniert.
Foto: Kühl
Die Adelshofener Ortsdurchfahrt wird in diesem Jahr grundhaft saniert. Foto: Kühl  Foto: Kühl, Jörg
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