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Bad Rappenauer Bürgerbusverein sucht weitere Fahrer

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Der Bad Rappenauer Bürgerbusverein will sein Angebot ausweiten. Doch noch fehlen die dazu nötigen Fahrer. Oliver Renkel sitzt seit April hinterm Steuer und freut sich über weitere Kollegen.

Seit April fährt Oliver Renkel mit dem Bürgerbus durch Bad Rappenau. Über neue Kollegen würde sich der Rettungssanitäter freuen.
Seit April fährt Oliver Renkel mit dem Bürgerbus durch Bad Rappenau. Über neue Kollegen würde sich der Rettungssanitäter freuen.  Foto: Hofmann, Elfi

Es sieht gut aus für die Ausweitung des Bürgerbusbetriebs in Bad Rappenau: Sechs Fahrer benötigt der Verein mindestens, um in Zukunft einige Ortsteile sowie die Gemeinden Siegelsbach, Haßmersheim und Hüffenhardt anzufahren. Mehrere Interessenten hätten sich gemeldet, sagt der Vorsitzende Klaus Ries-Müller. „Wir sind knapp vorm Ziel.“

Der Bad Rappenauer Bürgerbus ist samstags oft voll belegt

Doch noch fehlen Fahrer wie Oliver Renkel. Seit April ist der Bad Rappenauer auf der Strecke unterwegs. „Immer dann, wenn ich Zeit neben dem Beruf finde“, erzählt der Rettungssanitäter, der sich außerdem beim DRK engagiert. Je nach Schicht sitzt er entweder mittwochs oder samstags am Steuer des Achtsitzers. Start- und Endpunkt ist an beiden Tagen ab 9 Uhr die Haltestelle an der Salinenklinik. Besonders am Wochenende sei der Bus bereits da schon oft voll belegt, erzählt Oliver Renkel: „Viele Gäste sind enttäuscht, wenn ich sie nicht mitnehmen kann, weil der Platz fehlt.“ Dann müsse er auch mal beschwichtigen. „Aber die Menschen sind froh, dass es das Angebot in Bad Rappenau überhaupt gibt.“

Viele Mitfahrer nutzen den Bürgerbus, um ihre Wocheneinkäufe zu erledigen: Mit leeren Einkaufstaschen geht es zum Supermarkt, eine Stunde später steigen sie wieder ein. Oliver Renkel hilft, wo er kann, wenn der Korb zu schwer ist oder die Frauen und Männer nicht mehr gut zu Fuß sind. Denn vor allem ältere Menschen sind auf das Angebot angewiesen. „Viele sind nicht mehr so mobil, können nicht so einfach in die Stadt laufen“, sagt Renkel. Wenn dann noch die Familie zur Unterstützung fehle, werde es schwer.

Für die Bürgerbusfahrer gibt es auch mal Nervennahrung

Die Fahrten sind allerdings nicht nur eine Möglichkeit, sich mit Lebensmitteln einzudecken, sondern auch die Chance zur sozialen Teilhabe. Und ab und an gibt es sogar ein kleines Geschenk für die Fahrer. Als Oliver Renkel an der Haltestelle beim Aldi hält, steigt eine Frau ein, die er eine Stunde zuvor bereits mitgenommen hat. In der Hand hält sie eine Packung Kekse, die sie ihm lächelnd in die Hand drückt. „Ich bin immer froh, wenn ich Hilfe bekomme“, erzählt die 85-Jährige und setzt sich auf einen der Plätze. In der Regel nehme sie mindestens einmal pro Woche den Bus. „Aber wenn das Fahrangebot größer wäre“, so die pensionierte Köchin, „müsste ich nicht immer alles auf einmal kaufen.“ Mehl, Joghurt und Quark: „Das wiegt einiges.“

Vier Stunden ist Oliver Renkel mittwochs unterwegs, drei sind es an Samstagen. Dann teilen sich zwei Fahrer den sechsstündigen Betrieb. Das neue Fahrzeug, das wegen der Einstellung des Bürgerbusbetriebs in Haßmersheim günstig zu haben war, ist er bereits Probe gefahren. „Er ist um einiges leiser und moderner“, erklärt der Rettungssanitäter, der sich über neue Kollegen freuen würde. Bis auf einen Führerschein der Klasse B und Zeit, um ab und an eine Schicht zu übernehmen, sind keine weiteren Qualifikationen nötig.

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