Bauplatzpreis sorgt in Eppingen für lebhafte Debatte
Eppingen veräußert neun Parzellen für Einfamilienhäuser im Zylinderhof III. Über die Preisgestaltung ist im Gemeinderat eine lebhafte Diskussion entstanden. Das sind die Argumente und so knapp ging die Abstimmung aus:

Eppingen veräußert neun Bauplätze für Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften im Neubaugebiet Zylinderhof III. 290 Euro pro Quadratmeter werden als Kaufpreis aufgerufen. Diese Entscheidung hat der Gemeinderat nach lebhafter Diskussion getroffen. Der Preis ist auf Antrag der CDU-Fraktion im Gemeinderat um 30 Euro erhöht worden, die Verwaltung hatte 260 Euro vorgeschlagen.
Die Veräußerung der Einfamilienhausgrundstücke im Süden des Baugebiets nimmt die Stadt nun in Angriff, nachdem zuvor erste Verträge mit Bauträgern zur Errichtung der geplanten Mehrfamilienhäuser geschlossen worden waren. Vorgesehen ist ein Riegel von neun Parzellen an der Erich-Pretz-Straße, die für dreigeschossige Einfamilienhäuser reserviert werden. Durch die Topografie wäre denkbar, die Untergeschosse jeweils als Garage auszuführen und darüber eine zweigeschossige Wohnarchitektur zu errichten.
„Normalen Familien“ das Bauen ermöglichen: Das möchte Eppingens OB Holaschke
Um die Preisgestaltung entspann sich im Gemeinderat eine lebhafte Debatte. Die Stadt hatte 260 Euro pro Quadratmeter vorgeschlagen, „auch um normalen Familien das Bauen zu ermöglichen“, wie Eppingens OB Klaus Holaschke erläuterte. „Wo haben wir derzeit in Eppingen ein Angebot für eine junge Familie?“ Er wolle Familien jetzt ein Angebot machen, sagte Holaschke und warnte vor zu ambitionierten Forderungen. Es gebe auch Grundstücke, die für 500 Euro angeboten werden „wie Sauerbier“, bemerkte das Stadtoberhaupt.
Vorschlag der Eppinger Stadtverwaltung sorgt für Kritik
Bereits in der ersten Wortmeldung wurde Kritik am Verwaltungsvorschlag laut. Die Erschwinglichkeit sollte durch den bewusst kleinen Zuschnitt der Parzellen erzielt werden, nicht durch den Preis, meinte Michel Mairhofer von der SPD-Fraktion. Der vorgeschlagene Tarif sei nicht marktgerecht. „Wenn ich mir vergleichbare Grundstücke woanders ansehe, in Schwaigern, Leingarten, dann mag ich gar nicht daran denken.“ Mit Blick auf die eingebaute, aber derzeit nicht genutzte Nahwärmeversorgung erinnerte Mairhofer daran, dass die Erschließung der Bauplätze sehr kostspielig war. Die SPD brachte als Antrag ein, den Preis auf 280 Euro zu erhöhen.
Deshalb plädiert die CDU-Fraktion für einen höheren Quadratmeterpreis
Stefan Pretz, Fraktionschef der CDU, äußerte sich ähnlich: „Günstig ja, aber aufgrund der geringen Größe.“ Seine Fraktion sehe es als erforderlich an, einen vernünftigen Preis zu nehmen. In Leingarten zahle man 600 Euro. „Ich halte 290 Euro für einen vernünftigen Preis.“ So lautete dann auch der Antrag der CDU-Fraktion. Carmen Probst von der CDU erinnerte daran, dass die Grundstückspreise der Nachbargrundstücke bei 380 Euro pro Quadratmeter liegen.
Jörg Haueisen verteidigte als Sprecher der Freien Wähler den Verwaltungsvorschlag: Die 260 Euro seien angemessen. „Für die verbaute Infrastruktur können die Leute nichts dafür.“
Eine komplette Alternative schlägt die Grünen-Fraktion vor
Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Peter Wieser, forderte: „Wir müssen dringend über Erbbaurecht nachdenken.“ Der Bauplatz sei nur einmal verkaufbar, mit Erbaurecht behalte die Stadt langfristig die Hand auf den Flächen. Wiesers Fraktionskollegin Ulrike Stahl vertiefte: Da das Grundstück im Eigentum der Stadt bleibe, ergebe sich für die Pächter die Möglichkeit, günstig zu bauen. CDU-Mann Anton Varga dazu skeptisch: „Wenn wir in Erbpacht gehen, schieben wir die Schulden nur vor uns her.“ Die Fraktion der Grünen formulierte ihre Forderung schließlich als Antrag. Dieser fand allerdings keine Mehrheit.
Der CDU-Antrag, den Kaufpreis auf 290 Euro pro Quadratmeter zu erhöhen, erzielte mit 12 Ja-Stimmen, elf Gegenstimmen und acht Enthaltungen eine knappe Mehrheit.
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