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Über den Erwartungen
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Rappsodie-Sauna verzeichnet hohe Besucherzahlen trotz Abriss des Hallenbads

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Einschränkungen während des Hallenbad-Abrisses in der Saunalandschaft schrecken Rappsodiegäste offenbar nur wenig ab. Betriebsleiter Timo Künzel berichtet von Besucherzahlen, die über den Erwartungen liegen.

Timo Künzel, Betriebsleiter Rappsodie
Timo Künzel, Betriebsleiter Rappsodie  Foto: Hoffmann, Adrian
Man glaubt es kaum: Da soll mal ein Hallenbad gewesen sein? Ein Abbruchbagger arbeitet sich an den Fundamentresten des Therapiezentrums ab.
Foto: Adrian Hoffmann
Man glaubt es kaum: Da soll mal ein Hallenbad gewesen sein? Ein Abbruchbagger arbeitet sich an den Fundamentresten des Therapiezentrums ab. Foto: Adrian Hoffmann  Foto: Hoffmann, Adrian

Ein Kurgast steht vor dem Trümmerfeld in der oberen Salinenstraße. Ein Abbruchbagger klopft mit einem Hydraulikhammer auf die letzten Fundamentreste des Therapiezentrums ein. Der Mann sagt: „Sie haben mir gesagt, in Bad Rappenau gibt es auch ein Bad.“ Tja. Nichts ist mehr da – jedenfalls vorerst. Der Abriss des Rappsodie-Hallenbads schreitet in großen Schritten voran.

Selbst Betriebsleiter Timo Künzel sagt mit Blick auf die Ruinen: „Es ist schon krass. Das war mal mein Arbeitsplatz.“ So viele Erinnerungen stecken da drin. Aber immerhin, der Betrieb der Rappsodie-Saunalandschaft läuft weiter. Und besser als erwartet, wie der 45-Jährige berichtet. 

Aktuelle Besucherzahl liegt in der Rappsodie-Landschaft laut Betriebsleiter Künzel deutlich über den Erwartungen

Er spricht von 200 Saunagästen im Durchschnitt pro Tag. Das entspricht 6000 Gästen pro Monat und 72000 im Jahr. Vor dem Abriss des Hallenbads habe man bis 86000 Besucher im Jahr gehabt, so Künzel weiter. Das sind also fast 85 Prozent von der früheren Gästezahl und damit „sind wir deutlich über unserer Prognose“. Man habe mal damit gerechnet, dass während der Bauzeit die Hälfte der Gäste wegfallen. Künzel: „Wir sind positiv überrascht.“

Dabei gibt es Einschränkungen: Die geräumige Afrika-Sauna ist geschlossen, weil sie ebenfalls abgerissen und neu gebaut wird. Der Restaurantbereich am früheren Saunaeingang ist zu Massage- und Ruheräumen umfunktioniert und der Umkleidebereich ist kleiner als früher und findet sich im Interims-Eingangsbereich unten am Freibad-Nebeneingang – gleich neben den Bahngleisen. Was auch auffällt in der Saunalandschaft, sind oberirdisch verlegte Wasserrohre, die mit alubeschichtetem Dämmmaterial ummantelt sind, Fernwärme- und Stromleitungen. Das war laut Künzel nötig, weil früher sämtliche Rohre und Leitungen übers vom Freibad aus über das Hallenbad in die Sauna führten. Diese Übergangslösung kann also erst im Zuge des Neubaus wieder weg.

Künzel wertet die hohen Besucherzahlen als Beleg dafür, dass es den Saunagästen weiterhin gefällt im Rappsodie. Saunagast Dieter Scholz aus Treschklingen kann das bestätigen. Die optischen Veränderungen durch oberirdische Rohre und Leitungen „stören mich nicht“, sagt der 81-Jährige. Die in die Kamin-Lounge nach unten verlagerte Gastronomie, sei ihm eh lieber. Und zum Lärm durch den Abriss, sagt Scholz: Selbst bei der Massage oben im früheren Restaurantbereich nehme er ihn kaum wahr. Er ist daher nach wie vor regelmäßig zu Gast in der Sauna.

Die jetzigen Gäste sparen aber 25 Prozent vom regulären Eintrittspreis – Baustellenrabatt. Und Kurgäste bekommen auf den bereits ermäßigten Tarif nochmals 20 Prozent.

Nach dem Abriss des Hallenbads steht der Beginn der Rohbau-Arbeiten an

Künzel hat sich mit der Baustellen-Situation arrangiert. Sein Übergangsbüro ist in einem Raum neben dem Freibadkiosk, in dem früher der dudelnde Popcornautomat stand. Immer wieder kommt er zu Jour-Fix-Terminen mit Vertretern der Stadt, Hochbauamt, Kämmerin, dem Betreiber, den Architekten und Projektsteuerern zusammen. Frühjahr 2028 ist der Termin, der derzeit für eine Neueröffnung des Hallenbads genannt wird - ein 40 Millionen-Euro-Projekt. Im April soll die Rohbauarbeiten starten, sagt Wolfgang Franke, Leiter des Bad Rappenauer Hauptamts, das werde sich dann sicherlich das ganze Jahr hinziehen. 30 Prozent der Arbeiten seien bereits ausgeschrieben, so Franke. Man liege „bislang relativ im Kostenrahmen“.

Im benachbarten Hotel „Saline 1822“ hält sich die Freude über die Baustelle indes in Grenzen. Der frühere Bademantelgang für Hotelgäste rüber ins Bad und zur Sauna führt momentan ins Nichts. Die Baustelle „hat deutlich mehr negative Effekte als gedacht“, sagt Hotelgeschäftsführer Michael Ciesléwicz. Die Übernachtungszahlen litten stark. Hotelgäste müssen nun ums Hotel herum wie alle anderen Saunagäste auch über den Interimseingang in die Sauna gehen.

Sauna-Schild
Sauna-Schild  Foto: Hoffmann, Adrian
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