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Bürgergenossenschaft strotzt beim Info-Abend in der Eppinger Stadthalle vor Energie

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Der geplante, 45 Hektar große Solarpark an der L 1110, in Höhe des Eppinger Gewerbegebiets Tiefental, nimmt Fahrt auf: 2026 soll dort Strom produziert werden, wenn es nach der Bürger-Energie-Genossenschaft geht. Die steht in stetem Austausch mit der Stadt Eppingen.

Wollen die Energiewende im Kraichgau voranbringen: OB Klaus Holaschke (Zweiter von links) mit den BEG-Vertretern Rolf Geinert, Sarah von Keudell, Florian Oeß.
Fotos: Ulrike Plapp-Schirmer
Wollen die Energiewende im Kraichgau voranbringen: OB Klaus Holaschke (Zweiter von links) mit den BEG-Vertretern Rolf Geinert, Sarah von Keudell, Florian Oeß. Fotos: Ulrike Plapp-Schirmer  Foto: Plapp-Schirmer, Ulrike

Groß war das Interesse am zweiten Bürgerforum der Bürger-Energie-Genossenschaft  (BEG) Kraichgau in der Eppinger Stadthalle. Der guten Nachrichten gab es am Donnerstag viele. Zwei von drei geplante Solarparks auf Eppinger Gemarkung stehen kurz vor der Genehmigung. Geht alles nach Plan, kann die geplante 45 Hektar große Fläche an der Landesstraße L 1110 zwischen Richen und Eppingen 2026 in Betrieb gehen.

Nachhaltigkeit steht bei der Bürger-Energie-Genossenschaft Kraichgau an erster Stelle

Die Vertreterinnen und Vertreter der Bürger-Energie-Genossenschaft Kraichgau sprühen vor Energie. Auf 1000 Mitglieder ist die BEG in den zurückliegenden zwölf Monaten angewachsen. Vorstandsvorsitzender Holger Steuerwald bezeichnet Eppingen nach Sinsheim als „das zweitgrößte Standbein“ der Genossenschaft. 3,5 Millionen Euro an Einlagen liegen inzwischen vor, bei drei Millionen Euro Eigenkapital. Mit Baukosten von rund 30 Millionen Euro rechnet die BEG für den Solarpark mit Modulen und Umspannwerk.

Der soll auf einem Acker gegenüber des Eppinger Gewerbegebiets Tiefental entstehen. Hochspannungsleitungen sind in der Nähe, die Kabelwege kurz, sagte Florian Oeß als stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Man setze auf Nachhaltigkeit, nicht auf hohe Rendite. Offenheit bei Fragen signalisiert er: „Kommen sie auf uns zu.“

Eppinger Oberbürgermeister ist zuversichtlich, dass der Regionalverband  Heilbronn grünes Licht gibt

Klaus Holaschke als Oberbürgermeister der Stadt Eppingen rechnet damit, dass  der Regionalverband in seiner Sitzung am 11. April die Teilfortschreibung „Solarenergie“ beschließt.

Das Umspannwerk wurde wegen langer Lieferzeiten bereits 2024 bestellt, zusammen mit der Firma Max Solar, die in Gemmingen den Bau ihres 42 Hektar großen Solarparks gerade begonnen hat. Klaus Holaschke nennt das „Energiewende vor der Haustür“.

In Eppingen habe der Gemeinderat hart mit der Frage, warum wertvolle Ackerflächen umgewandelt würden, um Energie und Strom zu gewinnen, gerungen. Im Frühjahr 2023 habe man sich dann auf den Weg gemacht, drei große Projekte auf zusammen 85 Hektar auf eigener Gemarkung zu unterstützen: zwei Projekte der Güglinger Firma Hep Solar. Und eines der BEG. Mit beiden Partnern sei man in regem Austausch.

Großteil des Eppinger Strombedarf kann mit regenerativen Energien abgedeckt werden

„Nun muss der Regionalverband den nächsten Beschluss fassen.“ Danach werde ein Bebauungsplanverfahren die Grundlage für den Bau selbst schaffen. Laufe alles normal, so der OB, gehe der Solarpark 2026 in Betrieb: „Ein Großteil des Strombedarfs in Eppingen wird dann durch Solarstrom gedeckt. Das ist eine tolle Nachricht.“ Konkret geht es beim Solarpark Eppingen um 35 Hektar reine Modulfläche, 60 Megawatt Peak und eine Abdeckung von 21 .000 Haushalten.

Die Module werden auf ein Meter hohe Ständer gesetzt. Regenwasser kann zwischen jedem Model abfließen. Auf 0,5 Prozent der Gemarkungsfläche entstünde Strom, der 50 Prozent des örtlichen Bedarf abdecke, sagte Fachmann Daniel Knoll, Geschäftsführer der Heilbronner Firma Sonnige Projekte.

Vorbild Schleswig-Holstein: Dort wird nicht nur mit Windkraft Strom produziert

Rolf Geinert, ehemaliger OB der Stadt Sinsheim und Aufsichtsratsvorsitzender der BEG, blickte über den Tellerrand hinaus. Schleswig-Holstein produziere 230 Prozent seines Strombedarfs selbst, „mit Windenergieanlagen, aber auch mit Photovoltaik“. Unternehmen würden sich dort ansiedeln, „weil sie ausreichend mit grüner, kostengünstiger Energie versorgt werden. Das können wir überall.“ BEG-Sprecherin Sarah von Keudell legte die Betonung auf die regionale Wertschöpfung: „Das Geld soll in der Region bleiben.“ Die Energiewende sei nicht allein Sache von anonymen Großkonzernen. Transparenz, das wurde an diesem Abend deutlich, ist der BEG wichtig. Fragen wurden beantwortet. Weitere Beratung gibt es über die Website.

Gegenüber des Eppinger Gewerbegebiets Tiefental, entlang der Verbindungsstraße L1110 Eppingen-Richen, entsteht der 45 Hektar große Solarpark Eppingen.
Gegenüber des Eppinger Gewerbegebiets Tiefental, entlang der Verbindungsstraße L1110 Eppingen-Richen, entsteht der 45 Hektar große Solarpark Eppingen.  Foto: Plapp-Schirmer, Ulrike
Standort des geplanten, 40 Hektar großen Solarparks Eppingen entlang der Verbindungsstraße L1110 Eppingen-Richen.
Standort des geplanten, 40 Hektar großen Solarparks Eppingen entlang der Verbindungsstraße L1110 Eppingen-Richen.  Foto: Plapp-Schirmer, Ulrike
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